Beim Spiel des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Union Berlin zeigen die VfB-Ultras ein die Polizei adressierendes Spruchband. Nun reagiert die Stuttgarter Polizei in einem Video.

Sport: Philipp Maisel (pma)

Das Verhältnis zwischen Fußballfans und der Polizei ist seit jeher belastet. Auch in Stuttgart. Da sahen sich die Anhänger zuletzt beim Auswärtsspiel in Deventer grundloser Polizeigewalt ausgesetzt. In ihrer Heimatstadt gilt das Verhältnis schon lange Zeit als zerrüttet.

 

Und auch nach der Beförderung des Polizeiführers Carsten Höfler ins Innenministerium scheinen die Ultras des VfB Stuttgart noch immer nicht besänftigt.

Stuttgarter Polizei schreibt von „unschönen Sonntagsgrüßen“

So rollten sie am Sonntag beim Spiel gegen Union Berlin das schon mehrfach gezeigte Spruchband „Ganz Stuttgart hasst die Polizei“ aus. Die Stuttgarter Polizei nahm das zum Anlass für eine Reaktion via Instagram. „Ganz Stuttgart hasst die Polizei? Also wir lieben Stuttgart – und sind immer für euch da“, heißt es in einem kurzen PR-Video.

Die Stuttgarter Polizei bezeichnet den Vorfall in einem Kommentar unter dem Video zudem als „unfaire Aktion“ und schreibt von „unschönen Sonntagsgrüßen aus der Cannstatter Kurve“.

Es war nicht die einzige Botschaft der VfB-Ultras in Richtung Polizei am Sonntag. Sie zeigten zudem das ebenfalls schon mehrfach gezeigte Spruchband „Bullen aus der Kurve“. Garniert wurde der Vorgang mit „Alle Bullen sind Schweine“-Wechselgesängen – denn die aus Berlin angereisten Anhänger des 1. FC Union stimmten lautstark mit ein. Zuvor hatten die Unioner eine große Choreo anlässlich des 60. Clubjubiläums gezeigt.

Reaktion auf Vorfälle in Berlin?

Es kann vermutet werden, dass die Wechselgesänge auch eine Reaktion auf die Vorfälle am Vorabend in Berlin waren. Dort kam es nach eindrücklichen Berichten der Berliner Fanhilfe – aber auch von Medienseite – zu einem Ausbruch beispielloser Polizeigewalt. Bereits vor dem Spiel der gastgebenden Hertha gegen Schalke 04 trugen sich demnach rund um das Olympiastadion bedenkliche Szene zu.

Die Cannstatter Kurve ist bekannt für große Choreos. Aber auch Spruchbänder mit teils derber Sprache werden regelmäßig gezeigt. Foto: imago/Michael Weber

Augenzeugen berichten von immenser Brutalität der Beamten, ohne dass es einen Anlass gegeben habe, die Grenzen derart zu überschreiten. Dutzende, teils schwer verletzte Fußballfans waren die Folge, auch aufseiten der Polizei gab es Verletzte. Mittlerweile hat sich Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zu Wort gemeldet und eine Aufarbeitung angestoßen.