Wenn im Winter die Sonne fehlt, sinkt bei vielen Menschen der Vitamin-D-Spiegel. Woran erkennt man einen Mangel?

Digital Desk: David Hahn

Gerade in der kalten Jahreszeit rückt Vitamin D wieder in den Fokus: Die Tage sind kurz, viele Menschen halten sich seltener im Freien auf und die Sonne steht tief. Ohne ausreichende UVB-Strahlung kann der Körper allerdings deutlich weniger Vitamin D bilden. Ein niedriger Wert ist zwar nicht automatisch krankhaft, kann aber bei längerem Defizit Beschwerden verursachen. Was sind mögliche Anzeichen für einen Mangel an Vitamin D?

 

Warum Vitamin D wichtig ist

Vitamin D ist streng genommen kein klassisches Vitamin, sondern wirkt im Körper eher wie ein Hormon: Es kann in der Haut selbst gebildet werden. Seine wichtigste Aufgabe ist die Regulation des Knochenstoffwechsels. Vitamin D unterstützt die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm und hilft dabei, diese Mineralstoffe in die Knochen einzubauen. Weiterhin spielt es eine Rolle für die Muskelkraft und ist an verschiedenen Stoffwechselvorgängen beteiligt.

Symptome: Anzeichen für einen Vitamin-D-Mangel

Die Symptome eines Vitamin-D-Mangels sind oft unspezifisch und können schleichend auftreten. Möglich sind unter anderem eine nachlassende Muskelkraft, Muskelschwäche und Muskelkrämpfe. Auch eine erhöhte Infektanfälligkeit wird als mögliche Folge beschrieben. Bei einem länger anhaltenden und deutlichen Mangel kann es außerdem zu Problemen im Knochenstoffwechsel kommen: Bei Kindern droht Rachitis (weiche, verformbare Knochen), bei Erwachsenen kann es zur Osteomalazie kommen, also einer Knochenerweichung. Vor allem im höheren Alter wird Vitamin D zudem mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche in Verbindung gebracht. Die AOK weist zudem Müdigkeit, eine Verringerung der kognitiven Leistungsfähigkeit und Depressionen als mögliche Folgen und Symptome auf.

Vitamin D: Ab wann spricht man von einem Mangel?

Ob wirklich ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, lässt sich am zuverlässigsten über einen Bluttest feststellen. Dabei wird nicht die aktive Form direkt bestimmt, sondern der Speicherwert 25-Hydroxyvitamin D (kurz 25(OH)D). Die Einordnung erfolgt häufig nach Orientierungswerten (ng/ml), welche je nach Standort und Labor allerdings variieren können. Unter 10 gilt nach Angaben des Universitätspitals Zürich als schwerer Mangel, 10 bis 20 als Mangel, Werte über 20 werden meist als akzeptabel bewertet, während 30 bis 50 als wünschenswert gelten. Wichtig ist: Ein einmalig niedriger Wert bedeutet nicht automatisch, dass ein relevanter Mangel vorliegt, da Vitamin-D-Spiegel saisonal schwanken und besonders im Winter absinken können.