Silas Katompa (links) und Josha Vagnoman stehen vor einer ungewissen Zukunft beim VfB. Foto: Pressefoto Baumann
Kommt es zum Abschied im Sommer? Oder doch zu einer Verlängerung? Bei den beiden Profis mit den 2026 auslaufenden Arbeitspapieren steht inzwischen auch eine dritte Option im Raum.
Wer kommt? Wer bleibt? Und wer nicht? Die Personalfragen werden den VfB Stuttgart durch den Sommer begleiten – und sie beschränken sich nicht nur auf das Hier und Jetzt: Im kommenden Jahr laufen gleich mehrere Verträge aus, wobei die Liste durchaus prominente Namen umfasst. Allen voran Rechtsverteidiger Josha Vagnoman (24) und Flügelstürmer Silas Katompa (26), deren Marktwert seit Monaten in beiden Fällen um die zehn Millionen Euro pendelt und bei denen damit in diesem Transferfenster wichtige Weichen gestellt werden: Kommt es weder zum Verkauf noch zu einer Verlängerung, steht ein ablösefreier Abgang 2026 im Raum. Angesichts der nennenswerten Summen klingt das nicht nach einem Wunschszenario – zumindest auf den ersten Blick.
Vorneweg: Dass ein vorzeitiger Abschied in beiden Fällen denkbar ist, liegt ob der ungewissen sportlichen Perspektiven auf der Hand. Vagnoman patzte in der zurückliegenden Saison des Öfteren und musste wegen Mittelfuß-Problemen immer wieder aussetzen, weshalb die Stuttgarter von der anvisierten Vertragsverlängerung vorerst Abstand nahmen – und zudem einen Konkurrenten verpflichteten. Oder viel eher: eine neue Nummer eins für die rechte Außenverteidigerposition. Denn dass Lorenz Assignon (24) in eine Rolle als Teilzeit-Kraft schlüpfen wird, ist angesichts der Ablöse von stattlichen 11,5 Millionen Euro an Stade Rennes wenig wahrscheinlich.
In 132 Pflichtspielen für den VfB erzielte Silas 35 Tore
Bei Silas stellt sich indessen die grundsätzliche Frage, wo sein Platz im Ballbesitz-Fußball von Trainer Sebastian Hoeneß sein kann. Der Konterspieler mit dem hohen Tempo und den raumgreifenden Schritten kam nur unregelmäßig zum Zug, seit unter Hoeneß vor allem Lösungen im Positionsspiel gegen tiefstehende Gegner gefragt sind – und lief deshalb in der vergangenen Saison per Leihe für Roter Stern Belgrad auf. Die Kaufoption haben die Serben allerdings nicht gezogen, sodass Silas vorerst nach Bad Cannstatt zurückkehren wird. Ob zu seinen 132 Pflichtspielen und 35 Toren für den VfB weitere dazu kommen? Offen.
Neuzugang für die rechte Abwehrseite und Konkurrent von Josha Vagnoman: Lorenz Assignon kam von Stade Rennes zum VfB. Foto: imago/PsnewZ
An sich also spricht vieles bei Silas wie bei Vagnoman für einen Abgang bereits in diesem Sommer. Die Profis könnten eine neue Herausforderung in neuem Umfeld annehmen, der VfB derweil noch eine Ablöse erhalten. Und tatsächlich würde man beiden auch keine Steine in den Weg legen – mit einer sehr entscheidenden Einschränkung: wenn ein passendes Angebot eingeht. Zwar drückt ein nahendes Vertragsende in aller Regel den Preis ein wenig, die Vorstellungen der Stuttgarter sind aber klar. Bei einem Angebot im niedrigen einstelligen Millionenbereich würde man dankend wieder auflegen. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass man mit einem oder beiden Profis in das letzte Vertragsjahr geht und sich dann 2026 die Wege ablösefrei trennen. Trotz ihrer Marktwerte.
Wohlgemuth: „Wir werden gewiss keinen Spieler unter Wert abgeben“
Weshalb? Zum einen verfügt der VfB inzwischen über ein stärkeres finanzielles Fundament als noch vor einigen Jahren – und damit über eine Position auf dem Transfermarkt, die auch mal ein Nein zulässt. Man werde gewiss keinen Spieler unter Wert abgeben, betont Sportvorstand Fabian Wohlgemuth hierzu – um dann nachzuschieben, dass dieser Leitsatz nicht nur die begehrtesten Profis im Kader wie Angelo Stiller oder Nick Woltemade betrifft: „Das gilt auch für diejenigen, deren Vertrag im kommenden Sommer endet.“
Zum anderen spielt beim VfB das Thema Kaderbreite in den Planungen eine große Rolle. Die kommende Saison wird den Stuttgartern durch die Teilnahme an der Europa League wieder ein straffes Pensum abverlangen – mit mindestens zehn englischen Wochen zwischen August 2025 und Januar 2026. Da werden personelle Optionen nötig sein, die auch die beiden Wechsel-Kandidaten darstellen könnten. Silas durch sein Tempo, zum Beispiel für Konter bei Führungen. Vagnoman als defensivere Alternative zum offensivstarken Assignon, der in der Jugend einst im Sturm gespielt hatte. Bei Vagnoman ist deshalb auch eine Verlängerung nicht völlig vom Tisch, sollte er sich in den kommenden Monaten stabilisieren und verletzungsfrei bleiben.
Das alles steht selbstredend unter dem Vorbehalt offener Fragen. Können sich die Spieler mit ihren Perspektiven in Stuttgart anfreunden? Und geht in den nächsten Monaten ein Angebot von einem Club ein, bei dem sie sich bessere Einsatzchancen versprechen? Spätestens Anfang September wird Klarheit herrschen. Und feststehen, ob der Weg von Vagnoman und Silas beim VfB noch mindestens eine Saison lang weitergeht.