Volleyball – Allianz MTV Stuttgart Kästner fehlt – und ist doch großes Thema

Von Jochen Klingovsky 

Meister Allianz MTV Stuttgart erneuert seine Kritik am Nationalteam, schlägt aber auch eine Kommunikationsstrategie für künftige Verletzungsfälle vor.

Ist derzeit nur Zuschauerin: Pia Kästner Foto: Baumann
Ist derzeit nur Zuschauerin: Pia Kästner Foto: Baumann

Hannover - Pia Kästner fehlte beim Supercup in Hannover. Sieben Stunden Busfahrt hin, sieben zurück – das wäre eine zu große Belastung gewesen für die Volleyballerin von Meister Allianz MTV Stuttgart, die unter einer Verschleißerkrankung der Wirbelsäule (Osteochondrose) leidet. Ein großes Thema war Kästner (21) in Hannover trotzdem.

Bei der Bundesliga-Versammlung am Samstag stand ihr Fall auf der Tagesordnung, weil es nach der Rückkehr der Zuspielerin von der EM heftige Vorwürfe der MTV-Sportchefin Kim Renkema an die Verantwortlichen der Nationalmannschaft gegeben hatte („Wir haben eine kaputte Spielerin zurückbekommen“). Christian Dünnes, der Sportdirektor des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), schilderte den Clubvertretern, was aus seiner Sicht künftig besser laufen sollte – doch Aurel Irion ging diese Aufarbeitung nicht weit genug. „Es war eine lautstarke Diskussion“, sagte der Geschäftsführer von Allianz MTV Stuttgart, „ich bin mir sicher, dass unsere Kritik angekommen ist und dass es, wenn sich künftig eine Spielerin beim Nationalteam verletzt, nicht mehr auf die leichte Schulter genommen wird.“

Wichtig ist nun, dass Kästner schnell wieder gesund wird

In kleinem Kreis erklärten Renkema und Irion dem DVV-Sportdirektor dann noch, wie sich die Kommunikation zwischen Vereinen und Verband verbessern ließe. Demnach müsste jede Spielerin, die für die sechsmonatige Nationalmannschafts-Periode abgestellt wird, von ihrem Club ein ärztliches Bulletin mitbekommen. Darin stünde, welche gesundheitlichen Probleme und körperlichen Defizite sie hat. Nach drei Monaten würde es ein Update der medizinischen Abteilung der DVV-Auswahl für die Bundesligisten geben, und am Ende des Sommers würde die Spielerin einen Bericht über etwaige Verletzungen und ihren physischen Stand zu ihrem Arbeitgeber mitnehmen. „Wenn wir diese Form der Kommunikation festschreiben, wäre das für alle Beteiligten eine sehr gute Lösung“, meinte Kim Renkema, „damit ist die Sache für uns beendet. Jetzt ist vor allem wichtig, dass Pia Kästner möglichst schnell wieder gesund wird.“

Wie lange dies dauern wird, ist völlig offen. Bisher hat die Zuspielerin noch nicht am Mannschaftstraining teilgenommen. An diesem Montag findet eine MRT-Untersuchung statt, um zu sehen, wie sich ihre Erkrankung entwickelt hat. Danach wird der Meister entscheiden, ob er auf die Rückkehr von Kästner wartet – oder sich doch auf die Suche nach einer weiteren Zuspielerin macht.