Der VfB verpflichtet den Mittelfeldspieler Lukas Rupp und den Torwart Przemyslaw Tyton – und plant weitere Veränderungen in seinem Kader.

Stuttgart - Wenn der VfB Stuttgart am Montag das Training nach der Sommerpause wieder aufnimmt, gönnt sich zur Abwechslung vielleicht mal Robin Dutt eine kleine Verschnaufpause und guckt einfach zu. Entspannt dürfte er dabei aber nicht sein, weil der Manager dann einen Kader vor Augen hat, von dem er weiß, dass es bis zum ersten Spieltag in der Fußball-Bundesliga am 14. August noch einige Veränderungen geben wird. Dutt hat nach der abgelaufenen Runde angekündigt, einen Umbruch in der Mannschaft vollziehen zu wollen – und insofern ist das gegenwärtig umgesetzte „Umbrüchle“ sicher noch nicht sein letztes Wort.

 

Aber immerhin ist Dutt an diesem Mittwoch seinem Ziel zwei Schritte nähergekommen. Nachdem die Verpflichtung des Linksverteidigers Philip Heise (23) aus Heidenheim schon seit ein paar Wochen perfekt ist, kann der Manager jetzt weitere Neuzugänge verkünden – zum einen den polnischen Torwart mit dem schwierig auszusprechenden Vornamen Przemyslaw. Przemyslaw Tyton (28) kommt für eine Million Euro aus Eindhoven, und zum anderen den Mittelfeldspieler Lukas Rupp (24) aus Paderborn, der ablösefrei ist. Diesen drei Profis stehen fünf Abgänge gegenüber: der Keeper Sven Ulreich (FC Bayern), Karim Haggui, Sercan Sararer (beide Düsseldorf) sowie die ausgeliehenen Moritz Leitner (Dortmund) und Oriol Romeu (Chelsea), die zu ihren alten Clubs zurückkehren. Zudem zeichnet sich der Wechsel des Ersatztorhüters Thorsten Kirschbaum zum 1. FC Nürnberg ab. Dann würde der VfB neben Tyton einen weiteren Mann holen – ob als Nummer eins oder als Nummer zwei erscheint ungewiss. Klar ist nur, dass der Dortmunder Roman Weidenfeller (34) aus dem Rennen ist – zu hoher Gehaltswunsch, zu alt, zu verletzungsanfällig.

„Für manche unserer Spieler existiert kaum ein Markt“

Das ist der aktuelle Stand der Transfergeschäfte von Dutt, der gerne schon ein bisschen weiter wäre in diesem Prozess. Doch wie von ihm befürchtet erweist es sich als sehr kompliziert, Abnehmer zu finden für die überzähligen Leute im Aufgebot wie Mohammed Abdellaoue, Konstantin Rausch – und speziell für den mit einer Jahresgage von rund 3,5 Millionen Euro ausgestatteten Großverdiener Vedad Ibisevic, der bisher wenig Bereitschaft zeigt, auf Geld zu verzichten. „Für manche unserer Spieler existiert kaum ein Markt“, sagte Dutt schon vor längerer Zeit. Womöglich muss er dieses Problem deshalb am Ende sogar über Abfindungen lösen.

Parallel dazu geht die Hängepartie um den Nationalverteidiger Antonio Rüdiger in ihre entscheidende Phase. Der VfL Wolfsburg hat sein Interesse in Person des Managers Klaus Allofs dokumentiert und beim VfB hinterlegt, der nach StZ-Informationen eine Ablöse von 18 Millionen Euro aufgerufen hat. Diese Summe will Wolfsburg jedoch nicht zahlen – so wenig wie die Interessenten aus England. Letztlich dürfte das dann aber Verhandlungssache sein.

Konkrete Anfragen

Denn der VfB braucht Verkäufe, um einkaufen zu können. Aus Dortmund ist zu hören, dass der neue Trainer Thomas Tuchel einen Stürmer sucht und Daniel Ginczek sehr schätzt. Eine Kontaktaufnahme ist aber nicht erfolgt – noch nicht? Konkrete Anfragen vorliegen haben dafür außer Rüdiger auch Daniel Didavi (Leverkusen), Martin Harnik (Hannover) und Alexandru Maxim (Hamburg). Allerdings entspricht der Preis in allen drei Fällen nicht den Vorstellungen des VfB, der bei Didavi und Harnik ohnehin eine Verlängerung ihrer nur noch ein Jahr laufenden Verträge anstrebt – auch das ist dann wiederum Verhandlungssache.

Bei Rupp, der einen Vertrag bis 2018 unterschrieben hat, und bei Tyton (Vertrag bis 2017) hat Dutt dagegen nur noch Gesprächsbedarf, was deren Perspektive und die mit ihnen verbundenen Erwartungen betrifft. „Beide sollen auf ihren Positionen den Konkurrenzkampf bei uns richtig anheizen“, sagt der Manager, der gerade vor Ort in Tschechien die Begegnungen der U-21-EM verfolgt. Womöglich entdeckt er da ja ein Schnäppchen – vorzugsweise einen Innenverteidiger. Aber bis Montag wird es für eine Vollzugsmeldung kaum reichen.