Zahlreiche Gruppen sprechen sich gegen Stuttgart 21 aus. Vor der Volksabstimmung treten sich jetzt gemeinsam im Internet auf.

Landespolitik: Michael Petersen (mip)

Stuttgart - Im Vorfeld der Volksabstimmung über den Ausstieg aus Stuttgart 21 haben sich zahlreiche Gegner auf einer gemeinsamen Internetplattform (www.weichensteller.de) zusammengeschlossen. Die Seite wurde am Donnerstag in Reutlingen vorgestellt und genau einen Monat vor der landesweiten Abstimmung am 27. November online gestellt. Mehr als hundert Initiativen und Einzelpersonen finden sich dort. "Es werden bald noch viel mehr werden", erklärte Ingmar Grosch, der an der Entwicklung der Plattform mitgearbeitet hat. Bestehende Netzwerke wie Infooffensive (www.infooffensive.de) und Aussteiga! (www.aussteiga.de) wollen dort Daten bündeln. Über eine Landkarte lassen sich regional Kontakte zu Menschen herstellen, die sich in Initiativen gegen das Bahnprojekt engagieren wollen. Auch zahlreiche E-Mail-Adressen der lokalen Bündnisse sind zu finden. Die Seite bietet ein Diskussionsforum, ein Archiv mit mehreren Hundert Presseartikeln, auch Argumentationshilfen und Flyer können bestellt werden.

Die neue Plattform wird auch von den "Parkschützern" unterstützt, die sich als parteiunabhängige Organisation seit zwei Jahren gegen Stuttgart 21 richtet. "Der Begriff Parkschützer wird außerhalb Stuttgarts nicht verstanden", erklärte deren Sprecher Matthias von Herrmann, der die Pressekonferenz in Reutlingen auch moderierte. In Reutlingen wurden auch "Widerstandsprodukte" vorgestellt. Wer aus dieser Reihe Limo, Streuobstapfelsaft, Olivenöl, Wein oder Sauerkraut kauft, entrichtet einen Solidaritätsbeitrag für die Projektgegner. Demnächst ist auch ein Volksabstimmungsbier erhältlich.