VfB Stuttgart Stühlerücken beim VfB: Diese Spieler müssen gehen

Werden in der nächsten Saison aus ganz unterschiedlichen Gründen wohl nicht mehr im Bundesliga-Aufgebot des VfB zu finden sein: Ameen Al-Dakhil, Noah Darvich und Pascal Stenzel (v.li.). Foto: Baumann/Julia Rahn, Hansi Britsch

Laut Vorstandschef Alexander Wehrle soll der Spielerkader des VfB für die kommende Saison verschlankt werden. Einige Weichen auf der Abgangsseite sind auch schon gestellt.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)

Es kommt selten vor, dass der VfB-Vorstandchef Alexander Wehrle in sportlichen Belangen mit öffentlichen Ansagen den Ton setzt. Doch mit Blick auf die künftige Größe des Spielerkaders des Fußball-Bundesligisten geht Wehrle nun forsch voran. „Er ist zu groß, es werden uns schon einige Spieler verlassen“, sagte der AG-Chef im „Doppelpass“ von Sport 1.

 

30 Spieler umfasst der aktuelle Kader des Pokalsiegers, was großzügig, aber angesichts von mehr als 50 Pflichtspielen der Stuttgarter in dieser Saison in Liga, Pokal und Europa League nicht übertrieben üppig ist. Allerdings hat Wehrle in seine Berechnungen auch die sechs Leihspieler Dennis Seimen (SC Paderborn), Jarzinho Malanga (SV Elversberg), Jovan Milosevic (Werder Bremen), Yannik Keitel (FC Augsburg) und Leonidas Stergiou (1. FC Heidenheim) mit einbezogen – was in Summe schon einen XXL-Kader ergibt.

Die Veränderungen beim Spielerpersonal sind ja auch bereits in vollem Gange. Mit Grischa Prömel von der TSG Hoffenheim steht eine Neuverpflichtung für die kommende Runde bereits fest. Zudem ist der VfB weiterhin an dem Linksverteidiger Flavio Nazinho vom FC Brügge interessiert. Soweit zu den Entwicklungen auf der Zugangsseite, wo sich der VfB durch seine Neuzugänge in Summe eine Anhebung des bisherigen Niveaus verspricht.

Um den Kader zu verkleinern, müssen aber auf der Abgangsseite die Weichen gestellt werden – was in einigen Fällen bereits passiert ist: So soll der bislang glücklose Außenstürmer Lazar Jovanovic (Vertrag bis 2029) für die neue Runde im deutschsprachigen Raum verliehen werden. Ebenso wie der junge, bei der U 21 auftrumpfende Spielmacher Noah Darvich, auf den der VfB weiter große Stücke hält, der aber anderenorts höherklassig Spielpraxis erhalten soll. Der VfL Wolfsburg soll hier ein Kandidat sein.

Torhütertalent Florian Hellstern dürfte derweil nach seiner Vertragsverlängerung bis 2030 in die zweite Liga verliehen werden. Holstein Kiel ist für den 18-Jährigen eine Option. Während die Zukunft von Mittelfeldtalent Mirza Catovic trotz regem Interesse der TSG Hoffenheim und von RB Salzburg beim VfB nicht final entschieden ist, dürften die sechs Leihspieler mit Ausnahme von Torhüter Dennis Seimen auch in der nächsten Runde nicht zum VfB zurückkehren. Weitere Leihgeschäfte sind hier das erste Mittel der Wahl, wobei man beim VfB vor allem die positive Entwicklung von Mittelfeldspieler Laurin Ulrich beim 1. FC Magdeburg wohlwollend beobachtet.

Während Jovan Milosevic noch eine weitere Saison in Bremen bleiben könnte, ist klar: Yannik Keitel und Leonidas Stergiou haben in Stuttgart zwar noch Verträge bis 2028 – aber vermutlich keine sportliche Zukunft mehr.

Derweil laufen bei einem Trio die Verträge Ende Juni Aus: Bei Pascal Stenzel stehen die Zeichen auf Abschied. Dan-Axel Zagadou hat ein stark leistungsbezogenes Angebot auf eine Verlängerung erhalten – und ist offenbar geneigt, dieses anzunehmen. Nikolas Nartey dagegen zögert noch, da ihm die fixe Komponente in seiner VfB-Offerte ganz offensichtlich nicht groß genug ist.

Hat in diesem Jahr nur 22 Minuten für den VfB in der Bundesliga gespielt: Ameen Al-Dakhil. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Nicht weitergehen soll es mit Ameen Al-Dakhil, der im Sommer 2024 für neun Millionen Euro vom FC Burnley kam, dessen Stuttgarter Engagement aber eine große sportliche Enttäuschung ist. Ohne finanzielle Einbußen wird der VfB den Innenverteidiger aber kaum weitergeben können.

Zu den ganz großen Fragen der Kaderplanung zählt dann die Zukunft von Angelo Stiller und Deniz Undav: Während Stiller bei einem internationalen Topangebot wechselwillig wäre, knüpft Undav seinen Verbleib über 2027 hinaus an einen langfristigen Vertrag und erhebliche finanzielle Forderungen. Einen Abgang des Toptorjägers in diesem Sommer ist also nicht komplett ausgeschlossen – denn hier ließe sich letztmals eine Ablösesumme für ihn erzielen. Bleibt Undav derweil bis 2027, könnte er ein Handgeld kassieren.

Unterdessen liegt hinter dem Flügelstürmer Justin Diehl, 21, der 2024 mit großen Hoffnungen vom 1. FC Köln in den Neckarpark wechselte, nun bereits die zweite, von Verletzungen durchzogene Saison. Während Diehls Zukunft unklar ist, soll Winter-Neuzugang Jeremy Arevalo vom spanischen Zweitligisten Racing Santander, der für den VfB II am Wochenende beim 6:1 über Rot-Weiß Essen drei Tore schoss, in der kommenden Runde auch in Liga eins durchstarten. Selbiges gilt für Badredine Bouanani, dessen erste Spielzeit in Stuttgart keine gute war. Doch beim VfB glaubt man weiter an das Potenzial des 15-Millionen-Euro-Mannes von OGC Nizza.

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