Weissachs Bürgermeister Jens Millow (li.) und Blaubären-Manager Michael Kaiser: Hand in Hand in die Volleyball-Bundesliga Foto: Simon Granville
Es gibt eine Annäherung im Disput um den Umbau der Heckengäusporthalle in Weissach. Die Verwaltung hat einen Termin festgelegt, an dem sich die Beteiligten vor Ort austauschen sollen.
Michael Kaiser hat viel zu tun in diesen Tagen neben seinem Job, mit dem er sein Geld verdient. Der ehrenamtliche Manager der Binder Blaubären des TSV Flacht ist mit der Volleyball-Bundesliga (VBL) in enger Abstimmung, um die Lizenzierung für den Start der Frauen in der ersten Liga wasserdicht zu bekommen. Zudem ist er involviert, wenn der neue Cheftrainer Manuel Hartmann und Sportdirektor Jan Lindenmair den Kader zimmern. Damit zum Start der Bundesliga am 6. Oktober beim Aufsteiger alles in trockenen Tüchern ist. „Wir befinden uns bei der Lizenzierung auf der Zielgeraden“, sagt Michael Kaiser.
Volles Haus: Dreimal war die Bärenhöhle mit 433 Zuschauern in der vergangenen Saison ausverkauft. Foto: Andreas Gorr
Doch über den Köpfen der Blaubären schwebt ein Damoklesschwert, das da heißt Heckengäusporthalle 2. Der Heimspielort muss baulich aufgerüstet werden, damit aus der Sportstätte eine Versammlungsstätte werden kann – und dass weiterhin auf jeden Fall die maximal erlaubten 433 Zuschauer die Blaubären live verfolgen können. Das war bislang mit einer befristeten Ausnahmegenehmigung möglich, nun aber soll aus dem Provisorium ein Dauerzustand werden. Da einige hundert Menschen den Schul- und Breitensport wegen der mehrmonatigen Schließung der Halle während der Baumaßnahmen gefährdet sahen, starteten sie eine Petition, und der Beschluss wurde im Gemeinderat von Weissach im Mai von der Tagesordnung genommen. „Wir haben bislang nichts Neues in dieser Causa vernommen“, sagt Manager Kaiser, „das ist Sache der Verwaltung, in die wir uns nicht einmischen. Wir bearbeiten unsere Themen.“
Nun ist es nicht so, dass Verwaltung samt Gemeinderat hinter dem Rücken des TSV Flacht schon gewichtige Entscheidungen auf den Weg gebracht hätten. „Es ist nicht viel passiert“, berichtet Bürgermeister Jens Millow. Noch nicht. Denn um den dicken Dampfer Heckengäusporthalle aus den Untiefen zu manövrieren und in sicheres Fahrwasser zu geleiten, hat die Gemeinde für die nächste Woche einen Vor-Ort-Termin angesetzt. Vertreter des TSV Flacht, des TSV Weissach und die Mitglieder des Gemeinderates sollen durch die Bärenhöhle geführt werden. Der Termin ist nicht öffentlich, daher behandelt Millow ihn wie ein Geheimnis.
Auch Bürgermeister Jens Millow (li./mit dem Blaubären-Hallensprecher) ist gerne Gast bei einem Volleyball-Spiel. Foto: Andreas Gorr
„Alle sollen sich ein Bild machen können, was geplant ist“, verrät der Weissacher Bürgermeister, „wir werden erläutern, was passieren soll und welche Auswirkungen das mit sich bringt.“ Die Führung durch den Heimspielort der Volleyballerinnen soll einerseits zur Wissensmehrung beitragen, andererseits die Beteiligten miteinander ins Gespräch bringen – und ist damit viel mehr als eine rein technische Umschau. Es ist auch eine Maßnahme zur Deeskalation der leicht aufgewühlten Stimmung.
Petition wurde aus dem Netz genommen
Ein Zeichen zur Annäherung wurde laut Millow bereits gesetzt. „Die Petition der Umbaukritiker wurde aus dem Netz genommen“, sagt der Verwaltungschef, der das als gutes Omen wertet. Schließlich kommen Maßnahmen wie etwa die Verbesserung der Belüftung nicht nur den Profi-Volleyballerinnen zugute, sondern auch den Schul- und Vereinssportlern. „Wir suchen eine gute Lösung“, sagt Millow, „und ich bin überzeugt, dass wir sie gemeinsam finden.“
Die Hallenkapazitäten der Volleyball-Bundesligisten der Frauen Foto: Screenshot/Wikipedia
Im Juli sollen die Maßnahmen in der Heckengäusporthalle auf der Tagesordnung im Gemeinderat stehen und entschieden werden. Könnte gut sein, dass nicht wenige Verantwortliche und Fans der Blaubären die Debatte live mitverfolgen. Allerdings liegt die Zahl der Zuschauerplätze weit unter den 433, die die Volleyball-Freunde gewohnt sind.