Volleyball Bundesliga TSV Flacht: Blaubären mit Rückfall in frühere Zeiten

Franka van der Veer (li./mit Leonie Büdenbender) kam im zweiten Satz aufs Feld und brachte frischen Schwung ins Spiel der Blaubären. Foto: Andreas Gorr

Die Blaubären unterliegen den Ladies in Black aus Aachen 0:3, weil das Team lange mit Problemen kämpft, die ausgeräumt schienen. Franka van der Veer sorgt für kleinen Umschwung.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Manuel Hartmann schaute mit gemischten Gefühlen zu, als die besten Spielerinnen der Partie der Binder Blaubären TSV Flacht, Frauke Neuhaus, und der Ladies in Black Aachen, Celine Jebens, nach der Partie geehrt wurden. 0:3 (15:25, 18:25, 16:25) hatte der Erstliga-Aufsteiger in der erneut ausverkauften Heckengäusporthalle II vor 433 Zuschauern verloren.

 

„Unter den Umständen heute bin ich eher unzufrieden“, meinte der Chefcoach des Bundesliga-Neulings, „wir waren zwei Sätze lang zu passiv und hatten einige Abstimmungsprobleme. Wir haben lange nicht das abgerufen, was wir können.“

Trainer Hartmann sehr unzufrieden

Nach dem 3:1-Sieg bei Mitaufsteiger ETV Hamburg hatten einige Berufsoptimisten im Fanlager des TSV Flacht gehofft, gegen die Ladies in Black könne ein Satz- oder gar ein Punktgewinn drin sein. Doch recht schnell dämmerte es eigentlich jedem in der Halle: Das wird nichts mit einem respektablen Teilerfolg der Blaubären – schnell stand es 7:15 und 11:23, und nach 20 Minuten Spielzeit hatten die Ladies aus Aachen demonstriert, wer in der Bärenhöhle die Peitsche in den Händen hält und wer parieren muss.

Hatte einigen Gesprächsbedarf mit seiner Mannschaft: Chefcoach Manuel Hartmann Foto: Andreas Gorr

„Wir haben wieder Fehler gemacht, von denen ich glaubte, wir hätten sie abgestellt“, sagte Hartmann. Die TSV-Frauen hatten zwei Sätze lang Probleme bei der Annahme wie ein Fußgänger auf einer Eisbahn – die Aachener Damen suchten beim Aufschlag häufig Hanna Kögler, auch einige ihrer Kolleginnen im blauen Dress waren nicht immer sicher. Zu dieser wieder aufkeimenden Schwäche gesellten sich Mängel in der Abstimmung. „Wir hätten uns besser präsentieren können“, monierte der TSV-Chefcoach.

Beim Stand von 4:10 im zweiten Satz schickte Hartmann Franka van der Veer aufs Spielfeld – und es ging ein kleiner Ruck durch die Mentalität der Blaubären. Spielführerin Frauke Neuhaus startete eine Aufschlagserie und plötzlich stand es 12:12. „Franka hat eine gute Ausstrahlung mitgebracht“, bemerkte der Chefcoach, „sie hat mutig angegriffen und brachte einen positiven Schub. Plötzlich hatte die gesamte Mannschaft wieder mehr Fokus.“

Franka van der Veer, die nach einem mehrjährigen Ausflug zum Beach-Volleyball erst zu dieser Saison in die Halle zurückgekehrt war, hatte bislang lediglich Kurzeinsätze für den TSV Flacht absolviert. „Ich freue mich, dass ich das Team unterstützen konnte“, sagte die 22 Jahre alte Außenangreiferin nach dem Spiel, „schön, dass es ein Heimspiel vor den eigenen Fans war.“ Im dritten Satz boten die Blaubären ordentlich Paroli – es waren individuelle Fehler wie unnötig verschlagene Schmetterbälle, die mehr als die erzielten 16 Punkte verhinderten. Die Ladies in Black verwandelten ihren zweiten Matchball nach 63 Minuten Spielzeit.

Der Block der Ladies in Black stand nicht immer sicher: Hanna Kögler (li.) von den Blaubären sucht eine Lücke. Foto: Andreas Gorr

Die Steigerung seines Teams besänftigte Manuel Hartmann ein wenig, der 39-Jährige bemerkte anerkennend, dass „Aachen mit seiner ersten Sechs nahezu durchspielen musste und nicht früh die zweite Garde aufs Spielfeld schicken konnte“. Am Samstag (19 Uhr) sollten die Blaubären schneller auf Betriebstemperatur kommen – beim sieglosen Mitaufsteiger Skurios Volleys Borken könnte der zweite Saisonsieg möglich sein. Das denken nicht nur die Berufsoptimisten.

Kostenlose Fahrt nach Borken

Angebot
Die Binder Blaubären bieten eine Fanfahrt zum Spiel in Borken am nächsten Samstag an. Abfahrt ist um 10.30 Uhr in Flacht (Kelterstraße), die Rückfahrt ist für 22 Uhr geplant. Die Fahrt sowie die Verpflegung im Bus sind kostenlos.

Anmeldung
Wer mitfahren will, kann sich unter fanclub@binderblaubaeren.de bis Montag anmelden. Die Plätze sind begrenzt, eine Anmeldung bedeutet nicht zwingend einen Platz im Fanbus. jük

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