Volleyball-Bundesligist MTV Allianz Stuttgart Schwache Generalprobe vor dem Start in die Play-Offs

Sportchefin Kim Renkema: Sind nicht der Topfavorit. Foto: Baumann
Sportchefin Kim Renkema: Sind nicht der Topfavorit. Foto: Baumann

0:3 gegen den SSC Palmberg Schwerin verloren – für die Volleyballerinnen von MTV Allianz Stuttgart endet die Hauptrunde mit einer Enttäuschung. Nun geht es in den Play-Offs um die Wurst. Am Mittwoch wartet im Viertelfinale Nawaro Straubing.

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Stuttgart - Vor zweieinhalb Wochen fegten die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart den Tabellenführer Dresdner SC mit 3:0 aus der Halle. Am vergangenen Donnerstag trumpfte der DSC dann gegen den SSC Palmberg Schwerin mit dem gleichen Ergebnis auf. Und am Samstagabend wiederum schmetterten die Schwerinneren den MTV im letzten Hauptrundenspiel ebenfalls mit 3:0 (25:21, 25:17, 25:21) aus der heimischen Scharrena. Entweder hopp oder top.

Die vergangenen drei Topspiele spiegeln gut wider, wie die Gemengelage bei den ersten Drei der Liga vor den Play-offs, die an diesem Mittwoch starten, ist. Und die Stuttgarterinnen sind als Tabellenzweiter mittendrin im Kreis der Wackelkandidaten im Kampf um die Meisterschaft. „Es ist wirklich nicht einfach in dieser Saison. Die Erwartungshaltung ist weiter sehr hoch in Stuttgart. Wir sind nicht der Topfavorit, wir sind eine von vier Mannschaften, die um den Titel spielen“, sagte MTV-Sportchefin Kim Renkema nach der Niederlage gegen den SSC.

Leistungsschwankung wirft Fragen auf

Mit einer Bilanz von 16 Siegen bei vier Niederlagen haben die Stuttgarterinnen nach der Hauptrunde nur einen Sieg weniger auf dem Konto als Spitzenreiter Dresdner SC. Doch nicht die Zahl der gesammelten Siege wirft Fragen auf, sondern die Leistungsschwankungen im Laufe der Saison. „Ich kann das auch nicht wirklich erklären. Gegen Dresden hat das Zusammenspiel perfekt gepasst. Jetzt gegen Schwerin hatte man das Gefühl, wir sind noch in der Vorbereitung“, sagte Kim Renkema, die diese Inkonstanz auch auf die Umstände der Pandemie zurückführt. Gerade für die ausländischen Spielerinnen sei es schwer, sich in der aktuellen Situation immer auf den Sport konzentrieren zu können. „Sie haben ihre Familien seit Monaten nicht gesehen, können keinen Besuch empfangen. Damit geht jeder anders um“, sagte die MTV-Sportchefin.

Wenn es an einer Stelle hakt, hakt es überall

Im Duell mit dem Dauerrivalen aus Schwerin, gegen den im Hinspiel ein 3:0 gelang, zeigte der deutsche Meister von 2019 seine schwache Seite. „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen und konnten den Aufschlagdruck heute nicht aufrechthalten“, sagte Zuspielerin Pia Kästner. Doch nicht nur beim Aufschlag haperte es. Und wenn es bei Stuttgarterinnen an einer Stelle hakt – das haben sie in dieser Saison schon mehrfach gezeigt –, hakt es in allen Bereichen. So zog sich die Unsicherheit gegen vom Aufschlag über die Annahme, das Zuspiel bis hin zum Angriff. Lediglich auf Krystal Rivers war Verlass: Die Kapitänin lieferte 18 Punkte. „Wir müssen jetzt den Schalter umlegen. Ab sofort gilt jedes Spiel“, forderte Pia Kästner.

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Die richtigen Schalter muss Cheftrainer Tore Aleksandersen aber schnell finden. Denn im Viertelfinale, das im Modus Best-of-three ausgespielt wird, treffen die Stuttgarterinnen an diesem Mittwoch um 19.30 Uhr auf Nawaro Straubing. Das zweite und ein mögliches drittes Duell steigt dann am Samstag und Sonntag in der Scharrena. Und bei den Stuttgarterinnen kommen mit Blick auf den Tabellensiebten aus Niederbayern gemischte Gefühle auf. Im Hinspiel gab es einen klaren Sieg, das Rückspiel endete mit einer 0:3-Klatsche. „Wir haben gegen Straubing schon verloren. Das ist ein Warnzeichen. Wir wissen, dass wir sie nicht locker ausspielen können“, sagte Kim Renkema.

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