VfB Stuttgart Nico Willig rückt auf – warum der VfB auf Kontinuität setzt

Nico Willig trainiert in der kommenden Saison die U 21 des VfB in der dritten Liga. Foto: Pressefoto Baumann

Im Nachwuchsleistungszentrum kommt es nach dem Abgang von Markus Fiedler zu einer Trainerrochade. Die Hintergründe der Personalentscheidungen.

Sport: David Scheu (dsc)

Seit Tagen hatte sich der Wechsel abgezeichnet, nun ist er offiziell: Trainer Markus Fiedler (39) verlässt die U 21 des VfB Stuttgart und übernimmt beim Zweitligisten FC Magdeburg, der damit nach dem Abgang von Christian Titz zu Hannover 96 die Nachfolge geklärt hat. Der gebürtige Leonberger Fiedler war 2015 ins Nachwuchsleistungszentrum des VfB gekommen – wo er dann sukzessive aufrückte und im vergangenen Jahr mit der U 21 den Aufstieg in die dritte Liga schaffte. Nach dem erfolgreichen Klassenverbleib folgt nun der persönliche Karrieresprung zum Zweitligisten aus Magdeburg, der in der zurückliegenden Saison bis zuletzt um den Bundesliga-Aufstieg mitgespielt hatte und nach Informationen unserer Redaktion eine Ablöse von rund 300 000 Euro an die Stuttgarter zahlt.

 

Er habe, betont Fiedler, die Chance bei einem ambitionierten Zweitligisten unbedingt ergreifen zu wollen. „Der Abschied fällt mir aber alles andere als leicht. Ich werde dem VfB aber immer eng verbunden bleiben.“ Aus Sicht von VfB-Nachwuchschef Stephan Hildebrandt ist Fiedlers Weg von der U 13 zur U 21 „ein schönes Gegenbeispiel zu der viel zitierten Schnelllebigkeit des Fußballgeschäfts.“

Zugleich stellte sich für die Stuttgarter nun die Frage der Nachfolgelösung – sie kommt aus den eigenen Reihen: Nico Willig (44) wird von der U 19 aufrücken und die U 21 übernehmen, Willigs bisheriger Co-Trainer Tobias Rathgeb (43) übernimmt die Chefrolle bei der U 19.

Markus Fiedler verlässt den VfB in Richtung Magdeburg. Foto: Pressefoto Baumann

Mit Willig fiel die Wahl auf einen Trainer, der fast seine gesamte Laufbahn im Nachwuchsbereich tätig war und ist. Bereits parallel zu seiner Spielerkarriere bei der TSG Balingen wurde er dort erster hauptamtlicher Jugendkoordinator des Clubs, trainierte später eine Saison lang die U 19 der Stuttgarter Kickers – ehe ihn der Weg 2016 zum VfB führte. Dort war der 44-Jährige bis zuletzt sieben Jahre in Folge für die U 19 verantwortlich – unterbrochen nur durch einige Wochen als Interimstrainer der Profis, ehe er nach dem Abstieg 2019 in der Relegation gegen Union Berlin wieder seine Aufgaben bei der U 19 übernahm.

Saison-Auftakt am ersten August-Wochenende

Die Eingewöhnungszeit für Willig dürfte sich damit in Grenzen halten: Viele Spieler der U 21 hat Willig in den vergangenen Jahren bereits trainiert und entwickelt, andere wiederum wie die Mittelfeldspieler Julian Lüers oder Lauri Penna rücken nun zeitgleich mit ihm aus der U 19 auf. Beim VfB hat man sich auch deshalb für diese Lösung und gegen externe Optionen entscheiden. Der eingeschlagene Weg soll fortgesetzt werden, der Austausch zwischen den höchsten Nachwuchsmannschaften und den Profis weiter ein enger bleiben.

Hildebrandt bezeichnet Willig als „logische Antwort auf die Frage nach der Folgebesetzung“ in der U 21 und ergänzt: „Er kennt den VfB aus unterschiedlichen Perspektiven und hat in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich mit Mannschaften und Einzelspielern gearbeitet.“ Nun verspreche man sich aus der guten Verbindung zwischen Willig und Rathgeb „einen weiteren Schub für die Talententwicklung“, so der Nachwuchschef. Die Pflichtspiel-Ernst in der dritten Liga beginnt für die U 21 mit ihrem Neu-Trainer Willig dann am ersten August-Wochenende.

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