VfB-Stuttgart-Taktiktafel So hat Dortmund das Spiel kontrolliert

Unsere VfB-Taktiktafel analysiert das aktuelle Spiel des Clubs mit dem Brustring. Foto: 63238390 2 Bilder
Unsere VfB-Taktiktafel analysiert das aktuelle Spiel des Clubs mit dem Brustring. Foto: 63238390

Taktik-Blogger Jonas Bischofberger analysiert das Spiel des VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund und erklärt, wieso die Stuttgarter so untergingen.

Stuttgart - Jonas Bischofberger analysiert auf seinem Blog www.vfbtaktisch.blogspot.de regelmäßig die Spiele des VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga. Für unsere Zeitung wirft er einen genauen Blick auf die Partie des VfB gegen den BVB.

Borussia Dortmund reiste mit einer etwas überraschenden Startformation nach Stuttgart: Nominell spielte Marco Reus als zentraler Mittelfeldspieler im 4-3-3 vor dem einzigen Sechser Julian Weigl. Gemeinsam mit dem anderen Achter Kagawa orientierte sich Reus extrem weit nach vorne und visierte meist die Schnittstellen der Stuttgarter Viererkette an. Im Gesamten bildete die Offensive des BVB damit eine flache Fünferreihe, die sich zwischen Mittelfeld und Abwehr des VfB einnistete. Die Verteidigung blieb dagegen tief, um zusammen mit Weigl den Spielaufbau zu organisieren. Manchmal streuten sie auch eine Variante ein, in der Durm etwas aufrückte und eine Dreierkette hinterließ.

Dortmund lockt Stuttgart aus der Reserve

Die Idee hinter dieser Ausrichtung war wohl, den Ball ein wenig in den eigenen Reihen laufen zu lassen und den VfB aus der Reserve zu locken, um dann das Mittelfeld schnell zu überbrücken und mit bis zu fünf Mann die gegnerische Viererkette zu attackieren. Das klappte fürs Erste ganz gut, denn der VfB ging aktiv ins Pressing und offenbarte dabei immer wieder Lücken. So schoben etwa die Flügelspieler und die Sechser nicht konsequent genug nach, wenn die beiden Spitzen versuchten Druck zu machen. Dortmund konnte sich mit einem einfachen Pass zum Nebenmann befreien.

Ein weiteres Problem war, dass Werner und Didavi, sobald die Mannschaft etwas zurückgedrängt wurde, sehr passiv verteidigten und besonders Ginter zu viel Raum für die Spieleröffnung ließen. Anschließend fiel negativ ins Gewicht, dass Rupp und Gentner ihre Gegenspieler ausgesprochen eng verfolgten. Das heißt, wenn Reus und Kagawa sich nach außen bewegten, wurden die beiden Sechser weit aus dem Zentrum herausgezogen und es öffnete sich zwischen ihnen viel Raum, in den sich zum Beispiel Adrian Ramos fallen lassen konnte. Dortmunds Mittelstürmer provozierte damit wiederum das Herausrücken eines Innenverteidigers, was für Unruhe in der letzten Linie sorgte.

Allerdings hatte die Spielweise des BVB auch ein paar Nachteile: Wenn die Borussia im Vorwärtsgang den Ball verlor, klaffte im dünn besetzten Mittelfeld erst mal ein Loch. Dieses Loch verschaffte dem VfB Zeit für die Einleitung seiner Konter. Fatalerweise hatte der VfB an diesem Nachmittag aber sehr mit den eigenen Umschaltangriffen zu kämpfen. Dortmund stand mit Weigl und den tiefen Außenverteidigern meist mit einer soliden Fünf-Mann-Absicherung da, sodass ein direkter Durchbruch nicht möglich war. Außerdem rückten die Stuttgarter extrem zögerlich nach, sodass sie sich vorne immer wieder in Unterzahlsituationen wiederfanden. So kam es, dass der VfB zwar einigermaßen am Spiel teilnahm, aber dennoch kaum einen seiner Angriffe wirklich gefährlich durchbringen konnte.

Tuchels Korrektur bringt Dortmund auf die Siegerstraße

Gästetrainer Thomas Tuchel war die Offenheit der Partie wohl trotzdem ein Dorn im Auge und so nahm er nach 20 Minuten eine spielentscheidende Umstellung vor: Die Formation des BVB blieb ein 4-3-3, aber es gab personell eine Rochade: Pulisic wechselte auf den rechten Flügel, Mkhitaryan rückte dafür ins Zentrum neben Kagawa und Reus übernahm die linke Seite. Das zentrale Mittelfeld war damit einen Tick defensiver besetzt, was sich positiv auf die Stabilität auswirkte.




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