VfB Stuttgart Transfermarkt Kevin Danso oder Renato Veiga – was ist dran an den gehandelten Namen?

Der Verteidiger Ameen Al-Dakhil vom VfB Stuttgart legt sich beim 2:2 gegen Ajax Amsterdam ins Zeug. Foto: Baumann/Julia Rahn

Der Bundesligist schaut sich nach einer Verstärkung für die Abwehr um – und so lange die Suche läuft, richten sich viele Augen auf Ameen Al-Dakhil.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Die Begrüßung fiel herzlich aus. Wout Weghorst nahm Ameen Al-Dakhil in den Arm. Ein kurzer Plausch, ein freundliches Lächeln – dann ging es zwischen dem Belgier und dem Niederländer ans Werk im Schlienzstadion des VfB Stuttgart. Al-Dakhil nimmt nach schwierigen Monaten einen neuen Anlauf, um beim Fußball-Bundesligisten die Abwehrverstärkung zu werden, die er von Anfang an sein sollte. Und Weghorst machte mit seinen 1,97 Meter, was er immer tut: Der Mittelstürmer von Ajax Amsterdam setzte seinen kantigen Körper ein.

 

Al-Dakhil und Weghorst prallten einige Male aufeinander beim 2:2 im Freundschaftsspiel (VfB-Tore Angelo Stiller/13. und Chris Führich/19.). Für den eingewechselten Stuttgarter war es ein Stresstest in der Innenverteidigung. „Mit Ball war das eine ansprechende Leistung von Ameen“, sagt der Trainer Sebastian Hoeneß über den oft gelungenen Spielaufbau des 22-Jährigen, „gegen den Ball war das auch okay. Zumal es gegen Wout Weghorst nicht gerade einfach ist, auf so großem Raum zu verteidigen.“

Die ersten Schritte sind also absolviert, und für Al-Dakhil sind sie mit der Hoffnung verknüpft, so etwas wie der verspätete gute Neuzugang für den VfB zu werden. Denn klar ist für Hoeneß: „Wir brauchen in der Abwehr Spieler, die uns helfen.“ Und zwar sofort. Weshalb sich die Stuttgarter sehr genau auf dem Transfermarkt umschauen, auf Basis eines eindeutigen Anforderungsprofils.

Gesucht wird ein Mann, der die Abwehrreihe nicht ergänzt, sondern auf Anhieb verbessert. Eine Nummer eins in der Innenverteidigung. Verlässlicher als bisher Al-Dakhil, konstanter als Anthony Rouault, in Ergänzung zu Jeff Chabot und ein anderes Kaliber als der junge Anrie Chase, der beim zweiten Ajax-Treffer durch Chuba Akpom (zuvor traf Daniele Rugani) schlecht aussah.

Schwierig zu finden ist so ein Spielertyp im Januar. Zumal Hoeneß seine Elf gerne hoch verteidigen lässt. Der Wunschkandidat muss somit nicht nur zweikampfstark, sondern auch schnell sein. Laut „Sky“ hat der VfB Interesse an Kevin Danso vom RC Lens. Nach Informationen unserer Redaktion haben sich die Stuttgarter nach dem Österreicher, der beim FC Augsburg ausgebildet wurde, erkundigt. Von einer Verpflichtung des 26-Jährigen sind sie jedoch weit entfernt.

Danso wäre ein 20-Millionen-Euro Transfer, mindestens. Das ist etwas zu viel für den VfB, der gut gewirtschaftet hat und handlungsfähig ist. Eine Ablösesumme um die zwölf Millionen Euro darf es sein – sofern es sportlich passt und der Transfer als finanzieller Vorgriff auf die nächste Saison verbucht werden könnte.

Ob der vom portugiesischen Fachblatt „Record“ ins Spiel gebrachte Renato Veiga eine Lösung ist? Auch da sind erst einmal Zweifel angebracht, da der 21-jährige Nationalspieler zwar über Potenzial verfügt, beim FC Chelsea aber nicht zu den Stammkräften zählt. Die Suche geht also weiter, wobei sich Fabian Wohlgemuth entspannt gibt. „In erster Linie geht es darum, den Kader zu stärken und nicht die Gemüter im Umfeld zu beruhigen“, sagt der Sportvorstand.

Dennoch gilt es, im Vergleich zur Vorsaison drei starke Abwehrspieler zu kompensieren. Die abgewanderten Waldemar Anton und Hiroki Ito sowie den verletzten Dan-Axel Zagadou. Eine weitaus größere Lücke als angenommen haben sie in Hoeneß’ fein austariertem System hinterlassen – und Zagadou, der bärenstarke Franzose mit dem schwachen Knie, fällt noch monatelang aus.

Damit fehlt ein Stabilisator. Wobei es zur weiß-roten Wahrheit gehört, dass die hohe Zahl an Gegentoren (40 in 25 Pflichtspielen) im ersten Saisonabschnitt nicht nur der Abwehr vor Torhüter Alexander Nübel anzulasten ist. Defensivarbeit ist eine Mannschaftssache. Gegen Ajax hat das mit der A-Formation eine Stunde lang geklappt, doch jetzt steht am Sonntag (17.30 Uhr) beim FC Augsburg der erste Ernstfall im neuen Jahr an.

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