Volleyball: 3. Liga Akute Aufstiegsgefahr für den ASV Botnang
Die Drittliga-Volleyballer sind nach dem Sieg gegen die TG Rüsselsheim auf Zweitliga-Kurs. Die 2. Bundesliga macht dem Verein weniger Sorgen als der Haushaltsplan der Stadt.
Die Drittliga-Volleyballer sind nach dem Sieg gegen die TG Rüsselsheim auf Zweitliga-Kurs. Die 2. Bundesliga macht dem Verein weniger Sorgen als der Haushaltsplan der Stadt.
Na also, geht doch: Herbstmeister! Nach der 0:3-Klatsche beim Tabellenvierten SG Westerwald Volleys am Nikolaustag haben sich die Botnanger Volleyballer schnell wieder aufgerappelt, und am Samstagabend die TG Rüsselsheim in einer stark umkämpften Partie mit 3:1 (26:24, 25:21, 25:27, 25:20) geschlagen. Der langjährige Drittligist bleibt damit auf Kurs zweite Liga. Angeführt von Kapitän Lukas Beckebans, der als umsichtiger Zuspieler seine Angreifer äußerst variabel einsetzt, sei es Jascha Hommel oder Ferdinand Gerstenberger über die Mitte, Moritz Finke oder Moritz Zeitler auf Außen oder Felix Kerlein auf Diagonal. Letzterer war in der vergangenen Saison noch in der Oberliga unterwegs.
„Wir beschweren uns sicher nicht über die drei Punkte“, sagte der ehrgeizige ASV-Trainer Kim Luong. „Aber unser Antrieb ist, noch besser zu werden – da gab es heute einige Ansatzpunkte. Und vor allem müssen wir diese Ergebnisse in der Rückrunde bestätigen.“ Der Trainer ist hungrig, hungrig auf Erfolg. Nicht zuletzt deswegen hat er seine Tätigkeit bei den Drittliga-Damen des TSV Georgii Allianz Stuttgart nach der vergangenen Saison beendet, weil er dort im Umfeld eine mangelnde Perspektive in Richtung Höherklassigkeit feststellen musste.
Bei den Botnanger Keilern, wie sie sich selbst nennen, wird seit Jahrzehnten behutsam gearbeitet und Stück für Stück die Rahmenbedingungen dem Erfolg angepasst, beziehungsweise umgekehrt. Für die aktuelle Saison wurde der Staff in Samira Baaroun erstmal um eine Teammanagerin erweitert, es gibt eine Hallensprecherin und einen DJ sowie einen Livestream ins Internet. Der langjährige Trainer Marc-Oliver Mestmacher, gleichzeitig Geschäftsführer des ASV Botnang, war gegen Rüsselsheim das erste Mal in dieser Saison persönlich in der Halle. „Ich bin über die aktuelle Entwicklung sehr froh. Man sieht ein gutes Trainerteam und eine gute Mannschaft“, sagt Mestmacher. „Und wie sie nach einem 0:3 eine Woche zuvor so zurückkommen, beweist, was in dem Team steckt.“
Der mögliche Aufstieg in die 2. Bundesliga macht dem Geschäftsführer weniger Sorgen. „Wir würden dies positiv begleiten wollen“, sagt Mestmacher. Dass dieses Bekenntnis wirkt, als ob es mit der Handbremse formuliert ist, liegt am plötzlichen Sparkurs der Stadt Stuttgart. „Noch ist der Doppelhaushalt nicht durch, aber die geplanten Einschnitte beträfen uns extrem.“
Über 2,5 Millionen Euro will die Stadt im nächsten Jahr beim Sport streichen. Zum Beispiel durch die Erhöhung der Nutzungsgebühren der Sporthallen oder durch das Streichen der Fahrtkostenzuschüsse. Ein schmerzender Schmetterball in Richtung der Vereinskassen. „Es ist selbstverständlich, dass auch der Sport seinen Beitrag zu einem genehmigungsfähigen neuen Doppelhaushalt leisten muss“, sagt Mestmacher, „aber wir haben die Hoffnung, dass die eine oder andere Position noch nicht in Stein gemeißelt ist“.
Bei dem notwendigen Blick in die nahe Zukunft konzentriert sich der Trainer allerdings voll auf die Gegenwart. „In der Liga geht es sehr eng zu. Aktuell spielen wir für den Klassenerhalt, und zwar ein Spiel nach dem anderen“, sagt Kim Luong. „Aber wir haben das erste Ziel erreicht. Wir sind Herbstmeister.“ Und man sieht es. Das freut jetzt auch den ehrgeizigen Trainer.