VfB Stuttgart Nur Fabian Bredlow sammelt Pluspunkte

Applaus hatte nur er verdient: VfB-Torhüter Fabian Bredlow. Foto: Baumann

Der Torhüter überzeugt als einziger VfB-Profi bei der ernüchternden Niederlage auf Schalke. Im Spiel – und danach auch in den Interviews.

Es mutet ein bisschen seltsam an: Bei der 1:2-Pleite des VfB Stuttgart beim FC Schalke 04 gab es etliche enttäuschte, frustrierte, ratlose Verlierer – und einen Gewinner. Torhüter Fabian Bredlow fühlte sich zwar nicht als Sieger, schaute in den Katakomben der Arena in Gelsenkirchen alles andere als glücklich auf die Schar der um ihn versammelten Journalisten. Und doch ist es ihm als Einzigem in seinem Team gelungen, Pluspunkte zu sammeln. Erst im Kasten. Dann vor den Mikrofonen.

 

Es sagt viel aus, dass der Torwart mit Abstand der beste VfB-Profi war. Bredlow spielte fehlerlos, zeigte einige starke Paraden und keine Unsicherheit, an den beiden Gegentoren traf ihn keine Schuld. Der Keeper, der die dritte Partie nacheinander machte, festigte seine Position als neue Nummer eins. Wenn nichts passiert, wird er auch am Samstag (18.30 Uhr) gegen den FC Bayern München wieder im Tor stehen – Konkurrent Florian Müller muss sich gedulden.

Fabian Bredlow ist der teaminterne Pressesprecher

Was auffällt: Bredlow überzeugt nicht nur zwischen den Pfosten. Sondern auch als teaminterner Pressesprecher. Er war einer der wenigen VfB-Profis, die sich nach der Niederlage den Fragen der Medien stellten. Und er zeigte nach ein paar Plattitüden („Wir hätten heute gewinnen müssen“ – „Es wird jetzt nicht leicht“ – „Für uns ist jedes Spiel schwierig“) keine Scheu vor deutlichen Worten. „Wir hatten keinen Mut, wollten die Bälle nicht haben, waren im Pressing nicht aggressiv genug. Vor der Pause haben wir beschissen gespielt“, sagte Fabian Bredlow. Und antwortete anschließend auf die Frage, ob das Schlusslicht dem VfB gezeigt habe, wie man im Kampf gegen den Abstieg auftreten müsse, ebenso ehrlich: „In der ersten Hälfte auf jeden Fall. Die Schalker haben uns den Schneid abgekauft, waren giftiger und griffiger, sind mit einer ganz anderen Intensität angelaufen. Diese Niederlage haben wir uns eindeutig selbst zuzuschreiben.“

Was logischerweise auch die Zufriedenheit über die eigene Leistung geschmälert hat. „Natürlich ist es schön, wenn man sich selbst zeigen kann“, meinte Fabian Bredlow am Ende seines doppelt starken Auftritts auf Schalke, „aber wenn die Mannschaft keinen Erfolg hat, macht das nur halb so viel Freude.“ Wenn überhaupt. Wie ein Gewinner fühlte sich Fabian Bredlow nach dem Trip gen Gelsenkirchen jedenfalls nicht. Aber das wäre auch seltsam gewesen.

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