Die Oberliga-Volleyballer des VfL Sindelfingen haben schon gute Spiele gegen gute Gegner gezeigt und damit gewonnen, aber auch verloren. Sie haben schlechte Auftritte gegen schlechte Kontrahenten abgeliefert und eine Niederlage kassiert. „Jetzt gab es einen Sieg gegen einen schlechten Gegner trotz schlechter Leistung“, bilanzierte Trainer Fabian Probst nach dem 3:1 gegen den VC Baustetten. „Diese zahlreichen Facetten sind während einer Saison völlig normal. Wir müssen nur schauen, wie wir damit umgehen, denn das schweißt zusammen, und so entwickelt sich ein Team.“
Der Coach war nach dem Erfolg etwas verwirrt, wie er einräumte. Er selbst empfand es so, dass kein einziger der Aspekte, die er seiner Mannschaft mit aufs Feld gegeben hatte, in die Tat umgesetzt wurde. „Die Zuschauer meinten aber, dass es gar nicht so schlimm ausgesehen habe.“ Fakt ist, dass sich die Gastgeber niemals wirklich absetzen und die Partie souverän runterspielen konnten.
Durch Fehler nicht nur beim Aufschlag, unbedachte Aktionen, Ungenauigkeiten und sonstige Aussetzer hielten die Einheimischen die Gäste am Leben. Sie lagen im ersten Durchgang immer mit zwei, drei Punkten vorn und holten ihn mit 25:22 nach Hause. Die Performance sei da zumindest noch ausreichend gewesen, urteilte Probst. „In den zweiten Satz sind wir dann gut gestartet, aber dann riss der Faden völlig“, schüttelte er den Kopf. Beim 24:23 hatten seine Schützlinge Satzball für sich, beim 24:25 plötzlich gegen sich. „Den wehren wir durch einen super Angriff von Mykhailo Trush ab. Danach macht Florian Benz einen Service-Winner, und unser Kapitän Thomas Meyer setzt den entscheidenden Punkt“, freute sich der Übungsleiter über diesen kurzen, entscheidenden Lauf zum 27:25.
„Da haben wir wirklich gekämpft und Moral gezeigt“, nahmen die Sindelfinger diesen Schwung direkt in den dritten Abschnitt mit. „Da hatten wir Zugriff, und ich dachte: Okay, jetzt läuft es“, erzählte Probst. „Aber dann ging gar nix mehr. Erst nach ein paar Wechseln und als es schon zu spät war, lief es besser.“ Mit dem 20:25 schaffte die Auswärtstruppe daher den Anschluss. „Wir mussten uns also etwas einfallen lassen.“
Der Mann auf der Kommandobrücke verzweifelte schier: „Alles, was ich sagte, kam irgendwie nicht an. Es war wie eine unsichtbare Barriere zwischen dem Spielfeld und dessen Rand.“ Er fragte sich, warum er da überhaupt noch coachen sollte, „aber die Jungs haben es über die Bühne gebracht“. Das 25:19 sicherte den ersten von drei im Dezember angestrebten Siegen und für Probst eine weitere Erkenntnis: „Es ist schön zu sehen, dass wir es auch irgendwie schaffen können, wenn es nicht so läuft.“