Beim VfB Stuttgart legt der Vereinsbeirat die Höhe der Aufwandsentschädigung für die Präsidiumsmitglieder fest. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
Die Aufwandsentschädigung für den Vereinschef und die Präsidiumsmitglieder könnte beim VfB bald steigen. Was die Gründe sind, um welche Summen es geht und bis wann Klarheit herrschen soll.
Noch ist völlig offen, wer dem VfB Stuttgart nach der kommenden Mitgliederversammlung im März 2025 als Präsident vorsteht. Interimspräsident Dietmar Allgaier wird nicht kandidieren, die Bewerbungsphase für Nachfolger ist gerade angelaufen. Eine Sache steht aber jetzt schon fest: Künftig soll der oberste Repräsentant des mitgliederstärksten Vereins Baden-Württemberg eine höhere Aufwandsentschädigung erhalten. Das kündigte der Vorsitzende des Vereinsbeirats, Rainer Weninger, am Dienstag beim Format „Dunkelroter Tisch“ in der Stuttgarter MHP-Arena vor rund 250 Vfb-Mitgliedern an.
Derzeit beträgt die jährliche Entschädigung 50 000 Euro für den Präsidenten und 25 000 Euro für die Präsidiumsmitglieder. Der zeitliche Aufwand der Aufgabe sei relativ groß und solle sich auch finanziell widerspiegeln, erklärte Weninger, der die Höhe der Zahlung mit seinem Gremium festlegt – und Summen von anderen Bundesligisten angefragt hat. Zehn haben bislang geantwortet, im Schnitt zahlen diese Clubs 140 000 Euro an ihren Präsidenten. „Es geht darum, eine Summe bereit zu stellen, die marktüblich ist und ermöglicht, dass sich interessante Personen für ein solches Amt zur Verfügung stellen“, sagte Weninger.
Im März 2025 wird ein neues Präsidium gewählt
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der Bewerber für das Präsidium gesucht werden. Bei der kommenden ordentlichen Mitgliederversammlung am 22. März in der Schleyerhalle steht die Wahl eines Präsidenten sowie von zwei weiteren Präsidiumsmitglieder an. Die höhere Vergütung solle dazu beitragen, meinte Weninger, „dass wir als Verein die Möglichkeit haben, bestmögliche Kandidaten für dieses Amt zu bekommen“.
Eine genaue Größenordnung steht noch nicht fest, eine Verdoppelung scheint aber nicht völlig unrealistisch zu sein. Sollte es zu einer Erhöhung kommen, würden auch die Aufwandsentschädigungen der Präsidiumsmitglieder anteilig erhöht werden – und nicht nur die des Präsidenten. Bei dieser Vergütung geht es lediglich um die Ausübung der Präsidiumsämter, die Tätigkeit im Aufsichtsrat der AG wird von dieser gesondert abgegolten.
Der derzeitige Vereinschef Dietmar Allgaier verzichtet auf die Aufwandsentschädigung. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn
Mit Blick auf die anstehenden Wahlen soll das Thema zeitnah abgehandelt werden. Anfang Dezember will der Beirat dem neu gegründeten Wahlausschuss die genauen Zahlen mitteilen, mit denen dieser dann in die Bewerbungsgespräche zu Beginn des kommenden Jahres gehen kann. Die Bewerbungsfrist für die Präsidiumsämter endet am 23. Dezember. Zustimmungspflichtig durch die Mitgliederversammlung ist die Erhöhung nicht, der Beirat entscheidet autonom hierüber. Weninger hat jedoch völlige Transparenz angekündigt.
Mehr Geld durch steigende Mitgliederzahlen
Möglich ist die Erhöhung auch durch größere Finanzmittel, die dem e.V. im Vergleich zu den vergangenen Jahren zur Verfügung stehen – in erster Linie aufgrund der stetig steigenden Mitgliederzahlen und damit einhergehend der höheren Beiträge. 2023 hatte das Plus 704 000 Euro betragen. Man rechne mit einem ähnlichen Ergebnis für das laufende Jahr, erklärte Weninger. Die Gelder sollen nicht nur in die Aufwandsentschädigung des Präsidiums fließen, sondern auch in die einzelnen Abteilungen. Derzeit zahlt der e.V. seinem Präsidenten übrigens keine Entschädigung – Amtsinhaber Dietmar Allgaier hat freiwillig verzichtet.