Volleyball-Aufstiegsspiele zur 3. Liga: TSV Georgii Allianz „Uralt-Knacker“ wollen’s noch mal wissen

Der 46-jährige Frank Rüdinger baggerte für den TSV Georgii Allianz bereits in der zweiten und dritten Liga. Nun bald wieder in der dritten? Foto: Archiv imago/Eibner

Die Volleyballer des TSV Georgii Allianz peilen nach Platz zwei in der Regionalliga die dritte Liga an. Die Aufstiegsspiele sind am Wochenende gegen Darmstadt.

Reporter: Torsten Streib (tos)

Es war gleichzeitig ein trauriger und freudiger Moment an jenem 29. März, als Dominik Nuguspanov den entscheidenden Punkt zum 3:0-Sieg der Volleyballer des TSV Georgii Allianz im finalen Saisonspiel der Regionalliga Süd gegen die TG Bad Waldsee erzielte. Nuguspanovs erfolgreicher Abschluss bedeutete „den allerletzten Punkt in unserer geliebten Ali-Halle“, sagt der Spieler und Teamorganisator Frank Rüdinger wehmütig – danach rückte nämlich die Abrissbirne an. Der Zähler sicherte den Vaihingern aber auch die Vizemeisterschaft und die Teilnahmeberechtigung an den Aufstiegsspielen zur dritten Liga. Diese beginnen am Freitag beim Südwest-Zweiten DSW Darmstadt, das Rückspiel findet am Sonntag (15 Uhr) in der Sporthalle des Fanny-Leicht-Gymnasiums statt.

 

Dritte Liga und die Allianz-Männer, da war doch was? In der Tat. Vor drei Jahren haben die Vaihinger ihr Team aus der Spielklasse zurückgezogen. Die Gründe damals: zu großer Aufwand, zu lange Fahrten, letztlich zu wenig Personal. Warum nun die Rolle rückwärts? Die Entfernungen zu den Auswärtsspielen würden denen in der Regionalliga ähneln, seien im Vergleich zur einstigen dritten Liga kürzer geworden. „Hauptsächlich sind Teams aus Baden-Württemberg dabei, mit Ausnahmen aus dem Frankfurter Raum“, weiß Rüdinger. Aber auch die Leistungsfähigkeit der Mannschaft sei ein Grund pro dritte Liga. Und dies, obwohl besagte Mannschaft buchstäblich ins Alter gekommen ist. Neun der 20 Spieler haben mit der Allianz einst sogar schon in der zweiten Liga gespielt, letztmals in der Abstiegssaison 2017/18. Rüdinger selbst ist mit seinen 46 Lenzen nicht einmal der Senior der Truppe – dieser „Titel“ geht an den 51-jährigen Markus Kostron. Insgesamt liege der Altersschnitt bei rund 40 Jahren. „Durch unsere drei jungen Hüpfer, die unter 30 sind“, sagt Rüdinger und lacht.

Nur drei Niederlagen

Dementsprechend werde die Allianz-Belegschaft vor vielen Spielen von den Gegnern müde belächelt. Der Gedankengang: „Die Uralt-Knacker machen wir locker weg“, konstatiert Rüdinger. So geschehen auch in der abgelaufenen Regionalliga-Runde – mit bösem Erwachen für die Konkurrenz. Nur einmal gegen die punktgleiche TG Schwenningen sowie in den beiden Spielen gegen den späteren Meister Konstanz (im einen Fall mit 22:24 im Tiebreak) verlor das Team um den scheidenden Trainer Christian Mayer. Nicht selten fühlte sich die „Alt-Herren-Truppe“ unterfordert. Oder wie es Rüdinger ausdrückt: „Es tut ab und zu gut, auf die Mütze zu bekommen, dann weiß man, was man im Training noch zu tun hat.“

Für den Aufstieg reicht nun allerdings nicht allein ein Erfolg gegen Darmstadt – bei Sieggleichheit entscheidet ein sogenannter Golden Set. Anschließend hieße es, abzuwarten, ob eine Spieletage höher überhaupt ein Platz frei wird. Bis diesen Donnerstag müssen die Vereine ihren Lizenzantrag für die zweite und dritte Liga einreichen. Die Nachrück-Chancen stünden erfahrungsgemäß aber nicht schlecht, weiß Rüdinger. Mit einer Entscheidung rechnet er Ende der nächsten Woche.

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