VfB Stuttgart Wohlgemuth: Deshalb wird Undav so selten ausgewechselt

Traf in der Nachspielzeit zum 3:1-Endstand gegen die Kölner: Deniz Undav Foto: Baumann/Volker Mueller

Der Stürmer legt ein Jubiläumsspiel mit Licht und Schatten hin – bleibt aber wie so oft bis zur letzten Minute auf dem Feld. Der Sportchef gibt Einblicke.

Sport: David Scheu (dsc)

Am Ende war es doch noch ein rundum gelungenes Jubiläum für Deniz Undav: In seinem 100. Pflichtspiel für den VfB Stuttgart konnte der Stürmer nicht nur den späten 3:1-Heimsieg gegen den 1. FC Köln bejubeln, sondern auch seiner persönlichen Torstatistik einen weiteren Treffer hinzufügen. In der Nachspielzeit, gewohnt kaltschnäuzig, per Direktabnahme gegen die Laufrichtung von FC-Torhüter Marvin Schwäbe.

 

Zur Wahrheit gehört an dieser Stelle auch: Danach hatte es nicht immer ausgesehen, der Abend war auch von Mühen geprägt. Für die gesamte Stuttgarter Mannschaft gegen unbequeme Kölner, aber auch für Undav im Besonderen: In der zweiten Minute vergab der Stürmer freistehend eine Großchance, als er per Chipball an Schwäbe scheiterte. Und auch in der Folge wechselten sich Licht und Schatten ab beim 29-Jährigen. Mal spielte er mit seinem bewährten Spielwitz Mitspieler frei, mal unterliefen ihm aber auch Ballverluste – sechs waren es insgesamt am Spielende. „Den einen oder anderen Fehler wie bei der gesamten Mannschaft“, hatte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth von Undav in einer insgesamt unruhigen Partie gesehen. Von einer Auswechslung sah Trainer Sebastian Hoeneß dennoch ab – und bewies damit am Ende das richtige Händchen, als Undav mit seinem Tor für den 3:1-Endstand sorgte. Für Wohlgemuth sind diese Aktionen der entscheidende Grund, weshalb der Stürmer auch ohne persönliche Glanztage meist bis zum Abpfiff auf dem Feld bleibt. „Er macht eben wieder das Tor. Deswegen ist er auch derjenige, der dann auf dem Platz bleibt, auch wenn Wechsel vorgenommen werden“, so der Sportchef über den Angreifer, der in diesem Kalenderjahr bereits sieben Pflichtspiele über die volle Distanz absolvierte.

Für VfB-Trainer Sebastian Hoeneß ist Deniz Undav ein zentraler Spieler. Foto: Baumann/Volker Mueller

Der Instinktstürmer ist stets gut für Überraschendes. Auch längere unauffällige Phasen können von einem Moment auf den anderen enden – durch eine spielentscheidende Aktion, die Undav immer wieder im Repertoire hat. Beim wichtigen 3:2 gegen Eintracht Frankfurt im Januar zum Beispiel leitete er den Siegtreffer durch Nikolas Nartey in der 87. Minute ein, als er mit einem Pass in die Tiefe den entscheidenden Pre-Assist auf Vorlagengeber Josha Vagnoman beisteuerte. „Wir dürfen eben immer damit rechnen“, betont Wohlgemuth, „dass er noch ein Tor erzielt oder den entscheidenden Impuls in den letzten Minuten setzt.“ Wie zuletzt auch gegen die Kölner.

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