Viele Motorrad-Unfälle im Kreis Böblingen Experten-Tipps für mehr Sicherheit auf den Straßen

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Schon drei Motorradfahrer haben in diesem ihr Leben auf den Straßen im Kreis Böblingen verloren. Reimund Elbe vom ADAC gibt Tipps, wie Autofahrer und Biker sicherer unterwegs sein können.

Der Anfang einer Motorrad-Saison ist besonders gefährlich für Biker. Foto: Symbolbild/dpa
Der Anfang einer Motorrad-Saison ist besonders gefährlich für Biker. Foto: Symbolbild/dpa

Böblingen - Und wieder ist ein Motorradfahrer bei einem Unfall im Kreis Böblingen schwer verletzt worden. Um 8.30 Uhr am Dienstag hatte der 55-Jährige das Ende eines Staus am Kreisverkehr in der Nordrandstraße zwischen Malmsheim und Renningen wohl nicht rechtzeitig bemerkt. Er legte eine Vollbremsung hin, stürzte und verletzte sich schwer. Ein Rettungswagen brachte ihn in eine Klinik.

Damit hat die noch junge Motorradsaison ihr nächstes Opfer gefordert. Drei Biker haben in den vergangenen Wochen auf den Straßen im Kreis Böblingen sogar ihr Leben verloren. Eine ziemlich hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass die Polizei im gesamten Jahr 2017 hier zwei tödliche Motorradunfälle gezählt hatte.

Beginn der Saison ist gefährlich

Derzeit sei für Motorradfahrer eine besonders gefährliche Zeit, sagt Reimund Elbe, der Sprecher des ADAC in Stuttgart. Gerade am Beginn einer jeden Bikersaison komme es erfahrungsgemäß häufig zu Unfällen. Das liege unter anderem daran, dass Motorradfahrer nach dem Winter erst wieder in Übung kommen müssten. „Man sollte sich nicht gleich zu viel zumuten“, rät Elbe. Stattdessen sollten Motorradfahrer zunächst einige auf Sicherheit bedachte Runden in der Heimat drehen, bevor eine Mehrtagestour auf einer anspruchsvollen, unbekannten Strecke geplant werde.

Er empfiehlt Bikern auch, ein Fahrsicherheitstraining zu machen, auch um ein Gefühl für die Grenzen der Maschine zu bekommen. „Auffrischungen sind immer gut.“ Auch in Sachen Kleidung könne man viel zur eigenen Sicherheit beitragen. Elbe empfiehlt hochwertige, den Schweiß ableitende Monturen. Denn „wenn man sich darunter zu Tode schwitzt, leidet die Konzentration.“ Und auf die komme es beim Motorradfahren nun einmal ganz besonders an. Und statt der sonst typischerweise schwarzen Kluft könne man auch etwa eine Art Warnweste tragen, um von Autofahrern besser gesehen zu werden.

Auch die Autofahrer sind gefragt

Denn auch diese sind zu Beginn der Motorradsaison immer besonders gefordert, weil sie sich erst wieder an die neuen Verkehrsteilnehmer gewöhnen müssten. „Viele Unfälle passieren beispielsweise, weil Autofahrer unachtsam aus einer Ausfahrt hinausfahren.“ Elbe rät ihnen, immer doppelt hinzusehen und sich nicht etwa von einem Gespräch mit dem Beifahrer ablenken zu lassen. Außerdem sollten Autofahrer besonders auf bei Bikern beliebten Strecken Kurven nicht schneiden und lieber defensiv unterwegs sein.