VfB Stuttgart Transfermarkt Der VfB hält die Augen offen – auch nach einem Flügelspieler

Jamie Leweling und Chris Führich sollen im neuen Jahr auf den Außenbahnen wichtige Rollen einnehmen – könnten aber auch nochmals Konkurrenz bekommen. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Der Bundesligist würde bei einer passenden Gelegenheit auf der offensiven Außenbahn personell nachlegen. Wie das Anforderungsprofil aussieht, warum eine vorzeitige Silas-Rückkehr kein Thema ist – und wovon ein Transfer abhängt.

Sport: David Scheu (dsc)

Auf den VfB Stuttgart warten intensive Wochen. Rein sportlich aufgrund des Pensums mit neun Spielen in 28 Tagen zum Jahresstart, aber auch mit Blick auf den Transfermarkt und die Möglichkeit zu Nachverpflichtungen bis zum 3. Februar. Zwar ist das Winter-Fenster kein ganz einfaches mit weniger Bewegung als im Sommer, Augen und Ohren offen hält der VfB dennoch. Kein Geheimnis ist dabei, dass man in der Innenverteidigung gerne nochmals nachlegen würde – aber nicht nur dort: Auch die Außenbahn steht im Fokus.

 

Das überrascht auf den ersten Blick ein wenig, da die Offensive mit 29 Toren in 15 Bundesliga-Spielen durchaus einen guten Schnitt ablieferte und in Person von Jamie Leweling auf der rechten Seite ein wichtiger Flügelspieler nach zwei Monaten Verletzungspause nun wieder zurückkehrt. Aber: Während Lewelings Abwesenheit hatte sich niemand so richtig als Alternative zum Neu-Nationalspieler aufgedrängt, die es aber auch im neuen Jahr brauchen wird. Zudem besteht auf außen derzeit kein Überangebot an Dribblern wie Chris Führich, der auf der linken Seite in engen Räumen und festgefahrenen Situationen Löcher reißen kann.

Der VfB bevorzugt eine Leihe

Justin Diehl würde in diese Kategorie fallen, der aber wegen einer muskulären Verletzung am hinteren Oberschenkel vorerst ausfällt – ebenso wie El Bilal Touré (Mittelfußbruch), der in der Hinrunde auch schon auf dem Flügel eingewechselt worden war und über das nötige Tempo verfügt. Das hat auch Silas Katompa, den der VfB für die laufende Spielzeit an Roter Stern Belgrad ausgeliehen hat. Eine Rückholaktion im Winter ist aber kein Thema, der Kongolese soll die Saison regulär in Belgrad beenden und wäre mit seinen Stärken im Umschaltspiel auch ein eher anderer Spielertyp als der gesuchte.

Justin Diehl fällt auf außen vorerst aus. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Um jeden Preis wird der VfB ohnehin nicht nachlegen, zwei entscheidende Bedingungen müssen erfüllt sein. Zum einen der finanzielle Rahmen. Die Stuttgarter haben im vergangenen Sommer schon einiges in den Kader investiert, weshalb die Tendenz nun klar zu einer Leihe statt zu einem Kauf geht. Zum anderen soll es eine Soforthilfe sein und weniger ein Perspektivspieler wie zum Beispiel der offensive Mittelfeldakteur Ibrahim Maza (19) von Hertha BSC, mit dem sich der VfB schon länger beschäftigt und der im Sommer ein Thema werden könnte. Im Winter sind nun aber vorerst Profis im VfB-Fokus, die ihre Fähigkeiten auf Bundesliga-Niveau schon nachgewiesen haben – derzeit aber bei ihrem Club nicht auf die gewünschte Spielzeit kommen.

Auf die zuletzt immer wieder gehandelten Mathys Tel (19) und Jan-Niklas Beste (25) trifft das zunächst einmal zu. Tel steuerte in der Vorsaison beim FC Bayern in 41 Pflichtspielen zehn Tore bei und kommt unter dem neuen Trainer Vincent Kompany längst nicht mehr so häufig zum Zug, Beste war beim Überraschungsteam des 1. FC Heidenheim mit 13 Vorlagen und acht Toren ein entscheidender Faktor und ist nun bei Benfica Lissabon kein unumstrittener Stammspieler.

Allerdings sind sie beide auf der linken Seite heimisch. Beste sowieso mit seinem starken linken Fuß – aber auch Tel, der als Rechtsfuß meist auf der gegenüberliegenden Seite aufläuft oder im Zentrum. Eins-zu-eins erfüllen beide das gesuchte Profil nach einem Flügelspieler für die rechte Außenbahn also nicht, verstärken würden sie den VfB aber dennoch. In beiden Fällen ist der VfB zudem selbstredend nicht einziger potenzieller Abnehmer, zumal Tel zu einem Winter-Verbleib bei den Bayern tendieren soll.

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