Volkshochschule Korntal-Münchingen Wo sich Menschen vernetzen

Fitness- und Gesundheitskurse sind beliebt an Volkshochschulen. Doch es fehlen Dozenten. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Beim Korntaler Sommer präsentiert die Volkshochschule Korntal-Münchingen ihr neues Programm. Wie immer: Kein alles bleibt beim Alten.

Leonberg: Stefanie Köhler (koe)

Über mangelndes Interesse kann die Volkshochschule nicht klagen. Erneut ist die Zahl der Anmeldungen hochgegangen. Verglichen mit dem ersten Semester 2023 nahm sie leicht zu und stieg nun von 2220 auf 2400. 330 Veranstaltungen bietet die VHS im Herbst-Winter-Semester – so viele wie im Frühling-Sommer-Semester. Trotz Dozentenmangels. Das Fehlen von Lehrkräften konnte zum Teil ausgeglichen werden, berichtet die Leiterin Cornelie Class-Hähnel. „Aber es gibt nach wie vor wichtige Kurse in den Fachbereichen Gesundheit und Junge VHS, die wir nicht anbieten können.“

 

Pro Semester fehlen ein, zwei Dozenten. Für Pilates oder Angebote für Babys und Kinder. Zugleich werden die Kurse voller, und es gibt eine Warteliste. Immer wieder wechseln Teilnehmende auch die Seite und geben selbst einen Kurs. Nächstes Semester gibt es etwa eine kulinarische Reise durch die Khmer-Küche. Und erstmals findet ein Intensiv-Programmierkurs für Erwachsene statt. Ein Korntaler sei auf die VHS zugekommen, erzählt Cornelie Class-Hähnel. Für sie ein Zeichen dafür, „dass wir eine lebendige Organisation sind“.

„Wir sind für Ideen da“

So will die VHS-Chefin auch den Korntaler Sommer jetzt am Wochenende nutzen, um zu werben, zu signalisieren: „Wir sind für Ideen da.“ Schließlich wisse man oft nicht, was die Leute alles können – und vielleicht anderen vermitteln können. Freilich immer mit der nötigen Qualifikation und Erfahrung. „Wir haben Experten“, betont Cornelie Class-Hähnel. Die Anforderungen an die Dozenten – knapp 100 hat die VHS an der Hand – grenzt die Auswahl allerdings ein. Die Leiterin und ihre Stellvertreterin halten es für wichtig, „das Potenzial vor Ort zu nutzen“. In einer Kleinstadt, in der man sich eher kenne als in einer Großstadt, fühle man sich mehr angesprochen, als Referent aktiv zu werden, meint Susanne Klare.

Um Potenziale – und Ideen – dreht sich denn auch das Schwerpunktthema im neuen Semester. Es heißt „Chancen – da lässt sich was machen“. Ziel sei es, kreative Räume zu entfalten und wahrzunehmen. Wie sind soziale Systeme darauf ausgelegt, Chancen zu eröffnen? Wie sieht ein gutes Stressmanagement aus, das hilft, entspannter durch den (Berufs-)-Alltag zu gehen? Wo liegen die persönlichen Stärken? Eine Bewährungshelferin wird von ihrer Arbeit erzählen, in einer Gesprächsrunde geht es darum, wie Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt zurechtkommen. Auch der Bevölkerungsschutz sowie Kreativbereich mit seiner ganzen Vielfalt gehört laut Class-Hähnel dazu, die ebenfalls auf zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit im Alltag setzt.

Vernetzung über den Kurs hinaus

Die VHS rückt den „Werkstattcharakter des Wissens und der Bildung“, wie die Chefin es formuliert, in den Vordergrund: Die Teilnehmenden konsumieren nicht nur, sondern das Wissen wird praktisch gemacht. Ein „Tummelplatz des Geistes“ sei die VHS zwar nach wie vor. Sie ist aber auch ein Treffpunkt, eine Möglichkeit, sich zusammenzufinden, Wissen auszutauschen. Wie im Repaircafé. Vernetzung ist ein großes Thema. Laut Klare ist es vielen Teilnehmenden wichtig, mit bekannten Gesichtern oder Gleichgesinnten aus der Stadt zu lernen – und über den Kurs hinaus vielleicht noch zusammenzusitzen. Um die Begegnung im Ort zu stärken, haben sich die Frauen ein neues Format überlegt: je ein Gesprächsforum in jedem der drei Stadtteile. Die Hauptidee sei, die Menschen hier zusammenzubringen.

Neu sind auch kürzere Kursangebote zu Entspannung, Atem, Achtsamkeit. Wer sich gestresst fühlt und wenig Zeit hat, finde so einen ersten Einstieg ins Thema. Andererseits wagt die VHS „ein Experiment“, indem sie die Geschichte der Ukraine über vier Abende anbietet. „Wir wollen auch mal in die Tiefe gehen, nicht nur kurz und knackig.“

Das Programm erscheint am 30. Juni. Ab 8.30 Uhr ist es online, beim Korntaler Sommer gedruckt, zudem von 2. Juli an an vielen Auslagestellen. www.vhs-korntal-muenchingen.de.

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