Volleyball Allianz unterliegt nach überlegener Führung

Die Play-off-Spiele von Allianz MTV Stuttgart – hinten: Jolien Knollema – gegen Schwerin sind hart umkämpft. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Stuttgarter Volleyballerinnen verlieren das dritte Finalspiel in Schwerin mit 2:3 und stehen nun am Mittwoch unter Druck.

Eine allzu große Überraschung war es nicht: Auch die fünfte Partie in dieser Bundesligasaison zwischen dem SSC Palmberg Schwerin und Allianz MTV Stuttgart endete am Samstagabend mit einem 3:2 – diesmal wieder mit dem besseren Ende für Schwerin (20:25, 12:25, 25:21, 25:23, 15:8). Damit liegt der SSC in der Best-of-five-Serie mit 2:1 vorne und kann in der vierten Begegnung am Mittwoch (20.20 Uhr) in der Scharrena mit einem weiteren Sieg den 13. Meistertitel der Vereinsgeschichte perfekt machen.

 

Renkema: Spielverlauf folgt einem Muster

Kopfzerbrechen macht den Verantwortlichen auf Stuttgarter Seite, dass es dem Team erneut nicht gelang, eine komfortable Spielsituation in einen klaren Sieg umzumünzen. „Immer wenn wir einen Satz hoch gewinnen, legen wir nicht nochmal einen drauf, sondern unser Fokus stürzt komplett ein“, moniert Sportdirektorin Kim Renkema. Im zweiten Spiel ließ Allianz MTV nach einer 2:0-Satzführung und 20:13 im dritten Durchgang noch das 2:2 zu, ehe es noch zum knappen Erfolg reichte. Beim dritten Spiel in Schwerin ging die Partie nach einem überlegenen 25:12 im zweiten Durchgang und einer 2:0-Satzführung noch verloren.

Für Trainer Konstantin Bitter waren das allerdings unterschiedliche Situationen: „In Schwerin mussten wir in den dritten Satz erst hineinfinden“, sagt er. Dennoch musste er feststellen, dass seine Mannschaft mit zunehmender Spieldauer „gegen bis zum Erbrechen kämpfende Schwerinerinnen immer mehr den Kopf verlor“. Elemente, die zuvor bestens funktioniert hatten wie etwa das Blockspiel, wurden schlechter, zudem häuften sich die Fehler im Angriff.

Es zeigte sich auch, dass das Spiel von Allianz MTV immer noch stark von Krystal Rivers (24 Punkte) abhängt. Als Coach Bitter der Diagonalangreiferin im vierten Satz eine Pause gönnte, fehlte es Stuttgart an Durchschlagskraft im Angriff. Punkte gelangen fast nur noch über Schnellangriffe durch die Mittelblockerinnen.

Trainer Bitter fordert „jetzt Kopf und Motivation“

Ein Stück weit sieht der Trainer den Grund in der hohen Belastung des Teams: „Wir haben in dieser Saison jetzt 43 Spiele bestritten, deutlich mehr als Schwerin“, erläutert er. Zudem sei das SSC-Team im Schnitt wesentlich jünger. „Ganz frisch ist sicherlich keine Spielerin mehr, aber wir reagieren vielleicht empfindlicher auf die Belastungen“, sagt Bitter.

Dass in Schwerin der fünfte Satz verloren ging, kann der Coach nachvollziehen. „Aber wir dürfen es erst gar nicht zu fünf Sätzen kommen lassen“, fordert er. Nicht immer könne das Team die Energie aufbringen, über fünf Durchgänge zum Erfolg zu kommen. Während Sportdirektorin Renkema das Momentum nun bei Schwerin verortet („Wir haben sie am Ende nicht unter Kontrolle gekriegt“), sieht Bitter keinen Grund zum Schwarzmalen: „Wir haben nicht die Zeit, an vielen Dingen zu arbeiten. Aber wir müssen jetzt Kopf und Motivation zusammenbringen, um uns noch ein fünftes Spiel in Schwerin zu verdienen“, sagt er.

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