VfB Stuttgart Neuer vor Comeback – das sind die Folgen für Alexander Nübel

Manuel Neuer steht vor einer Rückkehr ins Nationalteam, was auch Auswirkungen für den Stuttgarter Torhüter Alexander Nübel hat. Foto: IMAGO/Buzzi, Nico Herbertz

Manuel Neuer soll zur Nationalelf zurückkehren – und als Nummer eins zur WM fahren. Das hat auch Konsequenzen für die Turnier-Perspektiven von VfB-Keeper Alexander Nübel.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Die offizielle Bestätigung steht noch aus. Doch bereits zwei Tage vor der Nominierung des 26-köpfigen WM-Kaders durch Julian Nagelsmann an diesem Donnerstag in Frankfurt ist durchgesickert, dass der Bundestrainer ganz offensichtlich den 40 Jahre alten Torhüter-Routinier Manuel Neuer vom FC Bayern für die Nationalmannschaft reaktivieren wird – und dieser dann auch bei der WM als Nummer eins im deutschen Tor stehen soll. Neuer (bisher 124 Länderspiele) hatte zuletzt beim mit 1:2 verlorenen EM-Viertelfinale gegen Spanien am 5. Juli 2024 in Stuttgart für die Nationalelf gespielt.

 

Da Neuer nur eine Woche vor Beginn der WM-Vorbereitung im fränkischen Herzogenaurach zurückkehrt, bringt dies ziemlich abrupt das Torhüter-Karussell im deutschen Lager noch einmal neu in Schwung. Das hat auch Auswirkungen auf den VfB-Torhüter Alexander Nübel, der zuletzt stets als Nummer zwei hinter dem Hoffenheimer Oliver Baumann nominiert war. Aber jetzt ist ja alles anders. Folgende Szenarien sind für Nübel denkbar.

Als Nummer drei zur WM Eigentlich wäre dies mit Blick auf die neue Torhüter-Hierarchie nach der Neuer-Rückkehr die logische Konsequenz: Oliver Baumann, der von Julian Nagelsmann wie Neuer bereits einen Anruf erhalten haben soll, ist die neue Nummer zwei. Wie berichtet wird, soll der 35-Jährige dem Bundestrainer zugesagt haben, auch in seiner neuen Rolle bei der WM mit dabei sein zu wollen. Und das, obwohl die Neuer-Rückkehr gerade für Baumann, der sämtliche Partien in der Qualifikation absolviert hat, ein ganz schwerer Schlag ist.

VfB-Keeper Nübel, die bisherige Nummer zwei, wäre nach allgemeiner Logik somit die neue Nummer drei – und würde somit weiterhin als einer der 26 Spieler im deutschen Aufgebot zur WM fahren. Allerdings hat gerade die Kehrtwende im Fall Neuer gezeigt, dass es nicht automatisch so kommen muss. Bislang hat Nübel, der an diesem Nachmittag beim VfB mit den Teamkollegen in der Vorbereitung auf das Pokalfinale am Samstag in Berlin trainiert, noch keinen Anruf von Nagelsmann erhalten. Also sind weitere Szenarien denkbar.

Als Nummer vier zur WM Eine komplett neue Konstellation könnte entstehen, sollte der Bundestrainer nicht nur Neuer, sondern auch dessen designierten Bayern-Nachfolger Jonas Urbig mit zur WM nehmen wollen. Klar ist, dass sich das FCB-Torwartduo bestens versteht und sich Neuer auch als Mentor für den 18 Jahre jüngeren Ex-Kölner versteht. Urbig wiederum konnte sich bereits in dieser Saison auf höchstem Niveau in der Champions League beweisen. Nagelsmann hatte den 22-Jährigen bereits für die letzten beiden Testspiele im März in den Kader berufen. Damals musste Urbig aber wegen einer Kapselverletzung vorzeitig wieder abreisen. Doch es ist nicht auszuschließen, dass er Nübel im Kampf um den Platz als Nummer drei noch aussticht.

Nübel fährt nicht zur WM Dies wäre der Fall, sollte Urbig von VfB-Keeper Nübel den Platz als Nummer drei übernehmen – und es würden obendrein nur drei Keeper im DFB-Aufgebot mit zur WM fahren. Dies war vor zwei Jahren so. Bei der EM 2024 hieß das deutsche Torhüter-Trio Neuer, Marc-André ter Stegen und Baumann, während Nübel als Nummer vier kurz vor dem Start der EM mit dem endgültigen Kader ausgebootet wurde. Zuvor hatte der Stuttgarter noch ein Vobereitungs-Trainingslager mitgemacht.

Ob Nagelsmann diesmal drei oder vier Torhüter mitnimmt, ist bisher unklar. Ebenfalls nicht bei der WM mit dabei wäre Nübel, sollten neben Urbig noch der Freiburger Schlussmann Noah Noah Atubolu oder der Augsburger Finn Dahmen, die beide in der Vergangenheit schon mal für das DFB-Team nominiert waren, noch vorbeiziehen. Das ist allerdings eher unwahrscheinlich ist. Doch Bundestrainer Julian Nagelsmann, das ist spätestens seit der Neuer-Kehrtwende klar, ist für so manche Überraschung gut.

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