Gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund hat es beim bitteren 0:2 vom vergangenen Samstag trotz Dominanz auf dem Feld keine Punkte gegeben – und auch das weitere Restprogramm des VfB hat es in sich: Denn die sechs ausstehenden Gegner der Stuttgarter in der heißen Schlussphase der Saison, sie sind aktuell auf den Tabellenplätzen 12, 1, 14, 5, 6 und 7 zu finden, was einen Durchschnittswert von Bundesliga-Rang 7,5 ergibt. Das ist in Bezug auf das Ranking der Gegner Platz zwei.
Nur der Hamburger SV (7,3) hat ein formal schwereres Restprogramm zu absolvieren als die Elf von Cheftrainer Sebastian Hoeneß. An diesem Sonntag (17.30 Uhr) kommt es gleich zum Heimduell mit dem Aufsteiger aus der Hansestadt, ehe es für den VfB zum designierten Meister FC Bayern München (Sonntag, 19. April) geht. Dann gastiert Werder Bremen in der MHP-Arena – und es folgen die Spiele gegen die beiden direkten Konkurrenten um einen Champions-League-Platz, die TSG Hoffenheim (A) und Bayer Leverkusen (H), ehe am 16. Mai das Liga-Saisonfinale bei Eintracht Frankfurt, der launischen Diva vom Main, ansteht.
Zwischen dem Bayern- und dem Bremen-Spiel geht es noch einmal in eine englische Woche, denn am Donnerstag, 23. April empfängt die Hoeneß-Elf im Halbfinale des DFB-Pokals den SC Freiburg. Das Ziel ist hier klar definiert: Mit dem erneuten Einzug ins Pokalfinale soll die Saison am Samstag, 23. Mai möglichst erfolgreich beendet werden.
Über die Liga ist man derweil bereits so gut wie sicher international dabei, weil zwischen Platz sechs und sieben, den die Frankfurter belegen, eine große Lücke klafft. Die Frage ist nur: Wird es für den VfB die Champions League (Platz 1 bis 4) wie in der Vizemeistersaison 2023/24, die Europa League (Platz 5) oder gar die drittklassige internationale Bühne namens Conference League, an der nach aktuellem Stand der sechste der Bundesliga teilnimmt? Klar ist auch: der Sieger im DFB-Pokal, wo im anderen Halbfinale Bayer Leverkusen den FC Bayern empfängt, ist wie in der Vorsaison auch diesmal wieder für die Europa League qualifiziert.
Zehn Punkte hat der VfB in der Bundesliga-Vorrunde gegen die sechs ausstehenden Gegner geholt: Niederlagen gab es beim HSV (1:2) und gegen die Bayern (0:5), ein Unentschieden gegen Hoffenheim (0:0), während in Bremen (4:0) und Leverkusen (4:1) sowie gegen Frankfurt (3:2) gewonnen wurde. Bliebe die Ausbeute nun im Saisonfinale gleich, käme der VfB (aktuell Vierter mit 53 Punkten) auf 63 Zähler. Das wären 13 mehr als in der Vorsaison mit Platz neun – und hätte seiner Zeit sogar zu Platz drei und somit für die sichere Qualifikation zur Königsklasse gereicht.
Allerdings haben die Topteams in dieser Saison bislang außergewöhnlich viele Punkte geholt. Zum Vergleich: Nach 28 Spieltagen der vergangenen Bundesliga-Spielzeit war der FSV Mainz 05 mit lediglich 46 Punkten Vierter. Der VfB hat also auf demselben Tabellenplatz zur selben Zeit bereits sieben Punkte mehr auf der Habenseite – und spürt dennoch die TSG Hoffenheim als Fünfter mit 50 Punkten im Nacken. Allerdings spricht der jüngste Formtrend gegen die Kraichgauer: Von seinen bis dato sechs letzten Partien konnte das Team von Cheftrainer Christian Ilzer nur eine gewinnen. Anders die Leverkusener von Coach Kaspar Hjulmand, die in den vergangenen sechs Partien nicht verloren haben.
„Es ist kein Thema, dass wir jetzt die Köpfe hängen lassen. Wir haben nach wie vor alles in der eigenen Hand – und wollen gegen den Hamburger SV am Sonntag die drei Punkte holen“, sagte VfB-Abwehrchef Jeff Chabot nach dem 0:2 gegen den BVB mit Blick auf den Liga-Endspurt. In der Vorrunde gab es in der Hansestadt keine Punkte, weil sich Angelo Stiller und Deniz Undav bei einem Freistoß in Überzahl missvertanden – und der HSV nach dem VfB-Fehlpass seinen Konter in der Nachspielzeit zum 2:1-Siegtreffer abschloss.
Auch mit Blick auf einen fünften Startplatz in der Champions League sieht es für die Bundesliga derzeit schlecht aus. Die beiden Länder, deren Clubs im Schnitt die meisten Punkte in der Saison-Rangliste der Uefa holen, bekommen einen zusätzlichen Platz in der Königsklasse. Doch hier hat Spanien nach dem Achtelfinale hinter den führenden Engländern die deutschen Clubs auf Platz drei verwiesen. Unter anderem, weil der VfB gegen den FC Porto in der Europa League ausschied.
Noch ist aber nicht alles verloren. Zwar hat Spanien noch sechs Eisen im Feuer, während die Bundesliga vom FC Bayern München, SC Freiburg und dem FSV Mainz 05 vertreten wird. Besondere Bedeutung kommen nun aber den aktuellen deutsch-spanischen Viertelfinalduellen der Münchner gegen Real Madrid in der Champions- sowie der Freiburger gegen Celta Vigo in der Europa League zu.