VfB Stuttgart Zieht der VfB die Kaufoption? Der Stand bei El Bilal Touré

El Bilal Touré ist von Atalanta Bergamo an den VfB ausgeliehen. Foto: Baumann

Seit neun Wochen fehlt der Siegtorschütze des Turin-Spiels verletzt. Die Stuttgarter können ihn zur kommenden Saison fest verpflichten, sind dabei aber an keine Kaufpflicht gebunden. Eine Tendenz gibt es bereits.

Sport: David Scheu (dsc)

Es ist ruhig geworden um El Bilal Touré. Vor zwei Monaten lief der Stürmer letztmals für den VfB Stuttgart auf, als er bei der 2:3-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt im November in der Schlussphase ins Spiel kam. Danach? Schlug das Verletzungspech beim Malier zu, der mit einem Mittelfußbruch von der Nationalmannschaft nach Bad Cannstatt zurückkehrte. Seitdem ist ein langwieriger Wiederaufbau angesagt – und ein Rückkehr-Zeitpunkt noch nicht absehbar.

 

Eines aber wird sich im Verlauf der Rückrunde definitiv klären: die Zukunft des Stürmers beim VfB. In dieser Saison ist Touré von Atalanta Bergamo ausgeliehen, das Arbeitspapier endet zum 30. Juni. Mit Blick auf die Zeit danach hat der VfB das Heft des Handelns in der Hand: Er kann den Angreifer für eine vertraglich fixierte Ablöse von rund 16 Millionen Euro fest verpflichten – muss das aber nicht tun: Eine teils kolportierte Kaufpflicht unter bestimmten Bedingungen existiert nicht, wobei eine solche womöglich ohnehin nicht gegriffen hätte angesichts der überschaubaren Anzahl an Einsätzen.

Spieler der Stunde im Oktober

Eben diese 13 Pflichtspiele im VfB-Trikot bilden zum jetzigen Stand die Entscheidungsgrundlage für die Stuttgarter. Nach Anlaufschwierigkeiten war der schnelle und wuchtige Angreifer im Oktober 2024 so etwas wie der Spieler der Stunde, zeigte überzeugende Leistungen – und war umjubelter Siegtorschütze in der Nachspielzeit beim 1:0-Sieg in der Champions League bei Juventus Turin, ehe der Mittelfußbruch sein kurzes Hoch jäh bremste.

In der Champions League schoss El Bilal Touré den VfB zum 1:0-Sieg bei Juventus Turin. Foto: imago/Nicolo Campo

Und eben diese langfristige Verletzung spielt nun auch in den Überlegungen des VfB eine Rolle, der eine Risikoabwägung treffen muss. Wie wahrscheinlich ist es, dass Touré regelmäßig zur Verfügung steht und starke Auftritte wie im vergangenen Oktober zeigen kann? Schließlich war der 23-Jährige bereits in der Vorsaison wegen Oberschenkelproblemen in Bergamo monatelang ausgefallen.

Das derzeitige Leihgeschäft stellte da ein überschaubares Risiko dar, bei einem Transfer würde das anders aussehen: Mit der vereinbarten Kaufoption von 16 Millionen Euro wäre der Stürmer der drittteuerste Neuzugang der Vereinshistorie – direkt hinter seinen derzeitigen Teamkollegen Deniz Undav (27 Millionen Euro) und Ermedin Demirovic (21 Millionen Euro), die vor der Saison fest nach Stuttgart gewechselt waren.

Nach unseren Informationen will man diese stolze Summe beim VfB nicht in die Hand nehmen. Dass der Transfer deshalb nicht zustande kommt, heißt das aber erst einmal nicht. Die vertraglich fixierte Zahl ist ja nur jene, zu welcher der VfB Touré auf jeden Fall verpflichten kann – es steht beiden Vereinen auch frei, sich auf eine beliebige Ablöse darunter zu einigen.

Dass man hier zusammenfindet, ist allerdings nicht übermäßig wahrscheinlich. Für den VfB müsste es nach Lage der Dinge wohl bis in den einstelligen Millionenbereich hinuntergehen, Bergamo wiederum hatte den Stürmer im Sommer für rund 30 Millionen Euro aus Spanien verpflichtet, vom damaligen Erstliga-Absteiger und jetzigen Zweitligisten UD Almeria.

Natürlich ist das letzte Wort noch längst nicht gesprochen. Eine schnelle Genesung und ein starker Saisonendspurt könnte die Lage nochmals grundlegend ändern, wobei sie in Stuttgart Erfahrung mit der derzeitigen Touré-Verletzung haben. Josha Vagnoman hatte in der Vergangenheit des Öfteren Probleme mit dem Mittelfuß, Thomas Kastanaras war 2023 mit einem solchen Bruch gut vier Monate ausgefallen, ehe er in einem Pflichtspiel für die U 21 auf den Rasen zurückkehrte.

Nach diesen Maßstäben könnte El Bilal Touré im April zum Saisonfinale wieder eine Alternative sein. Sicher ist das nicht – und die Zukunft des Stürmers beim VfB über den Sommer hinaus damit sehr ungewiss.

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