Was lief schief beim Dauerkarten-Verkauf?
Jedem Mitglied wurde ein persönlicher Einwahllink zugewiesen. Der Grund: Es soll verhindert werden, dass sich wie bisher ein- und dieselbe Person mit mehreren Geräten in die virtuelle Warteschlage einwählen kann und so ihre Chancen steigert. Aber: Die Mail mit dem individuellen Einwahllink kam nicht bei allen Mitgliedern an. Bei einem Großteil lag dies daran, dass die Betroffenen zu einem früheren Zeitpunkt die Einwilligung widerrufen hatten, vom VfB postalisch oder elektronisch kontaktiert zu werden – weshalb der VfB die Mail aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht versenden konnte.
Aber: Eine geringere Anzahl an Mitgliedern hatte unverschuldet keinen Link erhalten, hier lag die Ursache in einem technischen Problem des Mail-Versandes und damit in der Verantwortung des VfB. Hinzu kamen an anderer Stelle Schwierigkeiten am Tag des Verkaufs selbst, wie der VfB auf Nachfrage mitteilt: „Zu einem Zeitpunkt trat kurzfristig das technische Problem auf, dass eingeloggte Mitglieder, die sich bereits in der virtuellen Warteschlange befanden, ihren Warteschlangen-Platz verloren haben.“ Hier arbeite der Verein an Lösungen, damit dies zukünftig nicht mehr passieren könne. Eine erste Konsequenz steht indessen jetzt schon fest: Die unverschuldet entstandenen Nachteile haben eine zweite, außerplanmäßige Verkaufsphase zur Folge.
Wie läuft die neue Verkaufsphase?
300 Dauerkarten gehen zusätzlich zu den bereits abgesetzten 36 000 Jahreskarten in den Verkauf. Es handelt sich dabei um Tickets in Block 54 im Unterrang der Gegengerade, in etwa zwischen Mittellinie und Strafraum in Richtung Untertürkheimer Kurve. Die Bestellfrist endet an diesem Montag um 13 Uhr, das Limit liegt bei zwei Tickets pro Mitglied. Bis Mittwoch will der VfB dann nach der Verlosung die Zu- und Absagen versenden. Die Erfolgsaussichten sind aber gering. Denn mitmachen dürfen nicht nur jene Mitglieder, die unverschuldet keinen Einwahllink erhalten oder ihren Warteschlagen-Platz verloren haben – sondern alle, die noch nicht in Besitz einer Dauerkarte sind.
Damit dürfte die Nachfrage erneut deutlich größer als das Angebot sein. In der ersten Verkaufsphase im Juni hatten sich mehr als 50 000 Mitglieder um 3000 verfügbare Dauerkarten bemüht, nun wird ein Zehntel dieser Tickets angeboten – und die Zahl der Interessenten dürfte nicht sehr viel geringer geworden sein. In jedem Fall wird die Summe der verkauften Jahreskarten durch die zusätzliche Phase auf 36 300 ansteigen – und die bisherige Rekordzahl damit nochmals in die Höhe geschraubt. Die Zahl der verfügbaren Tickets im Tageskarten-Verkauf reduziert sich entsprechend um 300.
Was ist mit Mitgliedern, die mehr als zwei Dauerkarten kaufen konnten?
Ein Mitglied darf maximal zwei Dauerkarten erwerben. Unsere Redaktion haben allerdings Zuschriften erreicht, wonach manche Mitglieder über dieses Limit hinaus weitere Tickets ordern konnten. Der VfB bestätigt das auf Nachfrage: „Aufgrund eines technischen Problems war es möglich, dass Mitglieder vereinzelt doppelt bestellen konnten.“ Diese VfB-Fans können sich nun aber nicht über unverhoffte Zusatz-Dauerkarten freuen – sondern müssen die über die zulässige Grenze hinaus bestellen Tickets wieder abgeben. Sie wurden bereits vom Verein angeschrieben oder werden in Kürze kontaktiert werden. Welche Karten die Mitglieder dabei behalten und welche sie stornieren, kann frei entschieden werden.
Welche Folgen ergeben sich für den Tageskarten-Verkauf?
Das System soll nicht abgeschafft, sondern verbessert werden. Das heißt: Auch bei den anstehenden Tageskarten-Verkäufen für Mitglieder wird es wieder einen personalisierten Einwahllink für jedes Mitglied geben – und keine Rückkehr zum alten Buchungssystem der vergangenen Jahre. „Der VfB arbeitet intensiv daran, bis zum kommenden Mitglieder-Verkauf auf Basis der gewonnen Erkenntnisse weitere Optimierungen vorzunehmen, damit technische Fehler zukünftig bestmöglich vermieden werden können“, teilt der Verein mit. Generell sei festzuhalten, dass das neue System weitestgehend stabil funktioniert habe.
Fest steht ebenfalls, dass es bei Bundesliga-Spielen keine Kontingentierung geben wird. Jedes Mitglied kann sich also für jede Partie aufs Neue bewerben, auch wenn man zuvor schon einige Male Glück hatte und zum Zug gekommen ist. Als erstes steht dabei der Vorverkauf für das Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 an, das in acht Wochen (30. August – 1. September) stattfinden wird. Ein genauer Termin für den Verkaufsstart wird noch kommuniziert.
In Folge dessen wird der VfB auch deutlicher als bisher darauf hinweisen, dass der Widerruf zur Zusendung von Werbung auch bedeutet, keinen Einwahllink für den Vorverkauf zu erhalten. Datenschutzrechtlich gilt die Mail mit dem Link als Werbung – durch das neue Verfahren ist aber genau dieser Werbelink notwendig, um am Online-Verkauf überhaupt teilnehmen zu können. „Hierauf weist der VfB ab sofort explizit hin“, teilt der Verein mit. Im Vorfeld des Dauerkarten-Verkaufs im Juni war dies noch nicht geschehen. Inzwischen befindet sich auf der Homepage unter der Rubrik Dauerkarten der entsprechende Hinweis, sich bei Interesse am Ticketverkauf für den Newsletter anzumelden.