Virus in Afrika Kongo meldet elf neue Ebola-Fälle

Von red/AP 

Vor vier Jahren grassierte das Ebola-Virus in Westafrika und tötete Tausende. Jetzt ist die hochansteckende Krankheit in einer kongolesische Millionenstadt aufgetaucht.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens trägt in einem Behandlungszentrum in Bikoro im Kongo eine Schutzausrüstung gegen Viren. Foto: AP
Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens trägt in einem Behandlungszentrum in Bikoro im Kongo eine Schutzausrüstung gegen Viren. Foto: AP

Kinshasa - Der Kongo hat elf weitere bestätigte Ebola-Fälle gemeldet. Es gebe zudem zwei neue Todesfälle, die mit einem Ausbruch der Krankheit im Nordwesten des Landes in Verbindung stehen sollen, teilte das Gesundheitsministerium am späten Donnerstagabend mit. Die Zahl der Verdachts-, wahrscheinlichen und bestätigten Fälle liegt damit bei nun insgesamt 45. Darunter seien inzwischen 25 Tote. Doch sei bislang nur ein Todesfall als Ebola bestätigt worden, hieß es.

Eines der beiden neuen Todesopfer, das an Ebola gestorben sein könnte, sei aus Bikoro gemeldet worden - also jener Ortschaft im Nordwesten, in der der erste Ebola-Todesfall registriert worden war. Der andere tödliche Verdachtsfall wurde in Wangata festgestellt.

Ohne Schutzmaßnahmen kann sich das Virus rasend schnell verbreiten

Am Donnerstag hatte Gesundheitsminister Oly Ilunga mitgeteilt, das der Ebola-Ausbruch die Millionenstadt Mbandaka erreicht habe. Dort seien zwei Fälle hämorrhagischen Fiebers aufgetreten, bei einer Probe sei dann das Ebola-Virus nachgewiesen worden.

Ebola wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Selbst Tote sind ansteckend. Eine Therapie gibt es nicht, bis zu 90 Prozent der Erkrankten sterben. Symptome sind Fieber, Erbrechen, Durchfall, Muskelschmerzen und in einigen Fällen innere und äußere Blutungen. Werden keine Schutzmaßnahmen ergriffen, kann sich das Virus rasend schnell ausbreiten.

Die Weltgesundheitsorganisation hat 4000 Impfdosen in den Kongo geschickt und Tausende weitere in Aussicht gestellt. Der noch experimentelle Impfstoff hat sich bei einem Ausbruch in Westafrika in den Jahren 2014 bis 2016 als sehr wirkungsvoll erwiesen. Damals waren einer Ebola-Epidemie in Liberia, Guinea und Sierra Leone Tausende Menschen zum Opfer gefallen.