VHS-Ausstellung in Böblingen Fotos wie Bilderrätsel

Wo ist das wohl? Foto: Stefan Seidel

Noch bis zum 13. September zeigt der Foto-Arbeitskreis an der Volkshochschule Böblingen die Ausstellung „Historische Architektur“. Zu sehen sind Bauten aus dem Landkreis Böblingen, zum Teil auch nur ein Ausschnitt davon.

Eine Fachwerk-Fassade, eine verwitterte Pforte in einer Steinmauer, eine Hütte mitten in der Landschaft – die aktuelle Fotoausstellung in der Böblinger Volkshochschule mit dem Titel „Historische Architektur“ macht einen Streifzug durch den Kreis Böblingen. Manche Motive sind gleich zu erkennen, andere gleichen einem Rätselspiel. An welchem Ort könnte diese Wand, dieses Fenster oder diese Tür zu finden sein?

 

Acht ambitionierte Hobbyfotografen stellen derzeit aus und zeigen die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Tour. „Das Thema hat sich die Gruppe selbst gewählt“, berichtet Norbert Niedhorn, „Ziel war es, das Thema mit Bezug zum Landkreis zu wählen, aber nicht zu eng zu definieren.“ Der 58-Jährige ist zwar der organisatorische Kopf der Gruppe, aber nicht ihr Leiter.

Gemeinsam auf der Suche nach guten Aufnahmen

„Die Gruppe ist ein Arbeitskreis, es gibt also keinen Leiter“, erläutert der Ehninger. Es werde erwartet, dass jeder Teilnehmer sich einbringt, indem er eine oder mehrere Fotosessions organisiert. Dann treffen sich die Gruppenmitglieder und ziehen gemeinsam los, um Aufnahmen zu machen und sich dazu auszutauschen. Bei der aktuellen Ausstellung durfte jeder Fotograf seine „Top 5“ vorstellen, die von der Gruppe begutachtet wurden. Die besten Aufnahmen schafften es in die Präsentation, insgesamt hängen bis Mitte September 24 Fotos in der VHS.

Diese Selbstorganisation sei nicht immer einfach, gibt Norbert Niedhorn zu. „ Aber wir haben schon viele tolle gemeinsame Events gehabt“, sagt der Daimler-Ingenieur. Man sei bereits am Schönbuchturm, in der Falknerei Weil im Schönbuch, im tiefsten Wald oder am Schloss Solitude unterwegs gewesen, habe Obstblüten, Wildtiere und Brunnen fotografiert oder sich gegenseitig in Sachen Bildbearbeitung geschult. Dabei haben die AK-Mitglieder einen ganz unterschiedlichen Stand. „Viele fotografieren bereits seit ihrer Jugend, andere sind erst seit Kurzem dabei“, berichtet Niedhorn.

Der preisgekrönte Leiter hört auf

Hervorgegangen ist der Arbeitskreis aus der Fotogruppe von Ludwig Migl. Der Herrenberger hat für seine Aufnahmen schon vielerlei Auszeichnungen erhalten und ist Spezialist für Unterwasserfotografie. Doch mit der Corona-Pandemie gab Migl seine sehr beliebten Foto-Workshops auf. Die Gruppe stand ohne Leiter da, wollte aber weitermachen. „Die VHS hat mich im Sommersemester 2022 um die Koordination der Gruppe gebeten“, erzählt Niedhorn, „es gibt seit Jahren einen harten Kern von fünf bis sechs Fotografen. Dazu kommen jedes Semester drei bis sechs weitere.“

Einer, der schon lange hier wie in anderen Gruppen begeistert fotografiert, ist Hans-Werner Röhl aus Hildrizhausen. Der 82-Jährige hat bereits bei vielen Ausstellungen mitgewirkt, seine Begeisterung für die Fotografie lässt nicht nach. Insbesondere mag er Naturmotive – kein Wunder, Röhl wohnt nur zehn Gehminuten vom Schönbuch entfernt, wo er gerne ausgedehnte Spaziergänge unternimmt. „Und zum Fotografieren ist es toll“, betont Röhl, „denn der Schönbuch sieht jeden Tag anders aus.“

Als nächstes kommt die Eisenbahn

Norbert Niedhorn hat vor gut zehn Jahren die Fotografie wiederentdeckt. „Ich habe bereits als 15-Jähriger eine Spiegelreflexkamera gehabt“, erinnert sich der Ehninger, „zudem habe ich einen Schwarz-weiß-Vergrößerungsapparat von meinem Großvater geerbt und als Jugendlicher selbst Bilder entwickelt.“ Doch dann begann eine lange Pause und erst mit Ende 40 griff Niedhorn wieder zur Kamera – jetzt kümmert er sich um den VHS-Arbeitskreis, dessen Mitglieder sich gegenseitig zu guten Aufnahmen treiben.

Die Ausstellungen in der Volkshochschule laufen immer ein Semester. Nach der aktuellen Schau ist Fotografie-Dozent Herbert Osterrieder dran. Seine Ausstellung läuft ab 11. Oktober – der Titel: „Eisenbahnen- und Mühlenromantik in Baden-Württemberg“. Dazu macht Osterrieder auch einen Kurs – Angebote für Fotofreunde gibt es also genug.

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