Leonidas Stergiou fehlt dem VfB Stuttgart für den Rest der Saison. Foto: Pressefoto Baumann
Fünf verschiedene Defensivspieler hat der VfB Stuttgart hinten rechts schon eingesetzt in dieser Saison. Nach der Verletzung von Leonidas Stergiou stellt sich mehr denn je die Frage: Wer spielt auf dieser Position im Pokalfinale?
Als klar war, dass die Fußballsaison für ihn vorzeitig beendet ist, reagierte Leonidas Stergiou durchaus emotional. „Der Traum, in einem Pokalfinale zu stehen, insbesondere für den VfB Stuttgart, ist zwar geplatzt, aber dennoch versuche ich, positiv zu bleiben“, schrieb der Schweizer bei Instagram. Und er ergänzte mit Blick auf das Endspiel von Berlin am 24. Mai gegen Arminia Bielefeld: „Der Weg dorthin war harte Arbeit mit unvergesslichen Erfahrungen. Trotz des Rückschlags bin ich dankbar für alles und schaue mit Zuversicht auf die kommenden Herausforderungen.“
Stergiou schloss mit einem Dank an die Stuttgarter Fans, bezeichnete die vergangenen Monate als „persönlich turbulente, aber trotzdem sehr lehrreiche Saison“ und versprach: „Gemeinsam werden wir der Mannschaft bis zum letzten Spiel viel Energie und Kraft senden.“
Der Abwehrspieler muss also passen in den letzten beiden Saisonspielen in der Fußball-Bundesliga und im Pokalfinale in Berlin. Im Training hatte er sich eine Syndesmoseverletzung zugezogen, die eine Operation erforderte. Der Ausfall des Schweizers wird nun keine Panik auslösen im weiß-roten Lager, schmerzhaft ist er aber auch für den Trainer Sebastian Hoeneß.
Der hatte seine Viererabwehrkette in dieser Spielzeit ja ohnehin schon fast so oft gewechselt wie seine Unterwäsche. Meist aus Gründen von Formschwächen, Verletzungen oder Sperren. Und die Position hinten rechts galt bislang auch nicht gerade als Prunkstück des VfB-Kaders. Nun sind die Möglichkeiten erneut eingeschränkt.
Während auf der linken Seite Maximilian Mittelstädt verlässliche Leistungen auf hohem Niveau anbietet und damit auch uneingeschränkter Stammspieler ist, versuchten sich auf der Gegenseite im Laufe der Saison gleich fast ein halbes Dutzend Spieler.
Pascal Stenzel stand zuletzt im Spiel beim FC St. Pauli in der Startelf des VfB Stuttgart. Foto: Pressefoto Baumann
Es begann mit Pascal Stenzel – der Routiniers, den die Fans liebevoll „Fußballgott“ nennen, stand überraschend auch jüngst im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli in der Startelf. Im Laufe der Saison agierten aber auch Josha Vagnomann (immer wieder angeschlagen), Anrie Chase (ein junger, gelernter Innenverteidiger), Finn Jeltsch (ein junger Winterneuzugang, der eigentlich Innenverteidiger ist) und eben Leonidas Stergiou auf dieser Position, die im modernen Fußball ebenso wichtig wie anspruchsvoll ist.
Solide Defensivarbeit wird ebenso erwartet wie offensiver Drang samt Dribblings, Flanken und Torgefahr. Auf 18 Einsätze in der Liga, in der Champions League und im DFB-Pokal kommt Stergiou in dieser Saison, dabei erzielte er einen Treffer und bereitete zwei Tore vor. Die meisten Spiele des Quintetts hat Josha Vagnoman absolviert (32/2/3), im Pokal-Halbfinale (3:1 gegen RB Leipzig) spielte Finn Jeltsch hinten rechts. Der Ex-Nürnberger war zuletzt in der Innenverteidigung gesetzt, weil innen aber auch Ameen Al-Dakhil ein Kandidat ist, könnte der Youngster auch im Finale auf der Außenbahn eingesetzt werden.
Vagnoman und Stenzel sind die weiteren Alternativen, womöglich ist auch der schnelle Al-Dakhil einen Gedanken wert. Anrie Chase spielt im Profiteam derzeit dagegen keine Rolle mehr und ist verletzt.
An Alternativen mangelt es also nicht für die Partien gegen den FC Augsburg (Sonntag, 19.30 Uhr), RB Leipzig (17. Mai, 15.30 Uhr) und Arminia Bielefeld – restlos überzeugt hat zuletzt aber keine davon. Auch Stergiou hat keine klasse Saison hinter sich. Hofft nun aber darauf, trotz Verletzung „einen schönen Abschluss“ feiern zu können. Am 24. Mai in Berlin.