Schweinekopf-Vorfall in Vaihingen an der Enz Video entlarvt mutmaßliche Täter

Von Susanne Mathes 

In der Nacht zum Sonntag hängten Unbekannte in Vaihingen an der Enz den Kopf eines Spanferkels an die Türklinke eines türkischen Vereins. Videoaufnahmen zeigen die zwei mutmaßlichen Täter.

Den Kopf eines Spanferkels haben die Täter an die Tür des islamischen Kulturvereins Vaihingen/Enz gehängt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Den Kopf eines Spanferkels haben die Täter an die Tür des islamischen Kulturvereins Vaihingen/Enz gehängt. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Vaihingen an der Enz - Im Fall des Spanferkelkopfes, der in der Nacht zum Sonntag an die Türklinke des Vereinsheims des Ditib-Islamischen Kulturvereins in Vaihingen an der Enz (Landkreis Ludwigsburg) gehängt wurde, stehen ein 36-Jähriger und ein 26-Jähriger unter dringendem Tatverdacht. Das Gebäude ist videoüberwacht; die beiden Männer wurden laut Polizei eindeutig identifiziert. Nach Auskunft des Vereins, der rund 300 Mitglieder zählt, sieht man auf dem Video sogar, wie sie nach der Tat für Handy-Selfies posierten. Dem Imam der Moschee, der in der Nachbarschaft wohnt, waren nachts Geräusche aufgefallen. Er wollte nach dem Rechten sehen – und fand den abgetrennten Kopf.

Özgür Elci vom Vorstand: „Wir waren schockiert“

„Wir waren schockiert. Es ist für Muslime eine schlimme Beleidigung. Mir fehlen die Worte dafür“, sagt Özgür Elci vom Vorstand. Die Tat sorgte in der muslimischen Community für Bestürzung. Neben den Landes- und Bundesvorsitzenden des Ditib kam am Sonntag auch der türkische Generalkonsul Mehmet Erkan Öner nach Vaihingen.

„Seit 1981 gibt es unsere Moschee, und bisher hat es nie Probleme gegeben“, sagt Elci. „Wir haben ein gutes Miteinander mit allen in der Stadt.“ Er findet es traurig, dass Vaihingen jetzt überregional mit dem Vorfall in den Schlagzeilen steht. „Ob die Täter uns hassen, wissen wir nicht. Sie sollen doch mal bei uns vorbeikommen und uns kennenlernen. Wir laden sie gerne zum Essen ein, sie sind bei uns willkommen.“ Man sei bereit, den Männern ihren „Blödsinn“ zu verzeihen.

Das Problem mit dem Täter-Fahrzeug

Weniger versöhnlich dürfte der Inhaber des Stuttgarter Malerbetriebs gestimmt sein, in dessen Fahrzeug die Täter zum Tatort fuhren. „Der Betrieb und sein Geschäftsführer haben nichts mit der Tat zu tun“, betont die Polizei. Doch ein Ausschnitt des Videos von der Überwachungskamera, auf dem der Firmentransporter erkennbar ist, gelangte in die sozialen Medien und „geht dort viral“, sagt ein Sprecher. Das sei für die Firma problematisch. Ob es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Angestellte des Betriebs handelt, dazu macht die Polizei keine Aussage.