Virtueller Rundgang in S-Mitte Die Biologie als Vorbild

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Das Naturkundemuseum am Löwentor zeigt bei einen virtuellen Ausstellung, wie die Natur Vorbilder für eine nachhaltige Architektur liefert.

In der technischen Entwicklung wie etwa dem Roboterbau kommt Bionik zum Einsatz. Aber auch in der Architektur spielt sie eine immer größere Rolle. Foto: dpa
In der technischen Entwicklung wie etwa dem Roboterbau kommt Bionik zum Einsatz. Aber auch in der Architektur spielt sie eine immer größere Rolle. Foto: dpa

S-Mitte - Italiens Universalgelehrter Leonardo da Vinci machte es vor. Der 1452 geborene Künstler nahm sich den Vogelflug zum Vorbild für die Entwicklung einer Flugmaschine. Die Imitation biologischer Prozesse für technische Anwendungen ist gerade in der heutigen Zeit besonders gefragt.

Die Natur setzt ihre Ressourcen sparsam ein, um einen Zweck zu erfüllen. Im Zeitalter der Rohstoffverknappung und angesichts der im Klimawandel sich manifestierenden Überforderung des Planeten durch grenzenloses Wachstum schauen immer mehr Forscher darauf, wie die Natur Hindernisse überwindet.

3-Drucker hilft bei der Imitation

Die Technik wiederum liefert mit dem 3D-Drucker ein hilfreiches Vehikel für die sogenannte Bionik. Er ermöglicht die punktgenaue Kreation von Strukturen, die dem natürlichen Modell folgend oft filigran wirken, dabei aber eine erstaunliche Robustheit aufweisen.

Das Naturkundemuseum am Löwentor zeigte die Möglichkeiten der Bionik 2017 in einer Ausstellung auf. Sie ist derzeit als virtueller Rundgang erlebbar auf der Internetseite des Museums. Sie widmet sich explizit der Baubionik, also der Anwendung von der Natur inspirierter Prinzipien in der Architektur. Ein Beispiel hierfür wird in der virtuellen Ausstellung etwa anhand der Kokosnuss, aufgezeigt. Sie sollte Tropenreisenden tunlichst nicht auf den Kopf fallen. Denn ihre Schale gilt als besonders hart.

Fasern sorgen für Robustheit

Sie besteht aus Fasern und verfügt deshalb über eine besondere Aufpralldämpfung. Forscher arbeiten daran, Materialien aus Beton- und Keramikfasern herzustellen, die eine ähnliche Stabilität aufweisen. Andere Pflanzen wie die Stacheln von Griffel- und Lanzenseeigeln lassen sich aufgrund eines porösen Skeletts leicht biegen ohne dabei abzubrechen. Auch dank dieser Eigenschaft könnten Bauwerke stabiler konstruiert werden. Gerade in Erdbebengebieten werden Hochhäuser gerne nach dem Vorbild von Grashalmen oder auch der Kokosnuss gebaut.

Schalentragwerke, die sich zum Beispiel das Schneckenhaus zum Vorbild nehmen, haben sich schon seit einiger Zeit in der Architektur etabliert. Bei minimalem Materialeinsatz lassen sich mit ihnen maximale Flächen überspannen. Welche Formeln der Natur noch interessant sein könnten für eine nachhaltige Stadtplanung der Zukunft, lässt sich beim virtuellen Rundgang durch das Naturkundemuseum an vielen Schautafeln erkunden

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