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Virtueller Blick hinter Kulissen Forum Theater Stuttgart: Proben, ohne gegen die Corona-Auflagen zu verstoßen

Von gab 

Not macht erfinderisch. Und im Idealfall machen Kreative aus der Not sogar eine Tugend. Wie gerade im Forum Theater. Hier wird trotz Corona geprobt. Und das ohne gegen die Regeln zu verstoßen.

Martina Guse verkörpert das Einpersonenstück „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ im Forum Theater. Geprobt wird aktuell trotz Corona.  Foto: Sabine Haymann
Martina Guse verkörpert das Einpersonenstück „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ im Forum Theater. Geprobt wird aktuell trotz Corona. Foto: Sabine Haymann

Im Forum Theater steht als nächste Premiere Anfang Mai Peter Hacks „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ an. Theoretisch zumindest. Denn wer weiß schon, ob es im Mai überhaupt Premieren geben wird? Manchmal muss man aber einfach auch ein bisschen Glück haben. Wie das Forum Theater in diesem Fall. Denn Martina Guse, die Hauptdarstellerin dieses Einpersonenstücks, wohnt während der Proben stets in der Wohnung im Gebäude des Forums 3, ebenso wie Karin Eppler, die das Stück inszeniert. Perfekte Voraussetzungen also, um in Corona-Zeiten proben zu können, ohne gegen die Regeln zu verstoßen. Sie sind nur zu zweit, und beide gehören – derzeit – demselben Hausstand an.

Aber proben ohne zu wissen, ob die Premiere jemals stattfinden wird? In diesem Falle: ja. Denn das Publikum darf bei dieser Inszenierung ganz nah am Entstehungsprozess mit dabei sei. „Wir möchten mit den Zuschauern in Verbindung bleiben, weil wir sie vermissen“, sagt Markus Klemenz, der in dem kleinen Theater verschiedene Aufgaben im Bereich der Kommunikation hat.

Spannende Hintergrundstorys in kurzen Filmsequenzen

Glücklicherweise hat er schon in den vergangenen Jahren immer wieder in Eigeninitiative Trailer zu aktuellen Produktionen erstellt. Und so schicken ihm Karin Eppler und Martina Guse das Material, das sie selbst im Rahmen der Proben aufzeichnen. Das ist für alle in dieser Form Neuland, aber sie haben sich darauf eingelassen und inzwischen sogar richtig Spaß an der Sache. Karin Eppler, so erzählt Klemenz, bereite sich immer besonders auf die Aufnahmen vor. Und so kann das Publikum nun über die Homepage verschiedene kurze Filmsequenzen ansehen und spannende Einzelheiten erfahren: Warum und nach welchen Kriterien wurde schon vor drei Monaten das Kostüm ausgewählt - schon lange vor dem eigentlichen Probenbeginn? Worin liegt für Schauspielerin Martina Guse der besondere Reiz des Textes? Worin seine besondere Herausforderung? Immerhin ist Johann Wolfgang von Goethe bei Nacht und Nebel aus dem Hause Stein verschwunden, und alle denken, dass Frau von Stein die Schuldige ist. Aber ist das wirklich so?

Mehr und mehr nähert sich das, was man da zu sehen bekommt, einer Bühnenaufführung an, und auch hinter die Kulissen dürfen die Zuschauer am Bildschirm einen Blick werfen. Neben der Schauspielerin und der Regisseurin kommen die Bühnenbildnerin und die Regieassistentin zu Wort.

Die Kraft des Theaters

Der Grundimpuls zu diesem virtuellen Blick hinter die Kulissen sei von der Intendantin Elke Woitinas gekommen, erzählt Markus Klemenz. Zum Welttheatertag 2020, der am 27. März war, hatte der diesjährige Botschafter dieses Tages, der pakistanischen Autors und Regisseurs Shahid Nadeem, einen Text geschrieben, der Elke Woitinas und ihr Team besonders berührte. Nadeem betont darin die Kraft des Theaters und die wichtige Rolle, die es für die menschliche Gesellschaft spielt.

Einen Livestream zu machen, dazu wären auf die Schnelle nicht die technischen Möglichkeiten vorhanden gewesen, sagt Klemenz. Dennoch wollten sie den Kontakt zum Publikum halten und ihm etwas mitgeben. Das tun sie nun – auf sehr interessante und kurzweilige Art. Dreimal pro Woche kommt jeweils eine neue Folge hinzu – zu den Zuschauern nach Hause. Premiere hin oder her – auch in diesem Fall ist der Weg vielleicht ein wichtiges Ziel.