Trainer Lothar Benz hat in dieser Saison viel Gesprächsbedarf mit seiner Mannschaft, die gegen den Abstieg kämpft. Foto: Andreas Gorr
Die Regionalliga-Saison für die Ditzingerinnen läuft alles andere als geplant. Ein Grund für den Absturz sind Verletzungen wichtiger Spielerinnen – es gibt aber noch einen zweiten.
Gewonnen. Egal wie. Das beschreibt die Gemütslage der Volleyballerinnen der TSF Ditzingen nach dem Spiel gegen die TG Bad Waldsee ziemlich exakt. „Dieser Erfolg war enorm wichtig“, sagt Spielführerin Ute Busch.
Mit 3:0 (25:22, 25:14, 25:23) hatten die TSF im Kellerduell der Regionalliga über das Team aus dem Oberschwäbischen triumphiert – und konnten damit über die Weihnachtspause einen Abstiegsplatz verlassen. „Das tut gut“, bekennt Ute Busch.
Pflichtsieg über die TG Bad Waldsee
Reden wir nicht drumherum: Es war ein absolut nötiger Pflichtsieg der Ditzingerinnen, andernfalls wäre die TG an ihnen in der Tabelle vorbeigezogen und die TSF hätten als Schlusslicht unterm Weihnachtsbaum gesessen – und das wäre (vor allem mental) eine schwere Hypothek beim Start im neuen Jahr am 10. Januar bei DJK Schwäbisch Gmünd gewesen. „Bad Waldsee war ein dankbarer Gegner zum richtigen Zeitpunkt“, meint die Kapitänin.
Spielführerin Ute Busch stand nicht immer zur Verfügung – Rückenprobleme verhinderten so manchen Einsatz. Foto: Pressefoto Baumann
Der Pflichtsieg über das Schlusslicht war zwar nie gefährdet, doch eine gewisse Leichtigkeit fehlte dem Team von Trainer Lothar Benz über die gesamte Spielzeit. Die Gäste aus Bad Waldsee leisteten sich über alle drei Sätze viele Aufschlagfehler und lieferten mitunter aufgrund eigener Unzulänglichkeiten brav die Punkte bei den TSF ab, ohne dass diese über ihr Spiel großen Druck aufbauen mussten. „Gegen ein anderes Team hätten wir womöglich unsere Probleme bekommen“, räumt Ute Busch offen ein.
Vier Sieg in neun Partien stehen auf dem Saisonkonto des Regionalligisten, die TSF-Frauen finden einfach keine Kontinuität. Nach zwei Erfolgen zum Rundenstart setzte es drei Pleiten am Stück, danach gab es in schöner Abwechslung zwei Siege und zwei Niederlagen. Die Spielführerin sieht zwei Aspekte, die die Spielzeit zu einer Berg-und-Talbahn werden lassen. Punkt eins: Die routinierte Außenangreiferin Lyubka Rund (36), eine wichtige Stütze der Mannschaft, fehlt seit Mitte November. Und auch Ute Busch (31) war wegen Rückenproblemen nicht immer zu 100 Prozent fit – mal stand die Diagonalangreiferin zwar auf dem Feld, musste aber mit angezogener Handbremse agieren; manchmal musste sie den Einsatz absagen.
Zwei wichtige Spielerinnen fehlen, zudem musste die Mannschaft immer wieder auf den Positionen umgebaut werden, dabei musste die junge Rika Wiedemann die wichtige Aufgabe der Zuspielerin übernehmen, obwohl sie als solche kaum Erfahrung besitzt. Und das führt zu Punkt zwei der Probleme der TSF Ditzingen.
Rotation bei den TSF Ditzingen: Rika Wiedemann (li.) muss auf der Position der Zuspielerin agieren. Foto: Andreas Gorr
Es kommt zu internen Reibereien, weil immer wieder die Fehler der anderen ausgiebig diskutiert werden. „Es ruckelt im Team. Es wäre dabei vielmehr wichtig“, betont Ute Busch, „dass jede zunächst auf sich selbst blickt, anstatt auf ihre Mitspielerin.“ Vor der Partie gegen Bad Waldsee hat sich die Mannschaft ausgesprochen, dieser gedankliche Austausch soll fortgeführt werden, weil „wir den Teamgeist unbedingt wieder stärken müssen“, wie Ute Busch fordert, „wir müssen die Karre gemeinsam aus dem Dreck ziehen.“
Suche nach einer Trainingshalle
Das dürfte eine ordentliche Anstrengung mit sich bringen, mental wie physisch. Doch ärgerlicherweise können die TSF-Frauen erst wieder am 8. Januar trainieren – zwei Tage vor der Start der Rückrunde in Schwäbisch Gmünd – weil während der Winterferien die Sporthallen geschlossen sind. „Wir suchen nach einer Lösung, damit wir eine oder zwei zusätzliche Einheiten trainieren können“, erzählt Ute Busch.
Die Gute Nachricht lautet: Höchstwahrscheinlich kann Lyubka Rund dann wieder eingreifen. Aber ein Selbstläufer wird das Unternehmen Klassenerhalt für die Volleyballerinnen der TSF Ditzingen deshalb wohl kaum. Hauptsache es gelingt. Egal wie.