VfB Stuttgart Was fiel auf, wer fiel ab – die Testspiel-Erkenntnisse

Bekam Sonderlob vom Trainer: Nikolas Nartey. Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel

Der VfB Stuttgart hat gegen Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach seinen zweiten Anzug Spielpraxis verschafft. Das sind die Erkenntnisse aus dem Test.

Sport: Philipp Maisel (pma)

Grundsätzlich muss man mit Testspielen immer vorsichtig sein. Nach Ergebnis sind sie nie zu bewerten. Da macht auch das 6:2 des VfB Stuttgart gegen die SG Sonnenhof Großaspach keine Ausnahme. Inhaltlich lassen sich allerdings Erkenntnisse gewinnen.

 

Für die Beobachter, die im Falle des Spiels am Mittwochabend unter anderem eine in der Hoeneß-Ära bisher so noch kaum so gesehene 4-3-3-Grundformation vorgesetzt bekamen. Mit Pascal Stenzel in ungewohnter Rolle als Achter-/Zehner-Hybrid und neuen Pressingmustern. Was, wie Trainer Sebastian Hoeneß hinterher unumwunden zugab, noch „nicht so aussah, wie ich das sehen wollte.“ Kein Wunder, schließlich hatte man lediglich die Einheit am Dienstag zuvor dafür nutzen können, diese Neuigkeiten erstmals einzuüben.

Dan-Axel Zagadou braucht noch Zeit

Und: Derlei Spiele bringen immer auch jede Menge Erkenntnisse für die Trainer. Denn der sogenannte zweite Anzug sendet immer auch Signale aus, wer in welcher Verfassung ist, wer wie drauf ist, kurzum: Auf wen man im Ernstfall zählen kann. Was bei Dan-Axel Zagadou wohl noch eine Weile dauern dürfte. Der Abwehrspieler ist weit weg von seiner Bestform. Er braucht noch Zeit, wieder auf 100 Prozent zu kommen. Viel Zeit. Zwar zeigte sich Hoeneß hinterher „froh darüber, dass er überhaupt mal wieder 60 Minuten spielen“ konnte. Doch wer gesehen hat, wie sich der Franzose das eine oder andere Mal von einem Regionalligaspieler vernaschen lassen musste, der kam nicht umhin festzustellen, dass es wohl noch eine Weile dauern wird, ehe man Zagadou wieder in einer VfB-Startformation findet.

Doch es gab auch eine Reihe an Akteuren, die positive Signale aussendeten. Die Youngster Lauri Penna, Mirza Catovic und Efe Korkut etwa, die sich nach der Pause emsig und belebend in das VfB-Spiel integrierten. Oder Neuzugang Badredine Bouanani, der vielversprechende Ansätze zeigte. Oder Tiago Tomas, der spritzig, griffig und torgefährlich wirkte. Oder Chris Führich, der in gut 25 Minuten einen lupenreinen Hattrick erzielte. Womöglich um seinem Trainer zu zeigen, dass weiterhin gewillt ist, wieder an vergangene, gute Zeiten anzuknüpfen.

Sonderlob für Nikolas Nartey

Allen voran fiel Nikolas Nartey positiv auf. Der Däne, den so mancher wohl längst nicht mehr auf der Rechnung hatte, ist eine ernstzunehmende Option für die Startelf von Hoeneß, sobald der Belastung steuern, Zufriedenheit moderieren oder Einsatzzeiten verteilen muss. Wie schon am Wochenende, als Nartey gegen Mönchengladbach nach seiner Einwechslung als Linksverteidiger zu gefallen wusste, überzeugte er durch Einsatzwillen, Übersicht, Zweikampfhärte.

Noch nicht der Alte: Dan-Axel Zagadou Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel

Dazu kam noch das 1:0 durch einen satten Distanzschuss. Das Trainerlob folgte auf dem Fuße: „Niko ist ein guter Spieler, er ist nah dran und wenn er fit ist, ist er ein wirklich sehr guter Fußballspieler. Er ist aktuell so stabil wie noch nie, in der Zeit, in der ich jetzt da bin“, bilanzierte Hoeneß zufrieden.

Klingt ganz so, als würde man Nartey demnächst vielleicht schon in einer Startformation in einem Pflichtspiel erwarten dürfen. Womöglich am nächsten Bundesliga-Spieltag in Freiburg oder im DFB-Pokal in Mainz. Nur in der Europa-League wird es sicher nicht passieren. Denn für den EL-Kader wurde Nartey etwas überraschend nicht nominiert.

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