VfB Stuttgart Yannik Keitel, Silas und Co. – der Club der Abgehängten
Obwohl VfB-Trainer Hoeneß mehrfach die XXL-Rotationsmaschine angeschmissen hat, spielen einige Profis keine Rolle mehr. Vor allem ein Trio darf in der Winterpause gehen.
Obwohl VfB-Trainer Hoeneß mehrfach die XXL-Rotationsmaschine angeschmissen hat, spielen einige Profis keine Rolle mehr. Vor allem ein Trio darf in der Winterpause gehen.
Dank des vollgepackten Terminkalenders stehen für den VfB in diesem Jahr noch acht Pflichtspiele an. Dennoch richtet sich der Blick bei den Stuttgarter Machern um den Sportvorstand Fabian Wohlgemuth auch bereits in Richtung Winter-Transfermarkt, der an Neujahr 2026 seine Pforten öffnet. Dann dürfte sich auf der Abgabeseite ebenfalls etwas tun. Denn einige Spieler haben in Stuttgart schlechte Perspektiven.
Silas Wenn es um die sportliche Zukunft des Stürmers beim VfB geht, dann legt der Cheftrainer immer dieselbe Platte auf. „Er trainiert gut, ist nah dran“, sagt Sebastian Hoeneß über Silas: „Allerdings ist es so, dass es bei uns vorne gerade viele Spieler sehr gut machen. Da ist es dann schwer reinzukommen.“ Die Situation für den 27-Jährigen, der im Sommer 2019 für acht Millionen Euro an Ablöse vom FC Paris kam, stellt sich in Stuttgart übersetzt also wie folgt dar: Viele Spiele wird Silas unter Hoeneß nicht mehr machen. Wenn überhaupt, dann dürfte es sich nur um Kurzeinsätze handeln. Denn in der Gunst des Trainers liegt der trickreiche Rechtsaußen hinter vielen der Kollegen.
Bereits im Sommer hätte man beim VfB den Nationalspieler der Republik Kongo am liebsten verkauft – doch damals war der Spieler nach einem Knöchelbruch noch verletzt, galt daher nach seinem durchwachsenen Jahr als Leihspieler bei Roter Stern Belgrad auch aufgrund seines guten Gehalts als nahezu unverkäuflich. Nun ist Silas körperlich fit. Da sein Vertrag im nächsten Sommer ausläuft, wäre ein Verkauf nur noch in diesem Winter möglich. Für eher kleines Geld, versteht sich. Ein Interessent ist der türkische Club Samsunspor mit dem deutschen Trainer Thomas Reis.
Yannik Keitel Mit großen Hoffnungen ist Keitel im Sommer 2024 ablösefrei vom SC Freiburg an den Neckar gewechselt. Doch die großen Träume haben sich für den 25-jährigen Südbadener in Stuttgart bisher nicht erfüllt. Und es spricht aktuell sehr wenig dafür, dass sich daran noch Grundsätzliches ändern wird. Trotz eines Vertrags bis 2028.
Aktuell ist Yannick Keitel am Oberschenkel verletzt. Doch auch fit hat der defensive Mittelfeldspieler beim VfB keine Rolle gespielt. Mit Angelo Stiller, Atakan Karazor, Chema und dem wiedererstarkten Nikolas Nartey hat ein Quartett auf seiner Position klar die Nase vorne.
Der VfB würde den Spieler, der in dieser Saison bisher auf zwei Einsätze im Drittligateam kommt, daher im Winter gerne abgeben. Eine Offerte des 1. FC Nürnberg soll das Keitel-Lager im Sommer abgelehnt haben. Ob diesmal die zweite Liga zur Wiederbelebung der Karriere infrage käme, ist offen.
Leonidas Stergiou Mit Lorenz Assignon, Josha Vagnoman und Pascal Stenzel ist die Position rechts hinten beim VfB ordentlich besetzt. Daher würde man beim VfB auch Leonidas Stergiou keine Steine in den Weg legen, sollte er im Winter einen neuen Verein finden. Offenbar ist der 1. FC Heidenheim interessiert an dem Schweizer Nationalspieler, der gerne noch auf den WM-Zug aufspringen möchte. Doch dazu muss Stergiou schnellstmöglich wieder spielen.
Fest steht, dass der Trainer Hoeneß die professionelle Einstellung des Schweizer Nationalspielers schätzt, der auf dem Platz wie in der Reha immer alles gibt. Doch die langwierige Pause bedingt durch einen Riss des Syndesmosebandes hat den 23-Jährigen einige Körner gekostet. Dazu kommt die große Konkurrenzsituation bei den Stuttgartern, sodass ein Tapetenwechsel für Stergiou womöglich die beste Option wäre.
Lazar Jovanovic Die wenigste Spielpraxis aller VfB-Profis in dieser Saison kann der Außenstürmer vorweisen, der im Sommer für fünf Millionen Euro von Roter Stern Belgrad kam. Denn Lazar „Lucky“ Jovanovic hat zwar eine starke Vorbereitung hingelegt, kommt aber aufgrund der großen Konkurrenzsituation auf den Flügeln beim Pokalsieger bislang nicht zum Zug. Gerade einmal 34 Minuten hat Jovanovic zum Saisonstart gegen Union Berlin und Gladbach unter Hoeneß gespielt.
Weil der 18-Jährige als Serbe ein Nicht-EU-Ausländer ist, kann er auch nicht in der dritten Liga beim VfB II unter Coach Nico Willig spielen. Daher spricht viel dafür, dass Jovanovic im Winter ausgeliehen wird, um Spielpraxis zu bekommen. Schließlich sieht man in dem Teenager, der einen Vertrag bis 2029 besitzt, weiterhin großes Zukunftspotenzial.
Justin Diehl Während Silas, Keitel und Stergiou im Winter gehen können und Jovanovic womöglich ausgeliehen wird, sieht die Lage bei Justin Diehl ganz anders aus. Der 20-Jährige, der in der Vorsaison vom 1. FC Köln kam, ist der große Pechvogel im Kader der Stuttgarter. Denn eine Verletzung jagte bei Diehl, von dessen Qualitäten man beim VfB nach wie vor überzeugt ist, die nächste.
Mitte Oktober erzielte Diehl für den VfB II in der Drittligapartie gegen Schweinfurt ein Tor, ehe er wenig später mit einer Bänderverletzung wieder raus musste. Seit er beim VfB ist, war Diehl nie länger als sechs Wochen am Stück fit. Aktuell kämpft sich der Außenstürmer mit individuellem Training wieder ans Team heran.