Nach der Krawallnacht im Juni 2020 wurde beschlossen, Videoüberwachung in der Innenstadt zu installieren. Die Polizei hat sie schon bei einigen Einsätzen genutzt.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg haben nach der Krawallnacht eine Sicherheitspartnerschaft geschlossen und ein ganzen Bündel von Maßnahmen vereinbart. Das Ziel: Die Innenstadt der Landeshauptstadt sollte sicherer werden, das durch die Randale verminderte Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger wiederhergestellt werden.

Die wohl sichtbarste Maßnahme ist die, mit der die Polizei am meisten sieht in der City: die neuen Überwachungskameras. Bislang sind es 23 an acht Standorten, bis zum August sollen es 30 sein. Gleich am ersten Wochenende des Betriebs hat die Polizei aufgrund der Live-Beobachtung vom Lagezentrum am Pragsattel aus bei einer Schlägerei eingreifen und Beteiligte fassen können. Seither – noch sind sie keinen ganzen Monat in Betrieb – habe man „immer mal wieder eingreifen und eine Auseinandersetzung verhindern können“, sagt ein Sprecher der Polizei. Dieses frühzeitige Eingreifen in Konflikte, die sich anbahnen, wird jedoch nicht statistisch erfasst.

Die Fahndung nach dem völlig durchnässten Verdächtigen ist erfolgreich

Was notiert wurde, ist die Festnahme eines Handtaschendiebs, der in den Eckensee fiel: Er hatte seinem Opfer am 11. Juni gegen 2.45 Uhr die Tasche entrissen. Dann flüchtete er. So stürmisch, dass er sich verrannte und im Wasser landete. Diese Beobachtung durch das digitale Auge der Kamera half beim Ergreifen des Tatverdächtigen: Die Kollegen am Pragsattel meldeten den Einsatzkräften in der City das Erkennungsmerkmal: „völlig durchnässt“. Er wurde festgenommen und angezeigt, danach kam er wieder auf freien Fuß. Die Ermittlungen laufen.