Volleyball-Bundesliga Hanne Binkau will „zeigen, dass die Halle uns gehört!“

Hanne Binkau (re.) foppt den Block des VC Wiesbaden. Beim Heimsieg der Blaubären wurde sie als beste Spielerin ausgezeichnet. Foto: Andreas Gorr

In der Volleyball-Bundesliga streben die Binder Blaubären TSV Flacht gegen den ETV Hamburg den dritten Saisonsieg an. Das Duell birgt nicht nur für Hanne Binkau eine besondere Spannung.

Es ist eine Statistik, die ein wenig Stirnrunzeln hervorruft: Fünfmal standen sich die Flachter Blaubären und der ETV Hamburg in den vergangenen drei Jahren in den gemeinsamen Spielzeiten in der zweiten Liga Pro und in der Bundesliga gegenüber – in allen fünf Aufeinandertreffen siegte die Auswärtsmannschaft.

 

Zuletzt setzten sich die Blaubären im Dezember vergangenen Jahres in Hamburg nach 100 Minuten mit 3:1 durch – es war der erste Saisonsieg in der Bundesliga. An diesem Samstag (19.30 Uhr) erwartet die Mannschaft von Trainer Manuel Hartmann die Hanseatinnen, die derzeit mit nur einem Saisonsieg am Tabellenende stehen, zum Rückspiel in der Heckengäusporthalle für das Außenangreiferin Hanne Binkau ein klares Motto ausgibt: „Wir wollen diesen Heimfluch brechen.“

Hanne Binkau wechselte die Seiten – auf eigenen Wunsch

Die 27-Jährige nimmt in diesem Duell eine besondere Rolle ein – sie hat bereits das Trikot von beiden Mannschaften getragen. Vier Jahre lang spielte die gebürtige Berlinerin für den ETV Hamburg, ehe sie 2024 nach Flacht wechselte. Funfact am Rande: Nach dem Gastspiel der Blaubären in Hamburg (3:2) im Jahr 2023 fragte sie den damaligen Coach Nico Reinecke ganz unverblümt, ob sie in der kommenden Saison für Flacht spielen könne. „Ich hatte damals mein Studium abgeschlossen und wollte beruflich in den Großraum Stuttgart wechseln“, erklärt die Elektroingenieurin schmunzelnd.

Sie kann auch anders: Hanne Binkau (re.) packt gegen Wiesbaden den starken rechten Schlagarm aus. Foto: Andreas Gorr/Andreas Gorr

Mit den Menschen im Süden und ihren Mitspielerinnen kam das Nordlicht von Anfang an gut klar. „Das Schwäbische war der einzige kleine Kulturschock“, sagt sie. Zum Volleyball kam Hanne Binkau über ihre Mutter, die in einer Freizeitmannschaft spielte. „Sie hat mich immer in die Halle mitgenommen, und ich wollte dann immer alles ausprobieren“, erinnert sie sich noch gut.

Aus Berlin in die Volleyball-Welt

2007 begann Hanne Binkau ihre Karriere beim VC Preußen Berlin. Über das Bundesstützpunktteam des VC Olympia Berlin kam sie zur SG Rotation Prenzlauer Berg, wo sie 2015 die deutsche U18-Meisterschaft feiern konnte und stets mit der Trikotnummer zwölf auflief.

Darf man einen Tip geben? Hanne Binkau (re.) wählt dieses Mittel gern. Foto: Andreas Gorr

Studienbedingt wechselte sie dann nach Hamburg, wo sie in der dritten und zweiten Liga spielte, unter anderem beim Nachfolgeverein des Ex-Bundesligisten Aurubis Hamburg – mit der Trikotnummer zehn, weil die zwölf schon vergeben war. In Flacht hat sie nunmehr die Acht. „Zwölf und zehn waren beide schon weg“, erzählt Hanne Binkau lachend. „Ich hoffe, ich spiele nicht irgendwann mal mit der Null.“

Dreimal die Beste: Binkau dreht in 2026 auf

Im Fokus dürfte die Außenangreiferin am Samstag auch deshalb stehen, weil sie in den sechs Spielen dieses Jahr dreimal zur wertvollsten Spielerin gewählt wurde. „Die Wahl hat gepasst, sie war in den drei Partien stets eine der besten“, findet Blaubären-Trainer Manuel Hartmann. In seinen Augen ist die 27-Jährige die beste Annahmespielerin des Teams. „Sie liefert jetzt stabil gute Leistungen ab“, lobt Hartmann, der Hanne Binkau als eine „Ankerspielerin“ bezeichnet. „Sie strahlt Erfahrung aus, hilft und korrigiert ihre Mitspielerinnen. An ihr können sich andere aufrichten“, charakterisiert sie ihr Coach.

Trainer Manuel Hartmann baut auf Hanne Binkau. Foto: Andreas Gorr

Die Außenangreiferin selbst sieht noch einen anderen Grund für ihre Leistungssteigerung: „Mir hat die einwöchige Pause über Weihnachten sehr gut getan, da konnte sich mein Körper etwas erholen“, erklärt sie. Nach ihrer Ansicht wird am Samstagabend die mentale Einstellung über Sieg oder Niederlage entscheiden. „Die bisherigen Duelle mit ETV Hamburg waren immer eng, die Spiele hätten auf beide Seiten kippen können“, findet sie rückblickend. Ähnlich sieht dies Trainer Hartmann: „Hamburg ist auf jeden Fall ein Team in Reichweite, viel wird von der Tagesform und auch ein bisschen vom Faktor Glück abhängen“, prognostiziert er.

Die Formkurve zeigt nach oben

Optimistisch stimmt ihn, dass die Formkurve der Blaubären in den vergangenen Wochen – mit Ausnahme der Partie in Suhl – deutlich nach oben geht. Auch Hanne Binkau ist mit dem Verlauf der Premierensaison überaus zufrieden: „Wir haben gezeigt, dass wir eine gute Entwicklung genommen haben“, sagt sie. Siege gegen Hamburg und den anderen Mitaufsteiger Skurios Volley Borken im letzten Heimspiel wären die „Kirsche auf der Torte“. Am Samstagabend gelte gegen den Hamburger Heimfluch daher: „Wir wollen zeigen, dass die Halle uns gehört!“

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