Volksbank Leonberg-Strohgäu zieht Bilanz Weniger Wohnungsneubau, weniger Kreditnachfrage

Die Zentrale des Geldhauses: die Volksbank Leonberg-Strohgäu Foto: Volksbank privat

Die Volksbank Leonberg-Strohgäu schüttet trotz sinkender Kreditnachfrage und gestiegener Zinsen eine Dividende aus. Die Bank rüstet sich für die Zukunft – etwa auch durch eine Fusion mit der Raiffeisenbank Wimsheim-Mönsheim.

Eine sehr gute Ertragslage - das bescheinigen die Prüfer vom baden-Württembergischen Genossenschaftsverband der Volksbank Leonberg-Strohgäu für das Geschäftsjahr 2023. Trotz der Herausforderungen, die die geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten mit sich brachten, habe das Kreditinstitut seine Stabilität erwiesen. Diesem Fazit haben sich auch der Aufsichtsrat und die Mitglieder-Vertreter in der Stadthalle Gerlingen angeschlossen.

 

Die Volksbank hat im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresüberschuss von rund 1,28 Millionen Euro erwirtschaftet. Davon kann nun den rund 34 500 Mitgliedern der Genossenschaftsbank eine Dividende in Höhe von drei Prozent auf ihre Anteile ausgezahlt werden.

„Erwartungsgemäß war der Zinsüberschuss auch bei der Volksbank Leonberg-Strohgäu im Jahr 2023 rückläufig“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Held. Die Zinssätze bei vielen Krediten seien noch auf einem niedrigen Niveau festgeschrieben gewesen, während für Kundenanlagen nun wieder deutlich höhere Zinsen bezahlt werden. Erfreulicherweise konnte das Provisionsergebnis gesteigert werden. Die Personal- und Sachkosten sind moderat gestiegen.

Inflation, Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten und der damit verbundenen Unsicherheit gepaart mit einem rückläufigen Wohnungsneubau, einer schwachen Kreditnachfrage der Firmenkunden infolge der wirtschaftlichen Stagnation und die nun wieder gestiegenen Zinsen beeinflussten das Kundengeschäft. Ausgehend von den Vorjahreswerten der beiden Genossenschaftsbanken stiegen die Kreditbestände leicht auf rund 1,01 Milliarden Euro. Insgesamt betreut die Bank ein Kundenkreditvolumen in Höhe von 1,13 Milliarden Euro.

Gegenwärtig beschäftigt die Bank in ihrem Einzugsgebiet von Eberdingen bis Renningen und von Wimsheim bis Korntal-Münchingen 212 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Besonders stolz ist man auf 17 Auszubildende, acht davon haben im vergangenen Herbst begonnen. Es sei immens wichtig, selbst eigene Fachleute auszubilden, sagte Held. Die Volksbank setzt dabei auf das hauseigene Ausbildungszentrum in Ditzingen, das auch der Nachwuchs anderer Volksbanken besucht. Komplexe Anforderungen machten es nicht leicht, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu rekrutieren, zumal der Personalmarkt in der Region leergefegt sei. Fachkräftemangel führe auch zu der unbefriedigenden Situation, dass der Service an den Schaltern der Bank oft kurzfristig eingeschränkt werden müsse. „Wenige müssen mehr übernehmen“, sagte der Vorstandvorsitzende.

Fusion lässt eine recht große Bank entstehen

Im November hat sich die Raiffeisenbank Wimsheim-Mönsheim der Volksbank Leonberg-Strohgäu angeschlossen, sodass ich die Bilanzsumme der Bank nun auf fast 1,84 Milliarden Euro beläuft, was sie zu einer recht großen Volksbank macht. „Das genossenschaftliche Selbstverständnis, sich zusammenzuschließen, wenn es gemeinsam besser geht, war der wichtigste Grund dafür“, erläutert Jürgen Held. Zunehmend regulatorische Anforderungen mache es kleinen Banken schwerer, selbstständig zu bleiben.

Die Weiterentwicklung der eigenen Standorte ist der Bank wichtig. Vorstand Wolfgang Ernst hebt das Beispiel in Renningen hervor: „Wir haben dort zukunftssicher gebaut. Das fertiggestellte Neubauprojekt umfasst neben der modernen Geschäftsstelle der Bank eine große Filiale der Bäckerei Trölsch sowie über 30 attraktive Mietwohnungen.“ Die Bank setzte auch ihr Engagement für soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit fort. Mehr als 110 000 Euro wurden gespendet.

65000 Kunden vertrauen der Volksbank Leonberg-Strohgäu

„Mit diesen Zahlen haben wir eine gute Basis geschaffen, um auch zukünftig wachsen und erfolgreich im Sinne unserer Kunden und Mitglieder agieren zu können“, wertet Jürgen Held, die Geschäftsergebnisse. Zugleich zeigten die Zahlen, dass die rund 35 000 Mitglieder und 65 000 Kunden der Volksbank vertrauen. Für die Zukunft sehe sich die Volksbank Leonberg-Strohgäu gut aufgestellt. Diese Einschätzung teilt auch der Aufsichtsrat der Volksbank Leonberg-Strohgäu, dessen Vorsitzender, der Hemminger Bürgermeister Thomas Schäfer, die Vertreterversammlung leitete.

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