Vier Sterne strahlen am Fellbacher Gastro-Himmel Goldberg holt sich den zweiten Michelin-Stern

Hat jahrelang auf den zweiten Stern hingearbeitet: Philipp Kovacs Foto: Gottfried Stoppel
Hat jahrelang auf den zweiten Stern hingearbeitet: Philipp Kovacs Foto: Gottfried Stoppel

Ausgerechnet im Corona-Lockdown steigt Philipp Kovacs in die Beletage der deutschen Spitzenköche auf. Auch die kulinarische Nachbarschaft hält ihre Position im Gastro-Ranking der Restaurant-Kritiker.

Rems-Murr: Sascha Schmierer (sas)

Fellbach - Mit absoluter Akribie und dem Mut zu kulinarisch auch gerne mal aus dem Rahmen fallenden Kreationen hat sich Philipp Kovacs für das Fellbacher Spitzenrestaurant Goldberg den zweiten Michelin-Stern erkocht. Das hat der renommierte Restaurantführer mitgeteilt. Der für eine Crossover-Küche mit asiatischen Geschmackserlebnissen und regionalen Zutaten stehende Küchenchef steigt mit der Auszeichnung in die kleine Riege doppelt dekorierter Köche auf– bundesweit gibt es nur 40 Kollegen, die sich mit zwei Sternen schmücken dürfen. Auf die Auszeichnung hat Kovacs, 1982 in Heilbronn geboren und nach der Ausbildung im Asperger Adler beruflich in Österreich, der Schweiz und Portugal unterwegs, seit Jahren hingearbeitet.

Gelobt wird die „angenehm unkomplizierte Atmosphäre“

Seit 2013 kocht er im Goldberg, zwei Jahre später hatte das von Catering-König Jörg Rauschenberger als kulinarisches Aushängeschild betriebene Restaurant in der Schwabenlandhalle den ersten Michelin-Stern. Dass nun ausgerechnet im Corona-Lockdown der Aufstieg in die Beletage gelingt, macht den Sternekoch ein wenig sprachlos. „Es ist unfassbar. Gerade geht es für die Gastronomie ja nicht um Ruhm und Ehre, sondern einfach ums Überleben“, sagt er – nicht ohne ans Team zu denken.

„Ich freue mich für die Jungs, dass es geklappt hat“, gibt der 38-Jährige zu Protokoll. Gelobt wird von Michelin neben „hervorragenden Speisen“ auch die „angenehm unkomplizierte Atmosphäre“. Kovacs kann das nachvollziehen. „Es hat sich ausgezahlt, dass wir das mit dem zweiten Stern gar nicht so verbissen gesehen haben“, sagt er.

Karrer, Oettinger und Malathounis verteidigen ihren gastronomischen Status

Mit dem Aufstieg stehen in Fellbach vier Sterne am Kochhimmel – Michael Oettinger vom Hotel Hirsch in Schmiden und Armin Karrer mit seinem Avui in Fellbach haben ihren gastronomischen Status verteidigt. Das gilt auch für Kochkunst in der Nachbarschaft: In Kernen-Stetten darf sich Joannis Malathounis über ein Kompliment für seine moderne griechische Küche freuen, in Waiblingen bleibt auch das Bachofer mit einem Stern dekoriert.

„Die Auszeichnung ist gerade in dieser Zeit eine ungeheuer wichtige Bestätigung für die Leistungsfähigkeit der Betriebe“, sagt Fellbachs OB Gabriele Zull zur lokalen Sterne-Dichte. Dieses Niveau zu verteidigen, verlange neben Können auch eine hohe Disziplin, Kreativität und Begeisterung. „Die Auszeichnung ist der Lohn für kontinuierliche und herausfordernde Arbeit.“ Umso erfreulicher sei es, dass es mit dem Goldberg erstmals eine Zwei-Sterne-Adresse in Fellbach gebe.




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