VfB Stuttgart Stimmungswandel dank Trainer Sebastian Hoeneß

Es geht nur gemeinsam: Sebastian Hoeneß (vorne) jubelt mit seinem Team. Foto: Baumann

Der Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart ist zwar noch längst nicht am Ziel, allerdings auf einem sehr guten Weg – dafür ist nach Meinung unseres Autors Jochen Klingovsky vor allem der neue Coach verantwortlich.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Es ist noch keinen Monat her, da stand der VfB Stuttgart auf dem letzten Platz der Bundesliga – und es drohte der komplette Absturz. Danach? Zeigte sich, wie schnelllebig und unberechenbar der Fußball ist. Schon in einer Woche könnte derselbe VfB Stuttgart so gut wie gerettet und Pokalfinalist sein. Am Ende hätte er dann womöglich sogar eine erfolgreiche Saison gespielt. Zugegeben: Sicher ist das längst noch nicht. Und doch ist unübersehbar, welchen Stimmungswandel es zuletzt gegeben hat. Dank Sebastian Hoeneß.

 

Er ist der vierte VfB-Trainer in dieser Saison und zweifelsohne der Coach mit dem besten Händchen. In vier Bundesliga-Spielen unter seiner Regie gab es acht Punkte und keine Niederlage, dazu einen Sieg im Pokalviertelfinale in Nürnberg. Hoeneß hat die Formation verändert, er setzt in Enzo Millot und Josha Vagnoman erfolgreich auf zwei Profis, die unter Vorgänger Bruno Labbadia keine Rolle spielten, Waldemar Anton muss sich zudem nicht mehr als Rechtsverteidiger versuchen. Zudem schafft der neue Coach eine positive Atmosphäre, unter ihm glaubt das Team wieder an seine Stärken. Und die Mannschaft lässt sich, das ist der wohl wichtigste Punkt, derzeit selbst durch Rückschläge nicht aufhalten. „Wir sind sehr geschlossen“, erklärte er nach dem 2:1-Sieg am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach, bei dem seine Spieler erneut die von ihm geforderte Widerstandsfähigkeit gezeigt hatten, „ich bin sehr glücklich, wie wir als Team auftreten.“ Was er nicht sagen kann: Das ist natürlich in erster Linie sein Verdienst. „Er ist sehr kommunikativ und es gelingt ihm dabei, alle mitzunehmen“, meinte Sportdirektor Fabian Wohlgemuth zur Arbeit seines neuen Trainers, „bis jetzt funktioniert er sehr gut.“

Was zuversichtlich stimmt: Keiner beim VfB machte nach dem Sprung auf Rang 15 den Eindruck, als wäre man damit zufrieden. Im Gegenteil. Hoeneß gab seinen Spielern zwar für den Abend frei („Ein Bier ist erlaubt“), er formulierte jedoch zugleich die Erwartung, dass sie rechtzeitig den Weg nach Hause finden, um so zu zeigen, dass sie um die Wichtigkeit der beiden nächsten Aufgaben (Pokalhalbfinale gegen Eintracht Frankfurt, Kellerduell bei Hertha BSC) wissen. Und Fabian Wohlgemuth erklärte: „Unsere Situation hat sich stabilisiert, aber nicht entspannt.“

Diese Einstellung ist ebenso richtig wie wichtig. Schließlich bleibt der Fußball, so viel ist sicher, auch weiterhin ziemlich unberechenbar. 

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