Der 26-Jährige ist Torhüter beim VfB – im Stuttgarter Kasten sieht man ihn dennoch selten. Bredlow ist die Nummer zwei und kam in dieser Saison bis dahin lediglich auf zwei Einsätze im DFB-Pokal. Der letzte, im Achtelfinale gegen Borussia Mönchengladbach, verlief zudem nicht gerade glücklich. Doch nun, vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg, meldete sich die Stammkraft Gregor Kobel mit Rückenproblemen ab – und Bredlow durfte sein insgesamt 14. Bundesligaspiel bestreiten (bisher 13 für den 1. FC Nürnberg). Was er noch durfte: sich regelmäßig auszeichnen. Und: mit dafür sorgen, dass der Klassenverbleib des VfB nun auch rechnerisch unter Dach und Fach ist.
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Einen Punkt hätten die Stuttgarter gebraucht, um als Aufsteiger am drittletzten Spieltag den Deckel auf eine überraschend sorgenfreie Saison zu machen. Drei sind es geworden. Weil der VfB gegen den unter Weinzierl verbesserten FCA zwar nicht sein bestes Spiel machte, sich auch Unsicherheiten leistete, dem Gegner in einem Bereich aber deutlich überlegen war: Im Verwerten der Torchancen. Was auch mit Fabian Bredlow („Wir waren kaltschnäuziger“) zu tun hatte.
Probleme in der zweiten Hälfte
Vor der Pause parierte der Keeper zweimal gegen Marco Richter und einmal gegen Ruben Vargas stark, nach dem Wiederanpfiff war er gegen Reece Oxford zur Stelle – und hielt bis zu diesem Zeitpunkt die Führung der Stuttgarter fest.
Für die hatte in Minute elf Philipp Förster gesorgt. Roberto Massimo dribbelte, flankte dann in den Augsburger Strafraum. Dort legte Sasa Kalajdzic den Ball ab, Försters Schuss wurde abgefälscht und landete rechts unten im Augsburger Tor. „Das war ein Spielzug, den wir in unserem Matchplan drin haben“, freute sich Sven Mislintat, der Sportdirektor des VfB. So ähnlich hatten die Stuttgarter schon bei Union Berlin getroffen. Doch so schön das anzuschauen war, so wenig souverän wurde im Laufe der zweiten Hälfte der Auftritt des Aufsteigers.
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Die Augsburger hielten, angetrieben von Markus Weinzierl, den Druck und die Intensität hoch. Beim VfB passten nicht alle Abläufe, es fehlten die Selbstverständlichkeit und die Struktur – auch, weil das Verletzungspech den Stuttgartern im Saisonfinale treu bleibt.
Neben Kobel fehlte Gonzalo Castro angeschlagen, Orel Mangala und Nicolas Gonzalez sind zudem noch nicht wieder einsatzfähig, für Silas Wamangituka gilt das sowieso. Zwar kehrte Borna Sosa in die Startelf zurück, während der Partie musste aber Roberto Massimo mit einer Oberschenkelverletzung raus, danach ging es auch für Konstantinos Mavropanos und Tanguy Coulibaly nicht weiter. Aber: 20 Minuten vor Ende der Partie fing sich der VfB wieder – und schlug erneut eiskalt zu.
Sasa Kalajdzic trifft zum 15. Mal
Das Augsburger 1:1 durch Florian Niederlechner in der Stuttgarter Schwächephase (59. Minute) war folgerichtig gewesen. Eine Viertelstunde später trug der VfB einen Angriff dann eher behäbig vor. Doch einen langen Ball verlängerte Kalajdzic unbedrängt auf Darko Churlinov, der eingewechselte Flügelspieler flankte – weil Kalajdzic schnell im Fünfmeterraum angekommen war. Der Österreicher („Nach so einer Flanke gibt es keine Fragen mehr“) köpfte, erzielte das 2:1 und damit seinen 15. Saisontreffer. „Wir haben Mentalität gezeigt“, sagte der Stürmer.
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Luca Mack feierte danach noch sein Bundesligadebüt, Daniel Caligiuri vergab in der Nachspielzeit die letzte Augsburger Chance – dann war der elfte Saisonsieg perfekt. Und der Deckel drauf auf der Saison. „Wir haben viel investiert und den Sieg erkämpft“, analysierte der Trainer Pellegrino Matarazzo, der noch kein Saisonfazit ziehen wollte. Zwei Spiele stehen nun noch aus, bei Borussia Mönchengladbach und gegen Arminia Bielefeld, denen der VfB – im Gegensatz zum FC Augsburg – ganz gelassen entgegen sehen kann.
Übrigens auch dank Fabian Bredlow (Matarazzo: „Er hat super gehalten“), der trotz starker Leistung bescheiden blieb: „Das ist mein Job“, sagte er zu seiner eigenen Performance, „es freut mich, dass ich ihn ordentlich ausüben konnte.“