Vogelgrippe Geflügelpest im Hohenlohekreis nachgewiesen

Um den Geflügelhof wird ein Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens drei Kilometern eingerichtet (Symbolbild). Foto: dpa/Holger Hollemann
Um den Geflügelhof wird ein Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens drei Kilometern eingerichtet (Symbolbild). Foto: dpa/Holger Hollemann

Die Vogelgrippe ist zurück in Baden-Württemberg: Nachdem der Virus im Januar in Brandenburg nachgewiesen wurde, musste jetzt ein kleiner Tierbestand in der Gemeinde Bretzfeld im Hohenlohekreis getötet werden.

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Künzelsau - Rund drei Wochen nach einem ersten Fall von Vogelgrippe in Brandenburg in dieser Saison gibt es nun auch in Baden-Württemberg einen Nachweis. Diesmal ist kein Wildvogel, sondern eine Geflügelhaltung mit etwa 30 Tieren betroffen. Der Bestand in der Gemeinde Bretzfeld im Hohenlohekreis sei am Freitag getötet worden, teilte die Kreisverwaltung am Montag mit. Zuerst hatte die „Heilbronner Stimme“ berichtet.

Da das Geflügel in Auslaufhaltung in der Nähe eines Fließgewässers gehalten wurde, werde derzeit ein Kontakt mit wildlebenden Wasservögeln als wahrscheinliche Infektionsursache vermutet, hieß es weiter. Es werde nun ein Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet von zehn Kilometern eingerichtet. Geflügelhalter in diesem Gebiet müssen Vorsichtsmaßnahmen treffen und ihre Tiere im Stall halten.

Erreger kam wahrscheinlich durch Zugvögel nach Deutschland

Im Januar war der Geflügelpest-Erreger H5N8 bei einer Blessgans in der Nähe von Forst nahe der polnischen Grenze nachgewiesen worden. Das hochansteckende Virus wurde dort wahrscheinlich durch Zugvögel eingeschleppt. Seit Jahresbeginn gebe es ein plötzliches überregionales Ausbruchsgeschehen von Hochpathogener Aviärer Influenza (HPAIV) des Subtyps H5N8 in Geflügelbetrieben in Osteuropa, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mit. Übergänge von H5N8 auf den Menschen sind bislang nicht bekannt.

Ob sich in den kommenden Wochen eine so verheerende Epidemie wie im Winterhalbjahr 2016/2017 entwickeln könnte, lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, hieß es im Januar vom FLI. Im vergangenen Jahr hatte es demnach keine Fälle oder Ausbrüche von Vogelgrippe in Deutschland gegeben. 2016/2017 hatte H5N8 für Ausbrüche in etlichen Geflügelhaltungen gesorgt. Hunderttausende Tiere wurden getötet, um die weitere Verbreitung einzudämmen. Es war nach FLI-Angaben die bislang schwerste erfasste Vogelgrippe-Epidemie in Europa und auch in Deutschland. Das Virus war mit Zugvögeln aus Asien nach Europa gekommen.

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