VfB Stuttgart Räumt Ron-Robert Zieler das VfB-Tor?

Ron-Robert Zieler macht sich Gedanken über seine Zukunft. Foto: Baumann

Die Stuttgarter Nummer eins prüft derzeit sämtliche Möglichkeiten, wie es nach dem Abstieg des VfB für ihn weitergehen soll. Würde Ron-Robert Zieler, der einen Vertrag bis 2020 besitzt, Stuttgart verlassen, könnte es eine interessante Torwart-Alternative geben.

Stuttgart - Als der Zimbo zur großen Feier rief, da konnte natürlich auch Ron-Robert Zieler nicht Nein sagen. Also zählte auch der Torhüter des VfB Stuttgart wie etwa der einstige Teamkollege Daniel Ginczek zu den Gästen, als der gemeinsame ehemalige Mitspieler Matthias Zimmermann in der Vorwoche seine langjährige Freundin Lea vor den Altar führte.

 

Während der Mittelfeldspieler Zimmermann („Mentalität verkauft man nicht“) nach seinem Aus beim VfB, wo er nach Ansicht der Clubbosse um den ehemaligen Manager Michael Reschke durch das Raster gefallen war, bei Fortuna Düsseldorf sein sportliches Glück gefunden hat, sieht die Fußballwelt rund um Ron-Robert Zieler nicht ganz so rosarot aus. Denn nach dem Abstieg des VfB sieht sich der Weltmeister von 2014 mit der Frage konfrontiert, ob er künftig nach 253 Bundesligapartien erstmals in seiner Karriere ein Zweitligator hüten will.

„Unmittelbar nach dem Spiel bitte ich darum, zu respektieren, dass das jetzt einfach kein Thema ist“, das sagte der 30-Jährige direkt nach dem 0:0 im Relegations-Rückspiel bei Union Berlin, durch das der erneute Niedergang des VfB besiegelt war. Neu sind derlei Krisenszenarien für Zieler nicht: Bereits im Sommer 2016 war der Torhüter mit Hannover 96 abgestiegen – doch er wechselte damals zum frisch gekürten englischen Meister Leicester City, kam dort aber nicht am Dänen Kasper Schmeichel vorbei.

Zieler ist nicht rundum glücklich

Tatsächlich ist es auch diesmal gut möglich, dass Zieler einen Clubwechsel anstrebt. Zwar hat der Keeper in seinen zwei Jahren beim VfB sämtliche der 68 möglichen Bundesligapartien bestritten, zwar zeigte der 30-Jährige nach einer kleinen Leistungsdelle zur Mitte der Saison gerade in der Schlussphase der Bundesliga sowie in den Relegationsspielen starke Leistungen und besitzt zudem noch einen Vertrag bis 2020. Und doch ist Zieler offenbar nicht rundum glücklich in Stuttgart. Wozu auch das teaminterne Klima seinen Teil beigetragen haben soll. Während der gebürtige Kölner als Mitglied des VfB-Mannschaftsrats stets auch in Krisensituationen Rede und Antwort stand, ist ihm das Verhalten einiger Teamkollegen sauer aufgestoßen.

So heißt es, die Stuttgarter Nummer eins, die von der Agentur Sports Total des bestens vernetzten Spielerberaters Volker Struth beraten wird, sondiere aktuell seine Optionen. Tatsächlich könnte der deutsche Torhütermarkt noch einmal in Bewegung kommen, sollte der Frankfurter Kevin Trapp wieder zu Paris St-Germain zurückkehren; auch die Zukunft des Freiburgers Alexander Schwolow beim Sportclub oder des Bremer Torhüters Jiri Pavlenka ist noch nicht zementiert.

Ginge Zieler, mit dem seitens des VfB bisher keine Gespräche geführt worden sind, dann träfe dies die Stuttgarter wohl nicht unvorbereitet. Schließlich wird seit geraumer Zeit hinter vorgehaltener Hand der Name des ehemaligen Dresdner Torwarts Markus Schubert mit den Weiß-Roten in Verbindung gebracht.

Schubert gilt als Torwart der Zukunft

Schubert, 21, gilt neben dem Schalker Alexander Nübel und Florian Müller aus Mainz als heißeste Zukunftsaktie auf dem deutschen Torhütermarkt. In Dresden hat der Dynamo-Stammtorhüter allerdings viele enttäuschte Gesichter zurückgelassen, als er dem Sportdirektor Ralf Minge zu Beginn des Frühjahrs mitteilte, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen. Schließlich ist der im sächsischen Freiberg geborene Schubert ein Kind der Dynamo-Jugend – und musste nach seiner Entscheidung gegen die Schwarz-Gelben aufgrund der Aufregung sogar kurzfristig aus dem Trainingsbetrieb genommen werden.

In Dresden wundert man sich nun, dass der allseits begehrte Markus Schubert noch keinen neuen Verein präsentiert hat. Dies könnte mit der Situation beim VfB zu tun haben, wo der junge Torhüter offenbar nur zusagen will, wenn ihm der Stammposten zwischen den Pfosten garantiert würde. So sollen Schuberts Berater bereits mit den Stuttgarter Verantwortlichen verhandelt haben. Damit der Weg für den jungen Sachsen frei würde, müsste allerdings erst Ron-Robert Zieler seinen Platz im Stuttgarter Tor räumen. Die Frage, wer in der bereits am 26. Juli beginnenden Zweitligasaison also beim VfB vor Ersatzkeeper Jens Grahl die Nummer eins ist, sie bleibt spannend.

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