VfB Stuttgart Schneider geht zu Red Bull

Von T.H. 

Der alte Sportdirektor des VfB Stuttgart übernimmt in Salzburg eine neue Aufgabe als Koordinator der vier Red-Bull-Clubs in Leipzig, New York, Sao Paulo und Salzburg.

Alte VfB-Zeiten: Jochen Schneider (links) mit Fredi Bobic Foto: dpa
Alte VfB-Zeiten: Jochen Schneider (links) mit Fredi Bobic Foto: dpa

Stuttgart - Was macht ein Coordinator Sport global soccer eigentlich? Jochen Schneider (45) weiß das entweder schon jetzt oder auf jeden Fall demnächst, denn zum 12. Oktober übernimmt er diesen Posten bei dem österreichischen Getränkehersteller Red Bull. In der Salzburger Zentrale des blühenden Unternehmens – 2014 betrug der Umsatz 5,1 Milliarden Euro – soll er schwerpunktmäßig Synergien herstellen für die vier RB-Fußballstandorte in Leipzig, New York, São Paulo und Salzburg, Die Aufgabe von Schneider ist, Wege zu finden, wie sich diese Vereine gegenseitig fördern und unterstützen können, um ihre Ziele zu erreichen – bei RB Leipzig etwa den Sprung in die Bundesliga.

Das nennt man dann einen beruflichen Aufstieg, den Schneider hiermit vollzogen hat. Bis April dieses Jahres war er Sportdirektor beim VfB Stuttgart, aber die Beförderung zum Manager und zum Nachfolger von Fredi Bobic erfolgte nicht. Kommissarisch besetzte er dieses Amt von September bis Januar, ehe Robin Dutt von der Clubführung des VfB installiert wurde. Der Vertrag von Schneider wäre noch bis 2016 gelaufen. Dennoch verzichtete er komplett auf eine Abfindung.

Dabei hat er auch einen nicht geringen Anteil am Klassenverbleib, denn die Verpflichtung des Trainers Huub Stevens war sein Projekt. Nach dem überraschenden Rücktritt von Armin Veh im November schaffte es Schneider innerhalb von zwei Tagen, den Niederländer zu verpflichten, der das Team rettete. Mit Stevens erstellte er außerdem eine Liste mit Spielern, die in der Winterpause als Verstärkung ins Auge gefasst wurden. Darauf stand auch Serey Dié, der die Erwartungen erfüllte. Weiter handelte Schneider im Dezember mit dem FC Bayern eine stolze Ablösesumme für Joshua Kimmich (20) aus. Der VfB kassiert bis zu neun Millionen Euro, abhängig von der Entwicklung des Talents, das bis dahin nur in der zweiten Liga gespielt hatte. Kimmich war vom VfB zu RB Leipzig ausgeliehen worden. Dort schließt sich der Kreis für Schneider jetzt wieder.