Die eine Nachricht klang bitterer als die andere. Am Donnerstagnachmittag musste Sebastian Hoeneß mitteilen, dass ihm mit Blick auf das anstehende Bundesligaspiel gegen den VfL Bochum (Samstag, 15.30 Uhr/Liveticker) gleich mehrere Profis fehlen werden. „Es wird leider ein bisschen länger“, sagte der Coach des VfB Stuttgart, um dann unter anderem die Namen von Deniz Undav und El Bilal Touré zu nennen. Die beiden Stürmer fallen länger aus.
„Ganz klar, und es gibt keinen Grund darum herum zu reden, sind die Ausfälle von Deniz und El Bilal ein harter Schlag“, ergänzte wenig später Fabian Wohlgemuth. Undav hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen, fällt womöglich bis Jahresende aus. Touré befindet sich auf der Rückreise vom Länderspiel mit Mali – und leidet an einer schwerwiegenden Mittelfußverletzung. Der Sportvorstand des VfB mühte sich dennoch, auch gleich Lösungen aufzuzeigen.
„Es hat uns vor gut eineinhalb Jahren aus der sportlichen Krise geführt, dass wir uns nicht darauf beschränkt haben, die Situation zu beklagen“, sagte er, „sondern sie anzunehmen und das Beste aus ihr zu machen.“ Das schließt für ihn mehrere „Lösungsansätze auf verschiedenen Ebenen“ ein.
Eine davon ist, die Spieler aus dem aktuellen Kader, die bislang noch nicht vermehrt zum Zug gekommen sind, in die Pflicht zu nehmen. Die „in neue Verantwortung zu bringen“, wie Wohlgemuth das nennt. Er denkt da vermutlich an Spieler wie Yannik Keitel, Justin Diehl und Nick Woltemade. Eine andere ist, Talente noch stärker zu fordern. Zum Beispiel Jarzinho Malanga, den Hoeneß explizit erwähnt hatte. Aber: Der Stuttgarter Sportchef denkt auch über neue Spieler nach.
„Das schließt den Transfermarkt ebenso ein“, sagte er zu seinen Überlegungen – die nahelegen, dass wohl vor allem die Verletzung von El Bilal Touré nicht in wenigen Tagen wieder ausgeheilt ist, sondern der Angreifer über die Winterpause hinaus ausfällt. Denn alle anderen Blessuren – auch Angelo Stiller und Anrie Chase sind muskulär angeschlagen, Ameen Al-Dakhil ist krank, Jamie Leweling ist nach einer Muskelverletzung auf dem Weg zurück – sollten verheilt sein, bis das Transferfenster im Winter überhaupt öffnet.
Kurzfristig ist die Transferoption also keine Hilfe, weshalb Fabian Wohlgemuth auch sagte: „Ergebnisentscheidend ist, wie wir jetzt mit diesem Ereignis umgehen.“ Es gehe darum, dass der Club nun wisse und zeige, „dass wir selbst handlungsfähig sind und unsere Hände nicht gebunden sind“.