2024 feierten die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart in der Mannheimer SAP-Arena ihren bislang letzten Pokalsieg. Foto: Baumann
Letztmals finden die Pokalendspiele im Volleyball in Mannheim statt. Die Frauen von Allianz MTV Stuttgart treffen auf den VfB Suhl – und sehen den Umzug nach Köln als „mutigen Schritt“.
Die Pokalendspiele in Mannheim sind Teil der Stuttgarter Volleyball-Geschichte, einige Erlebnisse in der SAP-Arena werden für immer unvergessen bleiben. Dazu gehören die beiden Siege 2017 (3:2 gegen den SSC Schwerin) und 2024 (3:0 gegen den SC Potsdam), aber auch die drei Niederlagen, vor allem jene 2020 gegen den Dresdner SC – beim 2:3 vergab Allianz MTV Stuttgart fünf (!) Matchbälle. „Wir werden“, sagt Geschäftsführer Aurel Irion, „die Finaltage in Mannheim sehr vermissen.“ Einer steht allerdings noch aus.
Bevor 2027 der Umzug nach Köln erfolgt, gibt es nach elf Jahren einen letzten Aufschlag in der erstmals bis auf den letzten Platz besetzten SAP-Arena. An diesem Samstag treffen zunächst die Frauen von Allianz MTV Stuttgart und dem VfB Suhl aufeinander (16 Uhr), anschließend spielen die Männer des VfB Friedrichshafen gegen die SVG Lüneburg (19 Uhr). Danach werden die beiden Pokalsieger und der große Abschied aus Mannheim gefeiert. „Nach Köln zu gehen, ist ein mutiger Schritt“, sagt Aurel Irion angesichts der Größe der dortigen Lanxess-Arena mit ihren 20 000 Plätzen und der fehlenden Volleyball-Historie, „ich hoffe, dass auch die Halle in Köln ausverkauft wird.“
Dies zu schaffen, dürfte nicht ganz einfach werden, bei dem Deutschen Volleyball-Verband (DVV) und der Volleyball-Bundesliga (VBL) wird der Wechsel nach Köln dennoch von viel Optimismus begleitet. „Wir möchten das Pokalfinale weiterentwickeln“, sagt VBL-Geschäftsführerin Kim Renkema, die erst als Kapitänin und dann als Sportdirektorin an den beiden Stuttgarter Triumphen in Mannheim direkt beteiligt war, „unser Ziel ist, das Event noch größer zu machen, und ich glaube fest daran, dass dies möglich ist.“ Auch mit Hilfe eines Unternehmens aus Stuttgart.
2017 gewann Kim Renkema als Spielerin von Allianz MTV Stuttgart in Mannheim den Pokal. Foto: Baumann
Die Cloud- und KI-Firma Zoi, die in sieben Ländern 560 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt und sich auch bei Handball-Bundesligist TVB Stuttgart engagiert, ist der erste Namenssponsor in der Geschichte des Pokalfinales. Das Unternehmen will in den nächsten drei Jahren versuchen, Volleyball digitaler und technologisch innovativer zu machen, investiert dafür laut Benjamin Hermann eine höhere sechsstellige Summe. Schon bei der Abschlussveranstaltung in Mannheim wird es zahlreiche Neuerungen geben (Logo, Markenauftritt in der Halle, Design des Internetauftritts, Interaktionen mit Fans, Lärmmessung, das Anzeigen von Aufschlaggeschwindigkeit und Teamstatistiken, Selfie-Wand, Jobbörse), und in Köln soll es auch in diesen Bereichen noch mal eine Weiterentwicklung geben. Der Zoi-Geschäftsführer denkt allerdings auch schon über die nächsten Pokalendspiele hinaus.
KI wird auch im Sport immer wichtiger
Benjamin Hermann ist überzeugt davon, dass das Thema KI im Sport eine immer wichtigere Rolle spielen wird. In der Arbeit von Verbänden, Liga-Organisationen und Vereinen, aber auch dort, wo es unmittelbar um die Optimierung von Leistungen geht. „Im Sport gibt es unendlich viele Daten, die bisher hauptsächlich von Menschen ausgewertet werden“, sagt der IT-Experte. Die Künstliche Intelligenz sei in der Lage, die Arbeit von Analysten, Trainern und eventuell auch Spielern zu unterstützen und auf ein neues Niveau zu heben. „Das ist zwar alles noch nicht spruchreif“, sagt Benjamin Hermann, „aber genau dort wollen wir hin.“
Zunächst jedoch führt die Beteiligten der Weg ein letztes Mal in die SAP-Arena. Sportlich erhofft sich Kim Renkema zwei Duelle auf hohem Niveau, in der es für sie keine Favoriten gibt („In einem Finale kann alles passieren“). Und anschließend wünscht sie sich den Aufbruch in eine neue Zeit. „In Mannheim sind die Möglichkeiten ausgeschöpft“, erklärt die VBL-Geschäftsführerin, „und man muss mutig sein, wenn man weiterkommen will. In Köln können wir mehr Reichweite erzielen und das Event vergrößern – das wird dem Volleyball guttun.“