Volleyball-Bundesliga Der neue Trainer der Blaubären Flacht hat gute erste Eindrücke
Manuel Hartmann ist seit Anfang August Cheftrainer beim Volleyball-Bundesligaaufsteiger Blaubären TSV Flacht. Den Verein sieht er schon sehr gut aufgestellt.
Manuel Hartmann ist seit Anfang August Cheftrainer beim Volleyball-Bundesligaaufsteiger Blaubären TSV Flacht. Den Verein sieht er schon sehr gut aufgestellt.
Anfang August hat Manuel Hartmann seine Wohnung in Rutesheim bezogen, nachdem er die letzten sieben Jahre in Berlin gelebt hat, wo er das Zweitliga-Team von VCO Berlin und mehrere deutsche Nachwuchsmannschaften betreut hat. „Und so langsam finde ich mich in der Gegend auch zurecht“, sagt der neue Trainer der Binder Blaubären TSV Flacht mit einem Schmunzeln auf den Lippen.
Am 11. August leitete er das erste Training, bei dem zehn der derzeit elf Spielerinnen des Kaders dabei waren. „Im Augenblick sind es meistens sechs bis acht, weil einige Spielerinnen noch im Urlaub sind. Aber es sollten jetzt jede Woche mehr werden, da alle ihren Urlaub so früh wie möglich genommen haben“, berichtet der 38-Jährige.
Vier Einheiten zu je zwei Stunden pro Woche stehen derzeit auf dem Programm. Schwerpunkte sind dabei Technik- und Teamtraining. „Das Athletiktraining haben wir weit gehend ausgelagert. Spielerinnen, die in Ludwigsburg oder Esslingen wohnen oder studieren, bekommen von Athletikcoach Moritz Reinke ihre Pläne und können ihre Aufgaben auch dort erledigen“, erläutert Manuel Hartmann. Zudem bietet das Trainer-Team ein bis zwei Einheiten am Vormittag an, die beispielsweise die Studentinnen im Team wahrnehmen können.
Zwei Spielerinnen sollen zum derzeitigen Elfer-Kader noch hinzukommen, eine Mittelblockerin und eine Außenangreiferin. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass das klappt. Es sind einfach noch ein paar bürokratische Hürden zu überwinden“, erklärt Manuel Hartmann. Zudem soll Nachwuchsspielerin Sumeja Bristina, die etatmäßig zur zweiten Mannschaft gehört, immer wieder dazu stoßen. Gesucht wird auch noch eine Physiotherapeutin, die beim Training und an den Spieltagen dabei ist. „Auch hier sind wir auf einem guten Weg“, freut sich der Blaubären-Coach.
Überhaupt ist der 38-Jährige mit den Strukturen, die er beim Bundesligaaufsteiger vorgefunden hat, sehr zufrieden. Und das will etwas heißen: Manuel Hartmann hat zwei Jahre lang als Co-Trainer unter Felix Koslowski beim SSC Palmberg Schwerin gearbeitet und wurde dort 2017 und 2018 jeweils Deutscher Meister. „Die Strukturen dort sind natürlich außergewöhnlich, auch durch die Vernetzung mit dem Olympia-Stützpunkt“, erklärt er.
Doch auch den Bundesliga-Neuling sieht er auf einem guten Weg. „Es sind alle Stellen im Staff und auf der Geschäftsstelle besetzt“, zeigt er sich zufrieden. Der Unterschied zu einem Volleyball-Spitzenstandort wie Schwerin sei, dass dort viel mehr Mitarbeiter hauptamtlich tätig seien. „Mittelfristig muss die Professionalisierung aller Akteure unser Ziel sein, so dass sich alle auf den Sport konzentrieren können und dieser nicht neben einem 40-Stunden-Job und einer Familie untergebracht werden muss“, findet Manuel Hartmann.
Der 38-Jährige war in Schwerin der Ruhepol im Trainer-Trio, während Felix Koslowski und der zweite Co-Trainer Paul Sens am Spielfeld stets emotional mitgingen. „Das war ein Stück weit meine Rolle. Wenn die Mädels einen ruhigen Fixpunkt brauchten, haben sie mich angeschaut“, erzählt Manuel Hartmann, der sich selbst als nicht sehr extrovertiert, aber überaus kommunikationsstark beschreibt.
Erleichtert hat ihm den Einstieg bei den Binder Blaubären TSV Flacht zudem, dass er den Großteil der Mannschaft schon kennt: Julia Cedeno, Frauke Neuhaus, Alina Stäbler und Sara Marjanovic kennt er aus seiner Zeit als Co-Trainer bei Allianz MTV Stuttgart II. „Alina Stäbler dürfte ihre ersten Berührungen mit dem Volleyball mit mir gehabt haben“, erinnert sich Manuel Hartmann schmunzelnd. Britta Schlammer sei zwar nie in seiner Trainingsgruppe gewesen, aber man sei sich regelmäßig begegnet. Andere Spielerinnen wie Neuzugang Lea Finger oder Hanne Binkau kennt der Diplom-Sportlehrer aus seiner Zeit als Trainer der verschiedenen DVV-Nachwuchsteams.
Zu den Blaubären kam Manuel Hartmann über Sportdirektor Jan Lindenmair, unter dem der 38-Jährige vor 13 Jahren Co-Trainer bei Allianz MTV Stuttgart war. Er sieht die Aufgabe beim Bundesliga-Aufsteiger als Projekt, das über mehrere Jahre angelegt ist. „Als Aufsteiger wird es zu Beginn ziemlich knackig werden“, glaubt er. Die Mitaufsteiger ETV Hamburg und Volleys Borken sollten aber auf Augenhöhe sein. Der Ruhepol an der Seitenlinie will seinen Teil dazu beitragen, dass die Blaubären eine Entwicklung in ruhigem Fahrwasser nehmen können.
Diplom-Sportlehrer
Manuel Hartmann ist Diplom-Sportlehrer und seit dem Jahr 2010 als Volleyballtrainer tätig. Er war Co-Trainer bei den Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart, Ladies in Black Aachen und SSC Palmberg Schwerin. Mit den Mecklenburgerinnen wurde er zweimal Deutscher Meister. In den vergangenen sieben Jahren war der 38-Jährige Trainer des Frauen-Zweitligisten VCO Berlin und parallel Cheftrainer mehrerer deutscher Nachwuchsmannschaften von der U17 bis zur U20.
Privat
Manuel Hartmann ist ledig und wohnt seit August in Rutesheim: