Etwa zehn bis zwölf Minuten dauert die Fahrt. Seit Mittwoch kann man den Schlossplatz erneut von oben bewundern. Das 58 Meter hohe Riesenrad dreht bis zum 6. Januar seine Runden.
Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, der Andrang ist noch verhalten: Am Mittwoch um 11 Uhr hat Wiebke Bruch, die Juniorchefin einer Riesenrad-Schaustellerfamilie aus Düsseldorf, die erste Gondelfahrt im Sky Lounge Wheel gestartet. Sie freut sich sehr, dass ihr Unternehmen bei der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart zum vierten Mal das Rennen um den wohl schönsten Platz der City gemacht hat. In all den Jahren, da die Bruchs auch beim Volksfest auf dem Wasen dabei sind, haben sie sich viele Freunde in der Stadt gemacht.
Ihr Vater Oscar Bruch stammt aus einer Schausteller-Familie, die seit 175 Jahren auf den Festplätzen Europas unterwegs ist. Mit 30 Jahren kaufte der Düsseldorfer zusammen mit seinem Onkel das erste Riesenrad. Fünf Millionen D-Mark zahlten die beiden damals für das Bellevue, das noch heute im Einsatz ist. Als kleiner Junge saß Bruch schon auf Jahrmärkten im Kartenhäuschen. Noch bevor der kleine Oscar zur Schule ging, erzählt der heute 61-Jährige, konnte er auf fünf D-Mark herausgeben.
Für die Expo 2000 wurde das Sky Lounge Wheel gebaut
Das Sky Lounge Wheel, das sich nun zum vierten Mal auf dem Schlossplatz dreht, ist zur Expo 2000 in Hannover als leuchtender Hightech-Gigant erschaffen worden. Mit 58 Metern Höhe und 400 Tonnen Gesamtgewicht ist es das größte und schwerste Mitglied der Bruchschen Riesenrad-Familie. Ein guter alter Bekannter dreht sich also bis zum 6. Januar im Herzen der Stadt.
Die Preise sind stabil geblieben. Eine Fahrt kostet erneut acht Euro für Erwachsene, sechs Euro für Kinder unter 1,40 Metern, Kinder unter drei Jahren fahren kostenfrei.
Unermüdlich wird das Sky Lounge Wheel Menschen sanft in den Himmel befördern. Hier zeigt sich das Leben: Jedes Auf hat ein Ab. Die Höhenträume enden zwar immer auf dem Boden, aber man zehrt von ihnen. Dies habe eine „beruhigende Wirkung“, preist Bruch seine Gondeln an: „Riesenradfahrten sollte es auf Rezept geben.“
Die Saison geht bis zum 6. Januar
Wer an Höhenangst leidet und merkt, dass eine Fahrt sehr anstrengend für ihn wird, kann mit Handzeichen dafür sorgen, dass die Betreiber die Gondeln für ihn anhalten. Wiebke Bruch rät Menschen, die sich in der Höhe unwohl fühlen: „Man sollte immer gerade ausschauen, wie auf das Panorama einer Stadt – nicht nach unten.“
Das Riesenrad bleibt bis zum 6. Januar im Ehrenhof und hat in aller Regel sonntags bis donnerstags von 11 bis 21 Uhr sowie freitags und samstags von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Es gibt aber auch Ausnahmen, etwa wenn das Land zu Veranstaltungen ins Schloss lädt.