Während ein israelischer Expertenrat eine vierte Corona-Impfung für alle ab 18 Jahren empfiehlt, fragen sich die Menschen auch hierzulande, wann der zweite Booster nötig ist. Was wird derzeit in Deutschland empfohlen?

Manche lassen sich in diesen Tagen ihre Erst- oder Zweitimpfung gegen das Coronavirus verabreichen, andere lassen ihren Impfschutz auffrischen, und wieder andere machen sich Gedanken, wie es nach dem Booster weitergeht. „Viele Bürgerinnen und Bürger fragen gerade in den Arztpraxen nach, ob sie jetzt eine vierte Impfung brauchen“, sagte der nordrhein-westfälische SPD-Chef Thomas Kutschaty am Montag.

Das bestätigt auch Markus Lewe, Präsident des Deutschen Städtetags. Viele fragten drei Monate nach der Booster-Impfung jetzt bereits Termine für die vierte Impfung an. Verwunderlich ist das nicht. Schließlich gebe es Personen, wie etwa Beschäftigte im Gesundheitswesen oder besonders gefährdete Menschen, die bereits „im Spätsommer einen Boost bekommen haben“, so Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing.

Keine Stiko-Empfehlung für Booster nach dem Booster

Kurz vor Weihnachten hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) bekannt gegeben, dass sie die Drittimpfung wegen der Omikron-Variante des Coronavirus bereits nach mindestens drei statt nach sechs Monaten empfehle. Für eine vierte Impfung, also einen Booster nach dem Booster, gibt es allerdings noch keine Empfehlung der Stiko.

Nach Meinung des Corona-Experte Wendtner aus München müsse man sich zügig auf die vierte Corona-Impfung vorbereiten - mit den verfügbaren Impfstoffen. „Für mich wäre eine Viertimpfung vier bis sechs Monate nach der dritten Impfung eine adäquate Maßnahme“, sagte er. Oft heiße es, man wolle auf den angepassten Omikron-Impfstoff warten. „Ich fürchte aber, das wird zu lange dauern.“ Vor April sei nicht mit neuen Impfstoffen zu rechnen – die Omikron-Welle rolle aber jetzt heran.

Vierte Impfung in Israel

Ein israelischer Expertenrat hat indes am Dienstag eine vierte Impfung gegen das Coronavirus für alle Landesbewohner ab 18 Jahren empfohlen. Die Empfehlung gelte für Erwachsene, die vor mehr als fünf Monaten die Booster-Impfung erhalten haben oder vor diesem Zeitraum genesen seien, teilte das Gesundheitsministerium mit. Der Expertenrat, das sogenannte Team zur Epidemiebekämpfung, besteht unter anderem aus Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums, Vertretern der Krankenkassen sowie Wissenschaftlern.

„Die Entscheidung wurde angesichts positiver Ergebnisse getroffen, die einen drei- bis fünfmal höheren Schutz gegen schwere Erkrankungen nach der vierten Impfdosis zeigten“, hieß es in der Mitteilung. Der Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus sei bei vierfach Geimpften doppelt so hoch wie bei dreifach Geimpften. Die Empfehlung muss noch vom Generaldirektor des Gesundheitsministeriums gebilligt werden.

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